Neubau Grundschule und Sporthalle Markdorf Süd - Gebäudeautomation
Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Stadt Markdorf vergibt die Gebäudeautomation für den Neubau einer zweizügigen Grundschule mit Mensa und Einfeldsporthalle.
Gefordert wird eine herstellerneutrale, frei programmierbare und browserbasierte Gebäudeautomation für vier Bereiche: Heizzentrale, Sporthalle sowie Erd- und Obergeschoss der Schule. Das Angebot umfasst unter anderem Automationsstationen, Schaltschränke, Feldgeräte, Anbindungen an die Haustechnik, Visualisierung, Programmierung, Inbetriebnahme, Prüfung, Dokumentation, Einweisung und Nachhaltigkeitsnachweise.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Zuschlagskriterium Preis100%
Der Angebotspreis ist das einzige Zuschlagskriterium und wird mit 100 % gewichtet.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenSystemaufbau und Informationsschwerpunkte
Das GA-System wird dezentral und nach DIN EN ISO 16484 aufgebaut. Vier Informationsschwerpunkte sind vorgesehen:
Jeder Informationsschwerpunkt erhält einen eigenen Schaltschrank und eine Automations- beziehungsweise Unterstation. Die Stationen werden über Ethernet vernetzt und in eine gemeinsame Management- und Bedienebene integriert.
Heizzentrale
Die Automationsstation ISP1 regelt und überwacht die Wärmeerzeugung mit zwei Luft-/Wasser-Wärmepumpen von jeweils etwa 32 kW. Angebunden werden Pufferspeicher, Heizgruppen für Fußbodenheizung, Lüftung und Trinkwarmwasser, Umwälzpumpen, M-Bus-Zähler, Hebeanlage und RLT-Anlage.
Erforderlich sind unter anderem Schaltschrank, Automationscontroller, Software, Visualisierung, LTE-Fernzugang, M-Bus-Anbindung, Regelventile, Sensorik, Anschlussarbeiten und Inbetriebnahme.
Schule Erdgeschoss
ISP3 umfasst die Raum- und Anlagenautomation für Einzelräume und Funktionszonen. Vorgesehen sind Raumtemperatur- und Feuchtefühler, CO₂-/Raumluftqualitätssensoren, Anbindungen von Volumenstromreglern und motorischen Brandschutzklappen sowie die Ansteuerung von durch das Gewerk Heizung gelieferten 230-V-Stellantrieben.
Die Feldgeräte werden beidseitig angeschlossen; Steuer-, Melde- und Kommunikationsleitungen sind zu verdrahten, zu kennzeichnen, zu prüfen und zu dokumentieren. Für die Spülküche ist ein Bedienpanel mit Integration in den Schaltschrank vorgesehen.
Schule Obergeschoss
ISP4 umfasst die Raum- und Anlagenautomation für Heizkreise, Raumregelung, Lüftungszonen und Raumluftqualität im Obergeschoss. Angebunden werden Raumtemperatur-/Feuchtefühler, CO₂-/Feuchte-/Temperatursensoren, Volumenstromregler, motorische Brandschutzklappen und Stellantriebe.
Die Integration erfolgt in die gemeinsame Management- und Bedienebene mit einheitlichen Datenpunktbezeichnungen, Raum- und Anlagenzuordnungen, Bedienbildern, Alarm- und Meldungsklassen, Sollwertbereichen sowie Betriebsarten und Zeitprogrammen. Energiesparende Betriebsarten, zentrale Bedien- und Übersteuerbarkeit, Frostschutz sowie Grenzwert- und Betriebszustandsüberwachung sind umzusetzen.
Sporthalle
ISP2 steuert und überwacht Heizung, Lüftung und Raumregelung in der Sporthalle. Vorgesehen sind Stellantriebanbindungen, Raumluftqualitätsüberwachung, Volumenstromregler, motorische Brandschutzklappen, Hebeanlage sowie Trinkwassererwärmung.
Unterstützt werden die Betriebsarten Komfort, Standby, Nacht-/Absenkbetrieb, Frostschutz und Handbetrieb. Die Lüftung wird bedarfsabhängig anhand von Raumluftqualität, Raumtemperatur, Betriebsart und Zeitprogramm geführt. Angebunden werden ein 9-kW- und ein 15-kW-Elektro-Einschraubheizkörper sowie eine Trinkwasserstation mit Zirkulationspumpe über Modbus RTU.
Management- und Bedienebene
Die Bedienung erfolgt browserbasiert ohne zusätzliche herstellerspezifische Clientsoftware. Die Lösung zeigt Anlagenzustände, Mess-, Soll- und Istwerte, Betriebsarten sowie Betriebs- und Störmeldungen und enthält Alarmmanagement, Trends, Historisierung sowie Hand- und Automatikfunktionen.
