Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenÖffentliche Ausschreibung von Schienenpersonennahverkehrsleistungen (SPNV) im Mitteldeutschen S-Bahnnetz II.
Was wird beschafft?
Erbringung von Eisenbahnverkehrsdiensten auf den Linien S 2, S 7, S 8, RE 13, RE 14 und RB 51 (Grundangebot, ca. 7,3 Mio. Zugkilometer pro Jahr) im Raum Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg. Drei optionale Leistungserweiterungen (RB 52 Magdeburg–Dessau, S 22 Leipzig Hbf–Delitzsch CTC, RB-51-Taktverdichtung) sowie eine Option zur Vertragsverlängerung 2046 sind ebenfalls Teil des Verfahrens.
Auftraggeber:
Land Sachsen-Anhalt (vertreten durch NASA GmbH), Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und Land Brandenburg.
Vertragslaufzeit:
Fahrplanwechsel Dezember 2031 bis Fahrplanwechsel Dezember 2045 (ca. 14 Jahre).
Wesentliche Anforderungen:
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis des Angebots (Pa)100%
Wertgesicherter Angebotspreis des Grundangebotes und der optionalen Betriebsleistungen, abgezinst auf das Jahr 2032, zzgl. Pauschalausgleichsbeträgen und Vorlaufkosten. Fließt über die Formel in den fiktiven Preis Pf ein.
- Leistungs- und Qualitätsmerkmale (Konzepte)100%
Summe der Bewertungspunkte aus Betriebs-, Fahrzeug-, Personal-, Vertriebs- und Marketingkonzept, die über die Formel mit maximal 25% Gewichtung in den fiktiven Preis einfließen. Insgesamt max. 35 Bewertungspunkte.
Pf = Pa × (1 - (B/Bmax) × 0,25). Der fiktive Preis ergibt sich aus dem Angebotspreis abzüglich eines fiktiven Betrags aus der qualitativen Bewertung, maximal jedoch 25% des Angebotspreises. Zuschlag auf das Angebot mit dem niedrigsten fiktiven Preis.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenVerkehrsleistung und Linien
Erbringung von SPNV-Leistungen auf folgenden Linien (Grundangebot):
Das Grundangebot umfasst ca. 7,3 Mio. Zugkilometer pro Jahr, aufgeteilt auf Sachsen-Anhalt (ca. 5,5 Mio. Zkm / 75,7 %), ZVNL (ca. 1,66 Mio. Zkm / 22,9 %) und Land Brandenburg (ca. 0,11 Mio. Zkm / 1,5 %). Ein Normjahr umfasst 253 Werktage, 52 Samstage und 60 Sonn-/Feiertage. Mindestens 70 % der Verkehrsleistung und Serviceleistungen (inkl. Fahrausweisprüfungen) müssen selbst erbracht werden.
Fahrzeuge
Beschaffung und Vorhaltung der für den Betrieb erforderlichen Fahrzeuge; Fahrzeuge müssen europäischen Normen, UIC-Standards und TSI-Spezifikationen entsprechen. Möglich ist die Inanspruchnahme der Restwertzusage (MDSB-II_3022) und/oder der Nachnutzungszusage Werkstatt (MDSB-II_3023). Es besteht ein Ganzzugausstattungsprinzip für das automatische Fahrgast- und Fahrradzählsystem (AFZS) – alle Fahrzeuge einschließlich Reservefahrzeuge sind voll auszustatten.
Vertrieb
Ein eigener Fahrausweisvertrieb ist aufzubauen, sodass jeder Fahrgast vor Fahrtantritt oder spätestens im Fahrzeug eine Kaufmöglichkeit hat. Vertriebskanäle sind u. a.:
Anzubieten ist das gesamte Nahverkehrssortiment inkl. Verbundtarife MDV, marego, VBB, Sonderangebote, Semestertickets, D-Ticket (Handyticket und/oder Chipkarte) sowie DB-Produkte (IC/ICE, soweit technisch möglich). Vorverkauf mindestens 1 Monat vor Tarifinkrafttreten. Akzeptierte Zahlungsmittel: Bargeld (Münzen ab 5 ct, Banknoten), kontaktlos (Debit-/Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay). Tarifdatenbereitstellung spätestens 4 Wochen vor Inkrafttreten.
Marketing und Kundenkommunikation
Aktive Kundenakquise, Kundenbindung, regionale Verwurzelung und Unterstützung der ÖPNV-Dachmarke „Mein Takt". Es ist ein jährliches Marketingbudget von 275.000 € sowie ein Betriebsaufnahmebudget von 150.000 € einzusetzen; zusätzlich jährliches Landesbudget Sachsen-Anhalt 200.000 € und Innovationsbudget bis 500.000 €/Jahr. Verpflichtende Bausteine sind u. a. Neukundengewinnung, Kundenbindung, Tarif-/Angebotskommunikation, Kooperationen, eigene responsive Internetseite (6 Monate vor Betriebsaufnahme freigeschaltet), jährliche Bereitstellung von mind. 50 professionellen Foto-Neuaufnahmen sowie die Verwendung der Produktbezeichnung „S-Bahn Mitteldeutschland".
