Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Deutsche Bahn AG (DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH) schreibt im Verhandlungsverfahren mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb nach SektVO die Lieferung von Originalersatzteilen sowie die fachgerechte Aufarbeitung (Refurbishment) von Haupt-, Schnell-, Trenn- und Leistungsschaltern für Schienenfahrzeuge aus.
Die Vergabe erfolgt als Rahmenvertrag mit 448 Einzellosen (Lose 1–426 für Ersatzteile/Neuteile, Lose 427–448 für Aufarbeitung). Vertragsbeginn ist voraussichtlich der 01.01.2027, Ende 31.12.2030 (ca. 48 Monate), mit Option auf bis zu zwei Verlängerungen.
Bieter müssen sich zunächst um die Teilnahme bewerben. Der Teilnahmeantrag ist bis zum 25.08.2026, 11:00 Uhr (MESZ) elektronisch über das DB-Bieterportal einzureichen. Bieterfragen müssen bis spätestens 14.08.2026, 11:00 Uhr (MESZ) über das Portal gestellt werden. Die Angebotsabgabe erfolgt erst nach einer separaten Aufforderung an die im Teilnahmewettbewerb zugelassenen Bieter. Zuschlagskriterium ist der niedrigste Bewertungspreis (Angebotspreis zzgl. Lieferzeitaufschläge).
Die Ausschreibung ist nicht für KMU geeignet.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Bewertungspreis pro Los100%
Zusammensetzung aus Angebotspreis und eventuellem Aufschlag (Malus) für die Lieferzeit. Der Zuschlag je Los erhält der Bieter mit dem niedrigsten Bewertungspreis.
Bewertungspreis = Angebotspreis + Malus für Lieferzeitüberschreitung gemäß Tabelle 1 (Cluster für Lieferzeit). Zuschlag erhält der Bieter mit dem niedrigsten Bewertungspreis pro Los.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGeltungsbereich und Vertragsrahmen
Es handelt sich um einen Lieferrahmenvertrag über die Lieferung sowie fachgerechte Aufarbeitung von Haupt-, Schnell-, Trenn- und Leistungsschaltern einschließlich zugehöriger Ersatzteile. Der Auftraggeber ist nicht verpflichtet, eine bestimmte Menge abzunehmen, und kann auch andere Auftragnehmer mit gleichen Leistungen beauftragen. Vertragsbeginn voraussichtlich 01.01.2027, Vertragsende 31.12.2030 (ca. 48 Monate). Es bestehen bis zu zwei Verlängerungsoptionen.
Produktanforderungen Ersatzteile
Zu liefern sind OEM-Ersatzteile (vom Fahrzeug-/Systemhersteller als Originalteile spezifiziert oder freigegeben) oder Originalersatzteile (vom tatsächlichen Hersteller der Komponente selbst verwendet oder freigegeben). Substitute sind nur zulässig, wenn sie bereits vom Auftraggeber freigegeben, im Betrieb erprobt sind und in den vergangenen drei Jahren mängelfrei geliefert wurden. Die Seriennummern-Kennzeichnung (Serialisierung) erfolgt nach dem GS1-Standard.
Anforderungen an die Aufarbeitung
Die Aufarbeitung (Refurbishment) erfolgt ausschließlich nach den gültigen Instandhaltungsanweisungen, technischen Unterlagen und Vorgaben des Original- bzw. Fahrzeugherstellers. Nachweise und Dokumentationen sind auf Anforderung vorzulegen. Änderungen bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Auftraggebers. Die Aufarbeitung wird in bis zu fünf Stufen je Bauteil angeboten.
Qualitätssicherung und Serialisierung
Die Lieferungen unterliegen der Qualitätssicherung gemäß EVB Qualitätssicherung (Prüfstufe 1/2, Prüfklasse 1-3). Gekennzeichnete Produkte sind nach EVB Serialisierung (GS1-Standard) zu kennzeichnen – auf Produkt, Verpackung und Begleitdokumenten mit GS1 Data Matrix, GS1 QR-Code oder GS1-128. Rückverfolgbarkeitsdaten sind 10 Jahre zu archivieren.
Liefer- und Logistikanforderungen
Lieferort: DB Werke Deutschland. Lieferzeiten werden in Clustern (1–6) je Position angegeben; bei Überschreitung werden Preisaufschläge (Malus) erhoben. Eine Aufarbeitung kann bis zu fünf Stufen umfassen, alle Stufen müssen angeboten werden, wenn mehrere vorgegeben sind. Bestätigungen von Bestellungen sind innerhalb von 5 Kalendertagen vorzunehmen.