Eine rollenbasierte Benutzer- und Rechteverwaltung protokolliert Bedienhandlungen, Sollwertänderungen und Störmeldungen. Dargestellt werden Heizzentrale, Lüftungsanlagen, Sporthalle, Erdgeschoss und Obergeschoss. Vorgesehen sind ein Hydraulikschema, ein Lüftungsschema und webfähige Grundrissvisualisierungen.
Offene Kommunikation und IT-Sicherheit
Das System ist offen, herstellerneutral und frei programmierbar. Die geforderten Schnittstellen umfassen insbesondere BACnet/IP, BACnet MS/TP beziehungsweise B-BC, Modbus TCP/RTU, M-Bus, potentialfreie Kontakte sowie 0–10-V- und 24-V-AC/DC-Anbindungen.
Die Kommunikation ist verschlüsselt. Die IT-Sicherheit folgt IEC 62443 und BSI-Grundschutz. Erforderlich sind rollenbasierte Benutzerverwaltung, Passwortregeln, Protokollierung, Netzbereichstrennung sowie dauerhaft nutzbare, zeitlich unbefristete Softwarelizenzen ohne Betreiberabhängigkeiten.
Planung, Montage und Prüfung
Die Ausführungsplanung umfasst Datenpunktlisten, Funktionsbeschreibungen, Schaltschrankkonzepte, Kommunikations- und Netzwerkstruktur, Adress-, Teilnehmer- und I/O-Listen sowie ein Visualisierungskonzept.
Eine Kabelzugliste mit Quell- und Zielbezeichnungen, Kabeltypen, Aderzahlen, Reserveadern, Verlegehinweisen sowie Klemmen- und Anschlussbezeichnungen wird erstellt und mit dem Elektrofachbetrieb koordiniert. Vor Fertigung werden Schaltschrank-Werkstattzeichnungen, Aufbau- und Stromlaufpläne zur Freigabe vorgelegt.
Nach Montage sind Stückprüfprotokolle nach DIN EN 61439, Erstprüfprotokolle nach DIN VDE 0100-600 sowie Funktions-, Kommunikations-, Netzwerk-, VPN- und BACnet-Tests durchzuführen. Je Informationsschwerpunkt erfolgen Punkt-zu-Punkt-Tests und Funktionsprüfungen.
Inbetriebnahme, Probebetrieb und Brandfallsteuerung
Die Gesamtanlage wird inbetriebgenommen, eingereguliert und auf ihre Funktion geprüft. Nach erfolgreicher Funktionsprüfung folgt ein Probebetrieb von mindestens zwei Wochen.
Die Brandfallsteuerung wird gemeinsam mit Lüftung, Elektro und Brandmeldetechnik geprüft. Die Leistung umfasst die Mitwirkung an der Wirk-Prinzip-Prüfung, die Prüfung aller über die GA angesteuerten Brandschutzeinrichtungen, ein Funktionsprüfprotokoll mit allen geprüften Absperrvorrichtungen und die Beseitigung festgestellter Mängel.
Übergabe, Dokumentation und Einweisung
Die Übergabe umfasst Prüf- und Inbetriebnahmeprotokolle, Datenpunkt-, Adress- und Netzwerklisten, Software- und Parametriersicherungen, Funktions- und Bedienbeschreibungen sowie Wartungs- und Servicehinweise.
Übergeben werden Anwenderprogramme im editierbaren und kommentierten Quellformat, Projekt- und Konfigurationsdaten, Bedienbilder, BACnet-Objektlisten, Netzwerkkonfiguration, eine Datensicherung mit Wiederherstellungsanleitung und einem Rücksicherungstest, sämtliche Lizenzschlüssel und Lizenznachweise sowie verschlüsselte oder versiegelte Zugangsdaten. Ein Übergabeprotokoll und die Einräumung der Nutzungsrechte sind Bestandteil der Übergabe.
Das Betreiberpersonal wird praxisorientiert in Bedienung, Störungsbehebung, Alarmquittierung, Sollwerte, Betriebsarten, Zeitprogramme, Kalenderfunktionen sowie Management- und Visualisierungsebene eingewiesen.
Revisionsunterlagen und Nachhaltigkeit
Die Revisionsunterlagen sind spätestens zehn Arbeitstage vor der Abnahme dreifach in Papierform und digital vorzulegen. Sie umfassen Anlagen- und Funktionsbeschreibungen, Stromlauf-, Aufbau- und Klemmenpläne, Datenpunkt- und BACnet-Objektlisten, das Netzwerk- und IP-Adresskonzept, Kabellisten, Parametrierlisten, Prüf-, Inbetriebnahme- und Probebetriebsprotokolle, Bedienungsanleitung, Herstellerunterlagen, Wartungsanweisungen, Lizenzübersicht, Datensicherungen und verschlüsselte Zugangsdaten.
Digital zusätzlich in bearbeitbarer Form als DWG/DXF beziehungsweise XLSX.
