Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenOffenes Verfahren (VOB/A EU) für Bauleistungen
Auftraggeber: Bundesministerium der Verteidigung, vertreten durch das Staatliche Hochbauamt Schwäbisch Hall (im Auftrag der Oberfinanzdirektion Baden-Württemberg – Abteilung Bundesbau).
Vergabenummer: 26-13275
Gegenstand: Erneuerung der Heizzentrale in der Carl-Schurz-Kaserne Hardheim (Gebäude 7 und 45a) mit den Gewerken Heizung, Sanitär und Lüftung. Der Auftrag umfasst Lieferung, Montage und Inbetriebnahme neuer Wärmeerzeuger (Pelletkessel, Erdgaskessel), Verteilnetze, sanitärer Anlagen, Lüftungs- und Teilklimaanlagen sowie Demontage der Bestandsanlagen im laufenden Betrieb (Wärmeversorgung über mobile Heizzentrale).
Geschätzter Auftragswert: ca. 3,46 Mio. EUR
Ausführungszeitraum: 01.02.2027 – 04.10.2030 (ca. 3,5 Jahre)
Angebotsfrist: 14.10.2026, 10:00 Uhr (MESZ)
Bindefrist: 20.11.2026
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel, Instandhaltungsangeboten.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGeltungsbereich und Auftraggeber
Auftraggeber ist das Bundesministerium der Verteidigung, vertreten durch die Oberfinanzdirektion Baden-Württemberg – Abteilung Bundesbau. Die Vergabestelle ist das Staatliche Hochbauamt Schwäbisch Hall (Dolanallee 7, 74523 Schwäbisch Hall). Das Verfahren ist ein offenes Verfahren nach VOB/A Abschnitt 2 EU.
Erfüllungsort: Carl-Schurz-Kaserne Hardheim (PLZ 74736).
Maßnahmennummer: 548034022378 / Vergabenummer: 26-13275 / DV-Nr.: 4000_246 / Projekt 0725_01.
Ausführungszeitraum
Ausführungsbeginn: 01.02.2027 (Pflichttermin)
Vollendung / Abnahmereife: 04.10.2030 (Pflichttermin)
Wichtige Einzelfristen:
Die Wärmeversorgung muss während der gesamten Bauzeit über eine mobile Heizzentrale (Containerbauweise mit Tagesöltank) aufrechterhalten werden.
Wärmeerzeugung – Gesamtkonzept
Neue Heizzentrale mit drei Wärmeerzeugern und Pufferspeichern:
| Wärmeerzeuger | Nennwärmeleistung |
|---|---|
| Erdgaskessel 1 NT (Niedertemperatur) | 2.300 kW |
| Erdgaskessel 2 BW (Brauchwasser) | 900 kW |
| Pelletkessel (z. B. Mawera Pyrteck) | 1.250 kW (in der Gesamtleistung 1.200 kW) |
| Gesamtbilanz | 4.400 kW thermisch |
Grundlast vor allem über den Pelletkessel (ca. 5.800 Betriebsstunden geplant), Erdgaskessel decken Spitzen- und Niedriglasten sowie Revisions-/Wartungszeiten. Beide Erdgaskessel mit Zweistoffbrennern (Gas/Öl) für Ausfall- und Versorgungssicherheit.
Wärmeverteilnetz: Druckstufe PN 10, Maximaltemperatur 100 °C, Absicherungsdruck Kessel 6 bar, Material Stahlrohr nahtlos P235GH.
Sicherheitseinrichtungen je Kessel: Sicherheitsventil 6 bar, STB 110 °C, Wassermangelsicherung, Rücklauftemperatur-Absicherung mit drehzahlgeregelter Kesselkreispumpe und Dreiwege-Mischventil.
Wärmeverteilnetze und Speicher
Rohrleitungen aus Stahl (nahtlos schwarz) in den Nennweiten AD 21,3 mm bis 219,1 mm für Heizungswasser. Armaturen (Absperrventile, Absperrklappen, Kugelhähne, Rückschlagklappen, Schmutzfänger, Membransicherheitsventile). Wärmespeicher (Pufferspeicher) als 2 Stück à 25.000 l, stehend, mit Standkonsolen und Ummantelung. Druckhaltestationen für Gebäude 7 und 45 mit automatischer Nachspeisung. Membran-Ausdehnungsgefäße 100 l bis 5.000 l. Vakuum-Sprührohrentgasung. Schmutz- und Schlammabscheider. Hydraulische Weichen. Plattenwärmeübertrager (500 kW und 1.000 kW). Hebetechnik: Kranbahnträger und Kettenzüge (Tragfähigkeit 200 kg). Pumpen als Trocken- und Nassläufer, Energieeffizienzklasse IE 5, an Gebäudeautomation angeschlossen (DIN EN ISO 16484-3). Verteiler-/Sammlerkombinationen DN 65 bis DN 200 mit thermischer Trennung und 100 mm Wärmedämmung.