Besondere Technische Anforderungen
Für geschweißte Bauteile gelten die DB-Richtlinie 951.0010 (Z01–Z05) und DIN EN 15085-2 (Schweißklassen CL1–CL3). Für geklebte Bauteile gelten die DB-Richtlinie 951.0040 (Z01–Z06) und DIN 6701 / DIN EN 17460 (Klebklassen A1, A2, A3, Z, A+). Zu beachten sind außerdem Brandschutznormen EN 45545 (HL1–HL3) und DIN 5510 sowie EBA-Brandschutzregelungen für bestimmte Positionen; für viele Positionen ist ein EMV-Nachweis (EMP) erforderlich.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenZwingende Eignungsanforderungen (K.O.-Kriterien)
Folgende Nachweise sind zwingend einzureichen – Fehlen oder unzureichende Erfüllung führt zum Ausschluss:
Alternativ kann eine gültige Präqualifikation in PQ-Klasse 11406020c die o.g. Eignungskriterien und Nachweise vollständig ersetzen.
Ausschlussgründe
Es gelten die Ausschlussgründe gemäß §§ 123, 124 GWB sowie § 42 Abs. 1 UVgO bzw. § 16 VOB/A (nationale Ausschlussgründe). Der Auftraggeber prüft im Rahmen des ihm zustehenden Ausschlussermessens. Eine Nachforderung von Erklärungen, Unterlagen und Nachweisen nach Ablauf der Einreichungsfrist ist nicht ausgeschlossen (§ 51 Abs. 2 SektVO, § 16a Abs. 1 VOB/A-EU).
Bietergemeinschaften
Bietergemeinschaften dürfen nach Ablauf der Teilnahmefrist nicht mehr verändert werden. Es ist ein bevollmächtigter Vertreter zu benennen, der alle Mitglieder rechtsverbindlich vertritt. Die Mitglieder haften gesamtschuldnerisch für die Vertragserfüllung. Die Bietergemeinschaft darf nicht gegen § 1 GWB verstoßen (Verbot wettbewerbsbeschränkender Vereinbarungen), andernfalls Ausschluss gemäß § 124 Abs. 1 Nr. 4 GWB möglich. Registrierung als 'BIEGE' im Vergabeportal erforderlich.
Eignungsleihe und Nachunternehmer
Eignungsleihe ist nach § 47 SektVO zulässig; entsprechende Nachweise für die Nachunternehmer sind vorzulegen (Anhang B2). Nachunternehmer können nach Ablauf der Teilnahmefrist nicht mehr ausgetauscht werden, wenn sie für die Eignungsleihe herangezogen werden. Eignung und Zuverlässigkeit von Nachunternehmern können geprüft werden.
Technische Qualifikationsanforderungen (sofern einschlägig)
Soweit geschweißte Bauteile betroffen sind, gelten Anforderungen nach DIN EN 15085 und DB-Richtlinie 951.0010 Z01–Z05. Für CL1/CL2-Bauteile ist eine gültige Zertifizierung im Online-Register EN 15085 (www.en15085.joincert.eu) mit ausreichendem Geltungsbereich erforderlich; für CL3-Bauteile genügt eine Herstellererklärung gemäß Ril 951.0010Z02.
Soweit geklebte Bauteile betroffen sind, sind die Anforderungen der DB-Richtlinie 951.0040 Z01–Z06 und der Normenreihe DIN 6701 / DIN EN 17460 zu erfüllen. Für Klebklassen A1/A2 ist eine Bescheinigung im Online-Register DIN 6701 erforderlich; für A3 genügt eine Herstellerselbsterklärung, für A+ eine Bestätigung der Einhaltung der Bestellvorgabe.
Bestätigungen hierzu sind über die Anhänge F (Klebteile) und G (Schweißteile) einzureichen.
Zusätzliche Anforderungen an den Auftragnehmer (vertraglich)
Folgende Anforderungen gelten nach Auftragsvergabe und sind vertraglich verpflichtend:
Mindestens 3 Referenzen über Projektverträge oder Rahmenverträge in den Bereichen Bahnindustrie, Automotive, Marine oder Luftfahrt, EU und/oder Schweiz, aus den letzten 3 Kalenderjahren (2023, 2024, 2025)
Referenznachweise gemäß Anhang B6 mit Angaben zu Auftraggeber, Leistungsbeschreibung, Ausführungszeitraum, Produkt-/Leistungsbereich, Stückzahl und Umsatz in € pro Jahr; öffentliche oder private Auftraggeber zulässig