Fahrgastinformation und Fahrplanauskunft
Bereitstellung umfassender Fahrgastinformation vor, während und nach der Reise in deutscher und englischer Sprache, barrierefrei, über eigene Kanäle und angeschlossen an die Landesdatendrehscheibe der NASA GmbH (INSA-ZDD), VBB-ZDD, RIS, RI-Zentrum Südost, Europäisches Fahrplanzentrum und DELFI. Anbindung an HAFAS-Rohdatenformat oder ISA (IVU.pool-Standard-ASCII), ITCS mit VDV 453/454 v3.1, Auslastungsinformation nach VDV 457-2/713-0-1, Live-Map, Wagenreihung, Social-Media-Kanal mit RBL-Anbindung. Tarifdatenlieferung spätestens 15 Werktage vor Inkrafttreten.
Automatische Fahrgast- und Fahrradzählung (AFZS)
Flächendeckende Ausstattung aller Fahrzeuge mit AFZS, einschließlich Zentralgerät, Tür-Slaves und Sensorik. Daten werden mindestens täglich verschlüsselt in eine Zentrale übertragen, dort transformiert (haltestellenscharf), saldiert (VDV 457) und hochgerechnet. Nachweis der Zählgenauigkeit durch externe Gutachter mittels Vergleichszählungen; angestrebte Transformationsquote ≥ 90 %. Datenlieferung monatlich bis zum 15. des Folgemonats.
Schienenersatzverkehr (SEV) und Busnotverkehr (BNV)
Bei Unterbrechung oder Einschränkung des Schienenverkehrs übernimmt der Auftragnehmer SEV/BNV inkl. Fahrzeugen (Niederflur, barrierefrei), Haltestellenplanung, Beschilderung, Fahrgastinformation, Kundenbetreuung, Ticketverkauf und -kontrolle. SEV-Konzept und -Dokumentation sind Abstimmung mit den Auftraggebern (30 Tage vor Einrichtung), Fahrplanlieferung ans Europäische Fahrplanzentrum 14 Tage vor SEV-Aufnahme. Bei SEV > 28 Tage sind manuelle Zählungen durchzuführen.
Tarife und Verbundintegration
Anwendung aller Tarife der Verbünde MDV, marego, VBB sowie des Deutschlandtarifs inkl. D-Ticket, Sonderangeboten, Semestertickets und SGB-IX-Beförderung. Aufnahme als Gesellschafter in DTVG, MDV und marego (oder zumindest Kooperationsvereinbarung).marego-Geschäftsanteil ca. 1 % (= 210 €), Service-/Managementkosten ca. 15 T€/Jahr. Mitwirkung an Gremien der Verbünde (insb. VBB).
Qualitäts-, Störungs- und Sicherheitsmanagement
Vorlage eines Störungsmanagementkonzepts mit Pandemieplan (4 Monate vor Betriebsaufnahme), eines Sicherheitskonzepts (grob 6 Monate nach Zuschlag, detailliert 8 Wochen vor Betriebsaufnahme) und eines Sicherheitslageberichts (halbjährlich). Betrieb einer Leitstelle im Bedienungsgebiet, Zusammenarbeit mit INSAplus, Nutzung eines EDV-Programmsystems (IVU.control empfohlen). Monatlicher Qualitätsbericht nach Vorlagen MDSB-II_4071 mit täglichen Störungsmeldungen (bis 14:00 Uhr), Jahresrechnung bis 30. April und Vertragsstrafenregelungen bei Fristversäumnis. Kundenbetreuerquote 100 %, monatliches Sicherheitsstundenkontingent 4.400 Std., eigenes Personalübernahmeverfahren bei Betreiberwechsel gemäß § 131 Abs. 3 GWB.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenAusschlussgründe (zwingend und fakultativ)
Es dürfen weder zwingende Ausschlussgründe gemäß § 123 GWB (z. B. rechtskräftige Verurteilungen wegen Betrug, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Bestechung, Menschenhandel, schwere Verstöße gegen Steuern/Sozialversicherung, LkSG, AEntG/MiLoG/SchwarzArbG) noch fakultative Ausschlussgründe gemäß § 124 GWB vorliegen. Zulässige Ausschlusszeiträume: bis 5 Jahre (§ 123) bzw. bis 3 Jahre (§ 124) ab dem jeweiligen Ereignis. Gegebenenfalls kann Selbstreinigung gemäß § 125 GWB nachgewiesen werden. Zudem darf kein Ausschlussgrund nach Art. 5k VO (EU) 833/2014 (Russland-Sanktionen) vorliegen.
Befähigung und Erlaubnis zur Berufsausübung
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Mindeststandard:
Nachweise:
Wesentliche, vom Bieter erbrachte Leistungen im schienengebundenen Verkehr (letzte 5 Jahre)
Liste mit Leistungsumfang, Leistungszeit und Auftraggeber (öffentlich/privat)