Die Nachweise NAKR 8 und NAKR 9 werden geführt. Für NAKR 9 ist das Nachweisformular auszufüllen und nach Aufforderung innerhalb von 14 Tagen eine Produkt-Deklarationsliste mit Produktbeschreibungen, technischen Datenblättern, REACH-Sicherheitsdatenblättern, Herstellerbestätigungen und GISCODE-Einstufungen vorzulegen. Alternativ kann ein Listungsnachweis bei baubook, Blauer Engel, EMICODE oder natureplus vorgelegt werden. Abweichungen sind zu dokumentieren und mit dem Auftraggeber abzustimmen.
Betriebsoptimierung und Gewährleistungswartung
Nach der Übergabe sind zwei Vor-Ort-Termine zur Betriebsoptimierung nach der ersten Heizperiode und nach dem ersten Sommerbetrieb durchzuführen. Je Termin ist ein Kurzbericht mit Ergebnissen und Empfehlungen zu erstellen.
Die gesondert beauftragte Gewährleistungswartung umfasst das erste bis vierte Betriebsjahr für ISP1 bis ISP4, Management- und Bedienebene, Feldgeräte und Schnittstellen zu Fremdsystemen. Sie umfasst einen Kundendienst mit werktäglicher Reaktionszeit von sechs Stunden sowie kleine Instandsetzungen bis 30 Minuten je Anlage. Wartungsprotokolle und die Bestätigung auf der Arbeitskarte nach VDMA 24186 sind zu erstellen und die Unterlagen jährlich zu übergeben.
Nicht zum Leistungsumfang gehörende Geräte und Leistungen
Nicht zu liefern beziehungsweise zu montieren sind unter anderem Stellantriebe der Fußbodenheizung, Wärmepumpen, Pumpen, Puffer und hydraulische Komponenten, soweit sie nicht ausdrücklich als zu regelnde Ventile oder Fühler beschrieben sind.
Ebenfalls nicht enthalten sind RLT-Geräte mit geräteintegrierter Regelung, Brandschutzklappen, Volumenstromregler, Kanalrauchmelder, Hebeanlagen und Trinkwasserstationen als Geräte. Die Einspeisung der GA-Schaltschränke sowie Leistungs-, MSR-, Bus- und Netzwerkkabel außerhalb der Schaltschränke sind nicht Gegenstand.
Brandmeldeanlage, IT-Infrastruktur, Internetanschluss und Server des Auftraggebers sind ebenfalls nicht enthalten.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFormale Eignung
Die Angebotsqualifikation richtet sich nach den Vergabeunterlagen KEV 110.2 Abschnitt 3 ff. Je nach Nachweisstand sind die Eigenerklärung zur Eignung oder eine PQ-Nummer beziehungsweise die Einheitliche Europäische Eigenerklärung vorzulegen.
Konkrete Anforderungen an Mindestumsatz, Mindestauftragswert, Referenzprojekte, Bonität oder Personal sind in den lesbaren Unterlagen nicht ausgewiesen. Das Los ist ausdrücklich für kleine und mittlere Unternehmen geeignet.
Technische Systemkompetenz
Erforderlich ist die Fähigkeit zur Ausführung eines offenen, herstellerneutralen und frei programmierbaren GA-Systems. Die angebotenen Systemkomponenten müssen aufeinander abgestimmt sein. Für die Kombination unterschiedlicher Systeme ist die Kompatibilität durch Herstellerangaben, Konformitätserklärungen oder Zertifizierung nachzuweisen.
BACnet-Komponenten sind grundsätzlich mit BTL-Zertifizierung beziehungsweise Listung und PICS anzubieten. Die offenen Kommunikationsprotokolle sind nachzuweisen und zu dokumentieren.
Produkt- und Sicherheitsnachweise
Für die verwendeten Schaltgerätekombinationen sind EU-Konformitätserklärung, CE-Kennzeichnung, Stückprüfprotokoll und Bauartnachweis nach DIN EN 61439 vorzusehen. Die technischen Mindestanforderungen an Automationsstationen, Schaltschränke, Feldgeräte, Visualisierung, Software und IT-Sicherheit sind zu erfüllen.
Auf Anforderung ist die Eignung der eingesetzten Systeme für öffentliche Gebäude und Dauerbetrieb nachzuweisen. Die Sicherheitsmaßnahmen umfassen IEC 62443 und BSI-Grundschutz, verschlüsselte Kommunikation, rollenbasierte Benutzerverwaltung, Passwortregeln, Protokollierung und Netzbereichstrennung.
Personelle und organisatorische Anforderungen
Der Auftragnehmer muss eine deutschsprachige Fachbauleitung nach VOB und LBO bereitstellen. Eine Anwesenheitspflicht während der Arbeitszeit sowie die Benennung eines Ansprechpartners, eines Sicherheitsbeauftragten und eines Ersthelfers werden verlangt.
Bei Einsatz von Nachunternehmern bleibt der Auftragnehmer für die Einhaltung der Anforderungen verantwortlich.
Wettbewerb & Angebotsprognose
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