Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenArchitektenleistungen (Objektplanung gemäß HOAI § 34) für die denkmalgerechte Instandsetzung der Franziskaner-Klosterruine in Berlin-Mitte.
Was zu tun ist: Interessierte Architekturbüros bewerben sich zunächst mit einem Teilnahmeantrag. Aus den Bewerbungen werden 3 bis 5 Büros ausgewählt und zur Angebotsabgabe eingeladen.
Was geplant wird: Das denkmalgeschützte Mauerwerk (Bau vor 1918, Ruine seit 1945) muss gesichert und konserviert werden, dazu gehören Mauerwerksinstandsetzung, Korrosionsschutz, Entwässerung/Abdichtung, Trockenlegung, optional Sanitäranlagen/Fußbodenheizung in der Sakristei sowie ein barrierefreier Zugang. Erste Pflichtphase sind die Leistungsphasen 1–3 (Grundlagenermittlung bis Entwurfsplanung); die Phasen 4–9 und besondere Leistungen können stufenweise optional beauftragt werden.
Wichtig zu wissen: Es gelten strenge Eignungsanforderungen (Mindestumsatz, Berufshaftpflicht, Berufsqualifikation Architekt/in, Projektteam-Erfahrung) und es wird mindestens eine vergleichbare Referenz aus den letzten 7 Jahren verlangt (Sanierung/Umbau, Mauerwerksbau vor 1918, Baukosten über 2 Mio. €).
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Organisation, Qualifikation und Erfahrung des mit der Ausführung des Auftrags betrauten Personals15%
Bewertung des Projektteams, Personaleinsatzplanung, Projektleitung, Bauüberwachung, Erfahrung mit historischer Bausubstanz und Variantenuntersuchungen sowie Vor-Ort-Präsenz
- Qualität30%
Qualität der Herangehensweise an Planung, Ausschreibung/Vergabe und Bauüberwachung bei historischer Bausubstanz
- Ausführungsfristen25%
Sicherstellung von Planungsablauf und Ausführungszeiträumen, Kostenkontrolle und Kommunikation
- Honorar30%
Bewertung des Honorars inkl. Nebenkosten, Umbauzuschlag, Besondere Leistungen und Stundensätze
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGesamtbeschreibung
Gegenstand: Leistungen der Objektplanung (Architektenleistungen) bei der Instandsetzung der denkmalgeschützten Franziskaner-Klosterruine, Klosterstraße 73a, 10179 Berlin (Baudenkmal Nr. 09011276).
Erfüllungsort: Klosterstraße 73a, 10179 Berlin.
Gebäude-/Planungsdaten:
Gesamtkostenrahmen: ca. 3,1 Mio. € netto (KG 300/400 ca. 3,1 Mio. € brutto, Technikanteil ca. 33.600 €). Honorarzone III, Umbau-/Modernisierungszuschlag 20 %, mitzuverarbeitende Bausubstanz 2 % von KG 300.
Vergabeart: Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb (3–5 Bewerber); Pflicht zunächst LP 1–3, optional stufenweise LP 4, 5–9 und besondere Leistungen.
Pflicht-Leistungsphasen (mit Vertragsschluss beauftragt)
Folgende Leistungsphasen nach HOAI § 34 i.V.m. Anlage 10 Nr. 10.1 sind Pflicht und werden mit Vertragsschluss beauftragt:
Optional stufenweise beauftragbare Leistungen
Diese Leistungen werden voraussichtlich im Anschluss stufenweise optional beauftragt (15 Monate nach Fertigstellung der Vorleistungen möglich):
Freianlagen mit < 7.500 € anrechenbaren Kosten sind eingeschlossen.
Konkret zu planende Instandsetzungsmaßnahmen
Die Planung muss die folgenden denkmalverträglichen, substanz- und befundschonenden Maßnahmen am Mauerwerk, an Metallbauteilen und an Entwässerung/Abdichtung abdecken (gemäß Gutachten 2022):
Ziegelmauerwerk:
Metall:
Entwässerung & Abdichtung:
Weitere konkrete Inhalte: Instandsetzung des südwestlichen Gewölbeabschnitts (teilweise Neuaufmauerung), Beseitigung von Feuchteschäden (Tropfkanten, schützende Abdeckungen), Instandsetzung der Abdichtung und des Fußbodenaufbaus, Austausch salzbelasteter Fugenmörtel, Reduzierung von Gipskrusten und biogenen Auflagerungen, Sicherung der Befunde im Fries der Westfassade und am Gewölbe, Konservierung der Epitaphien, Korrosionsschutz an Fensterstreben der Chorfenster, Prüfung der Drainage-Funktionalität sowie barrierefreie Erschließung (Rampen).
Optionale Planungsinhalte: Einbau Sanitäranlagen Sakristei, Einbau Fußbodenheizung Sakristei, architektonische Außenbeleuchtung.
Besondere Abstimmungen: Enge Abstimmung mit den Denkmalbehörden sowie Beweissicherungsverfahren mit der BVG wegen der parallel geplanten Tunnelsanierung.