Schornstein- und Abgasanlagen
Freistehende doppelwandige isolierte Kaminanlagen:
Abgasschalldämpfer (Absorptionsausführung, Dämpfung 15–20 dB). Doppelwandige wärmegedämmte Abgasleitungen in verschiedenen Nennweiten (DN 300, 450, 500). Rohrleitungen aus nichtrostendem Stahl (Werkstoff-Nr. 1.4520 / 1.4401) für Nichttrinkwasser.
Sanitärinstallation
Trinkwasserinstallation mit DVGW-zertifizierten Komponenten, Rohren aus Edelstahl 1.4401. Enthärtungsanlage und Dosieranlage für Trinkwasseraufbereitung. Sanitäre Einrichtungsgegenstände: barrierefreie WC-Elemente, infrarotgesteuerte Urinale, Waschbecken, Ausgussbecken, Duschpaneele, Duschen, WCs. Elektronische Spüleinrichtungen zur Vermeidung von Trinkwasserstagnation. Abwasserleitungen aus PP und Gusseisen. Druckprüfung der Trinkwasserinstallation.
Lüftungs- und Klimatechnik
Lüftungsanlagen (KG 431): Dach-/Abluftventilatoren (5.000 m³/h), Kleinlüfter (280 m³/h), Luftleitungen rechteckig/rund, Form-/Verbindungsstücke, Stell-/Rückschlagklappen, Wetterschutzgitter, Schalldämpfer, Wärmedämmung.
Teilklimaanlagen (KG 432): Zentral-RLT-Gerät (2.500 m³/h) mit Platten-Wärmerückgewinnung, Vorerhitzung über Heizwasser, Steuerung, Drosselklappen, Volumenstromregler, Brandschutzklappen (EI 90 S), flexible Verbindungen, Isolierung. Für sanitäre/nasse Bereiche (UG/EG).
Kälteanlagen (KG 434): Split-Klimageräte (R32) für Serverräume, Kondensat-Kreiselpumpen, Kältemittelleitungen (Kupfer), Kälte-/Wärmedämmung.
Schallschutzanforderungen nach DIN 4109-1, Wärmedämmung nach DIN 4140, Dichtheitsklassen ATC2/ATC3.
Gebäudeautomation und MSR
Anbindung aller Anlagen an die Gebäudeautomation nach DIN EN ISO 16484-3. Kesselsteuerschränke (IP 54, 14,25 kW bzw. 5,89 kW Anschlussleistung). MSR-Dokumentation mit Schaltplänen, Kabellisten, Klemmenplänen, Feldgeräteübersicht, Datenpunktlisten, Funktionsbeschreibung. Gemeinsame Inbetriebnahme mit Gebäudeautomation.
Baustelleneinrichtung und Gerüst
Baustelleneinrichtung (KG 491): Container (Büro, Lager, Mannschaft mit Schwarz-/Weiß-Umkleide für Pelletstaub, Sanitär Damen/Herren, Besprechung als Doppelcontainer für mind. 12 Personen), Wasseranalysen, Autokran 165 tm, Hakenhöhe 58 m, max. Ausladung 50 m. Schwarz-Weiß-Umkleidecontainer wegen erhöhter Verschmutzung durch Pelletstaub.
Gerüstarbeiten (KG 492): Montagegerüste über 3,50 m Höhe inkl. Auf-/Um-/Abbau und Vorhaltung; Gerüste auch für andere Unternehmer. Gerüste werden vom Auftraggeber beigestellt.
Demontage und Abbrucharbeiten
Absperren, Entleeren und Trennen bestehender Rohrleitungen (Heizung, Erdgas DN 15–150), Spülen und Reinigen, Demontage von Rohrleitungen, Armaturen und Blechmänteln.
KMF-haltige Dämmstoffe (K2/TRGS 521) in Geb. 7 und Geb. 45: Demontage, Verpackung, Entsorgung (Abfallschlüssel 170603*), Sanierungsbereiche mit Personenschleusen, 2-Kammer-Materialschleusen, technische Be- und Entlüftung (6-fach Luftwechsel), Probenahme und Freimessung durch akkreditiertes Prüflabor.
Asbesthaltige Umfänge (TRGS 519): Trenn-Abschottungswände, Dekontaminationsschleusen.
Demontage Wärmeerzeuger (Buderus Kessel), Klimasplitgeräte-Außeneinheiten mit Kältemittelentsorgung, Blechmantelabbruch und -entsorgung.
Neue Wärmedämmung: Mineralwolle DIN EN 14303, AS-Qualität, Alukaschierung, mit/ohne Blechummantelung.
Erschwerte Montagebedingungen im Medienkriechtunnel (Höhe 1,85 m, Breite 1,30 m, Länge ca. 60 m).
Inbetriebnahme, Probebetrieb und Dokumentation
Inbetriebnahme verschiedener Anlagen (Kessel, Druckhaltestationen, Erdgas, Druckluftkompressor, Pelletkesselanlage, Frischwasser-, Neutralisations-, Druckhalte-, Erdgas-, Druckluft-, Pelletkessel-, Heizkesselanlagen). Schweißnahtprüfungen (Ultraschall, mind. 10 % der Schweißnähte). Spülen und Befüllen von Leitungsanlagen mit entsalztem Wasser (Leitfähigkeit ≤ 30 myS/cm nach VDI 2035 Blatt 2, pH 8,2–9,5). Hydraulische Einregulierung (320 h). Dokumentation Hydraulischer Abgleich.
Probebetrieb: 6 Wochen rund um die Uhr inkl. Rufdienst. Einweisung/Schulung Betriebspersonal bis zu 2 Schichten, je 4 Stunden; wiederholte Einweisung ca. 4 Wochen nach Übergabe. Hygieneerstinspektion nach VDI 6022 durch qualifiziertes Fachpersonal Kategorie A. pH-Wert-Nachweis 8–12 Wochen nach Inbetriebnahme. Brandwache bei feuergefährlichen Arbeiten. Grobreinigung/Feinreinigung.
Inbetriebnahmebeginn mindestens 14 Tage vorher mitteilen, Entsorgungskonzept 6 Wochen vor Arbeitenbeginn vorlegen. Detailterminplan für Inbetriebnahme ist zu erstellen.
Sicherheits- und Bundeswehr-spezifische Anforderungen
Bundeswehrliegenschaft – besondere Sicherheitsanforderungen:
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFachliche Eignung (Referenzen)
Bei Aufnahme in engere Wahl vorzulegen: mindestens 3 Referenznachweise über vergleichbare Leistungen aus den letzten 5 Kalenderjahren. Jede Referenz umfasst: Ansprechpartner Auftraggeber, Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Leistungsumfang mit eigenem Personal und Mengenangaben, durchschnittlich eingesetzte Arbeitnehmer, besondere technische Anforderungen, Baumaßnahmentyp (Neubau/Umbau/Denkmal), vertragliche Rolle (Hauptauftragnehmer/ARGE-Partner/Nachunternehmer), Bestätigung des Auftraggebers zur vertragsgemäßen Ausführung.
Persönliche Lage – Ausschlussgründe und Zuverlässigkeit
Mit dem Angebot ist die Eigenerklärung zur Eignung (Formblatt 124) oder die Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE) abzugeben. Erforderliche Erklärungen:
Bei Vorliegen von Ausschlussgründen sind Maßnahmen zur Selbstreinigung möglich (§ 6e Abs. 6 VOB/A).
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Mit dem Angebot: Eigenerklärung zur Eignung (Formblatt 124) – Angabe des Umsatzes der letzten 3 Geschäftsjahre (vergleichbare Leistungen). Auf Verlangen der Vergabestelle: Unbedenklichkeitsbescheinigungen (Sozialkasse, Finanzamt, Berufsgenossenschaft mit Lohnsummen), Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG, ggf. rechtskräftig bestätigter Insolvenzplan.
Präqualifikation: Bieter kann im Präqualifikationsverzeichnis (Verein für Präqualifikation) eingetragen sein; dann genügt Angabe der PQ-Nummer im Angebotsschreiben, ggf. ergänzt durch auftragsspezifische Einzelnachweise.
Registereintragung und technische Fachkunde
Auf Verlangen vorzulegen: Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug, Eintragung Handwerksrolle bzw. Handwerkskarte oder IHK-Eintragung (je nach einschlägiger Pflicht). Konkrete technische Fachkundenachweise ergeben sich aus der Leistung: Schweißarbeiten nach DIN EN ISO 11666 (Bewertungsgruppe B), KMF-/Asbestsanierung nach TRGS 521/519, Erdgasarbeiten nach DVGW-TRGI 2018.
Personelle Leistungsfähigkeit
Auf Verlangen der Vergabestelle: Erklärung zur durchschnittlichen Zahl der beschäftigten Arbeitskräfte der letzten 3 Jahre, gegliedert nach Lohngruppen, einschließlich Leitungspersonal.
Bietergemeinschaften, Eignungsleihe und Unteraufträge
Mindestens 3 vergleichbare Referenznachweise über in den letzten 5 Kalenderjahren ausgeführte Leistungen
Vergleichbare Leistungen im Bereich Heizung/Sanitär/Lüftung. Nachzuweisen: Ansprechpartner Auftraggeber, Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Leistungsumfang mit eigenen Personal und Mengenangaben, durchschnittlich eingesetzte Arbeitnehmer, besondere technische Anforderungen, Baumaßnahmentyp (Neubau/Umbau/Denkmal), vertragliche Rolle (Hauptauftragnehmer, ARGE-Partner, Nachunternehmer), Auftraggeberbestätigung zur vertragsgemäßen Ausführung. Vorlage erst auf Verlangen der Vergabestelle bei Aufnahme in engere Wahl.