Zeitplanung
Geplante zeitliche Einordnung der Leistungsphasen:
Die BVG-Tunnelsanierung beginnt laut BVG im Herbst 2026 und läuft parallel zur Maßnahme – dies ist im Bauablaufplan zu berücksichtigen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenPersönliche Lage / Ausschlussgründe
Zwingende Ausschlussgründe nach § 123 GWB und fakultative nach § 124 GWB: keine einschlägigen Eintragungen; das Wettbewerbsregister beim Bundeskartellamt wird ab Auftragswert ≥ 30.000 € abgefragt.
Arbeitsrechtliche Verfehlungen (§ 21 AEntG, § 98c AufenthG, § 19 MiLoG, § 21 SchwarzArbG): Keine Verurteilungen (Freiheitsstrafe > 3 Monate, Geldstrafe > 90 Tagessätze oder Geldbuße > 2.500 €) in den letzten 2 Jahren.
Russland-Sanktionen: Vordruck Wirt 124.1 ist verpflichtend einzureichen; gilt auch für Unterauftragnehmer, Lieferanten und Eignungsverleiher.
Befähigung zur Berufsausübung
Erbringung der Architektenleistung durch einen besonderen Berufsstand (Architekt/in). Nachweis der Eintragung in das Berufsregister bzw. nach § 2 oder § 32 Berliner Architekten- und Baukammergesetz (ABKG) – auf Verlangen der Vergabestelle.
Mindestens eine Person der Büroleitung/Geschäftsführung oder Projektleitung muss die Berufsbezeichnung Architekt/in tragen und bauvorlageberechtigt sein.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Berufshaftpflichtversicherung (Pflicht):
Spezifischer Jahresumsatz (Pflicht):
Wettbewerbsregister / Sanktionslisten: Keine Eintragung; keine unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit – Personal
Mitarbeiterzahl (Pflicht): Durchschnitt der letzten 3 Jahre ≥ 2 festangestellte Architekt/innen oder Ingenieur/innen (inkl. Inhaber).
Projektteam – Qualifikationsnachweise (Pflicht):
Projektteam – Bewertung (max. 50 Punkte):
*Hinweis: Stellv. Projektleitung und Bauüberwachung können personengleich sein, wenn die Qualifikation beides abdeckt.*
Ausstattung: Notwendige Ausstattung, Geräte, technische Ausrüstung (Hardware/Software) müssen zur Verfügung stehen.
Referenzen (max. 100 Punkte)
Mindestens 1 Referenz über vergleichbare Leistungen (Umbau/Sanierung) aus den letzten 7 Geschäftsjahren – alle drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt:
Bewertung der Referenz (max. 100 Pkt., es zählt die am besten bewertete Referenz):
| Kriterium | Anforderung | Punkte |
|-----------|-------------|--------|
| 1.1 | Sanierung/Umbau eines Mauerwerksbaus mit Entstehungszeit vor 1918 | 10 |
| 1.2 | Baukosten KG 300+400 > 2 Mio. € brutto | 10 |
| 1.3 | Erbringung der Leistungsphasen 5–7 | 10 |
| 1.4 | Erbringung der Leistungsphase 8 | 20 |
| 1.5 | Denkmalgeschütztes Bauwerk/Gebäude | 15 |
| 1.6 | Erhaltungsmaßnahmen bei Feuchteschäden und Salzbelastungen | 20 |
| 1.7 | Konservierungs-/Instandsetzung bei einer Gebäude- oder Bauwerksruine | 10 |
| 1.8 | Baumaßnahme für einen öffentlichen Auftraggeber | 5 |
Darstellung: max. 2 Seiten DIN A4 pro Referenz, mit Projektbezeichnung, Ort, Bearbeitungsumfang, Planungs-/Ausführungszeitraum, Datum Übergabe LPH 8, Baukosten KG 300+400, Honorarzone, Kontaktdaten AG, Rolle (Hauptauftragnehmer/ARGE-Partner/Unterauftragnehmer), Wert der erbrachten Leistung.
Bewertungssystematik und Auswahlverfahren
Gesamtpunktzahl: maximal 150 Punkte (100 Referenzen + 50 Projektteam).
Auswahl der Bewerber (Teilnahmewettbewerb):
Verfahrensrahmen: Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb; es werden 3 bis 5 Bewerber zur Angebotsabgabe eingeladen. Bei mehreren gleich geeigneten Bewerbern entscheidet das Los (§ 75 Abs. 6 VgV).
Nachforderung von Unterlagen: gemäß § 56 VgV zulässig (Unterlagen können nachgefordert werden; ausgenommen: Teilnahmeantrag und Bewerberbogen).
Eignungsleihe / Unterauftragnehmer: Einsatz anderer Unternehmen ist möglich; entsprechende Verzeichnisse (V 233 F, IV 125 F) und Verpflichtungserklärungen (V 236EU F, V 125EU F, V 126EU F) sind beizufügen.
Umbau-/Sanierungsprojekt (Mauerwerksbau vor 1918, Baukosten KG 300+400 > 2 Mio. € brutto), mit eigenen Leistungen mind. in HOAI-LPH 2–4 und abgeschlossener LPH 8; wünschenswert: Denkmalschutz, Feuchte-/Salzschäden, Ruine, öffentlicher AG
Eigenverantwortlich erbrachte Leistungen (keine Mitarbeiter-Referenzen anderer Büros); max. 2 Seiten DIN A4 pro Referenz; nur die am besten bewertete Referenz wird berücksichtigt