Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDer Freistaat Sachsen (Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie – LfULG) vergibt im offenen Verfahren eine Studie zur naturnahen Bewirtschaftung der zwei Oberflächenwasserkörper Legnitzka (9,32 km, ökologischer Zustand „unbefriedigend") und Braunsteichgraben (8,07 km, ökologischer Zustand „schlecht"). Beide Gewässer sind durch aktiven und früheren Braunkohletagebau (Sümpfungswässer, Eiseneinträge), kommunale Einleitungen und Regenwasserableiter belastet.
Ziel ist die Erstellung eines Vorhabens- und Sanierungsplans (VoSa) mit kosteneffizienten Maßnahmen, die innerhalb der Bewirtschaftungsplanfrist den „guten ökologischen Zustand" und „guten chemischen Zustand" gemäß EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) erreichen. Die Bearbeitung erfolgt in 11 fachlichen Schritten von Grundlagenermittlung und Gebietsbeschreibung über Defizit-, Kausalitäts- und Verursacheranalyse bis hin zu Maßnahmenableitung, Bewertung, Priorisierung und einem konkreten Maßnahmenkonzept (inkl. Karten, GIS-Projekt und Excel-Maßnahmentabelle). Leistungszeitraum: 17.12.2026 – 31.01.2029. Angebote sind bis **24.09.2026
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis40%
Angebotspreis/Wertungssumme: 40 Punkte für niedrigste Wertungssumme, 0 Punkte beim 2-fachen oder höher; lineare Interpolation dazwischen.
- Qualität60%
Methodischer Ansatz zur Bearbeitung des Projektes unter Berücksichtigung regionaler Charakteristika, mit dem Ziel kosteneffiziente Maßnahmen zur Erreichung des guten ökologischen und chemischen Zustands abzuleiten.
WP = WPmax - (WPmax / PN) * (PB - PN); wobei PN = niedrigste Wertungssumme, PB = Preis des Bieters, WPmax = 40. 0 Punkte bei doppelter oder höherer Wertungssumme. Lineare Interpolation mit bis zu zwei Stellen nach dem Komma, mathematische Rundung.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenAusgangslage und Untersuchungsgebiet
Bearbeitungsgebiet: zwei Oberflächenwasserkörper (OWK) in Sachsen
Belastungen u. a.: aktiver und ehemaliger Braunkohletagebau (Sümpfungswässer, Eiseneinträge), kommunale Einleitungen, Regenwasserableiter, morphologische und hydrologische Veränderungen. Die Zielerreichung bis 2027 wird als unwahrscheinlich eingeschätzt; ggf. sind Ausnahmevorschläge (Fristverlängerung, weniger strenge Ziele) zu erarbeiten.
11 Bearbeitungsschritte – Pflichtinhalt der Studie
BS 1 Grundlagenermittlung: Datenrecherche 2015–2026, Datenaufbereitung, eigene Gewässerbegehungen, Konzeption und Durchführung von 3 Stichtagsmessungen (Niedrig-/Mittel-/Hochwasser) an 14 Messstellen, Analytik von 42 Proben (Wasser + Sediment), Auswertung, Anlaufberatung.
BS 2 Gebietsbeschreibung: OWK, Aue, Einzugsgebiet, Fließgewässertyp, Hydrologie, gewässertypisches Leitbild, übergeordnete Planungen.
BS 3 Defizitanalyse: Hydromorphologie, prioritäre Stoffe, flussgebietsspezifische Schadstoffe, ACP, Stofffrachtenbilanzierung, biologische Qualitätskomponenten.
BS 4 Kausalitätsanalyse: Zusammenhang hydromorphologischer und stofflicher Defizite mit biologischen Qualitätskomponenten.
BS 5 Verursacheranalyse: Punktquellen, diffuse Quellen, Wasserentnahmen, Abflussregulierungen mit Verursacher, Quellpfad und Quelldauer.
BS 6 Handlungsanalyse: Maßnahmentypen gemäß LAWA-BLANO-Katalog.
BS 7 Restriktionsanalyse: Zielkonflikte, Raumwiderstände, Lösungsmöglichkeiten.
BS 8 Maßnahmenableitung: wirksame, nachhaltige Maßnahmen ableiten und räumlich verorten, Maßnahmenkomplexe bilden.
BS 9 Maßnahmenbewertung und Priorisierung: Bewertungskriterien Wirksamkeit, Synergien, Umsetzbarkeit, Genehmigungsaufwand, Kosten.
BS 10 Maßnahmenkonzept: Maßnahmentabelle (Excel-Vorlage AG), Maßnahmenblätter mit Karten, Fotos und Skizzen.
BS 11 Bewertung der Zielerreichung: Prognose zum guten ökologischen und chemischen Zustand, ggf. Ausnahmen.
Eigenständige Messungen und Probenahme
Stichtagsmessungen: 3 Kampagnen (Niedrigwasser, Mittelwasser, erhöhte Wasserführung) an 14 über beide OWK verteilten Messstellen.
Wasserproben (Auswahl): pH, Leitfähigkeit, Wassertemperatur, TOC, DOC, BSB5, O2, NO3-N, NO2-N, NH4-N, NH3-N, PO4-P, P gesamt, Sulfat, CaCO3, Eisen ges., Nickel gelöst.
Sedimentproben: Arsen, Nickel (Fraktion < 63 µm).
Berichte und Lieferergebnisse
Erläuterungsbericht gemäß Mustergliederung (Anlage 2, 12 Kapitel plus Anlagen), Kurzfassung (~20 Seiten), thematische Karten (Gesamt- oder Teilkarten), Maßnahmentabelle (Excel-Vorlage AG), GIS-Projekt (ArcGIS Pro oder QGIS), Präsentationen (PowerPoint + PDF). Alle Berichte analog und digital (MS Office 2016 + PDF).
Fristen und Berichtstermine
Geplanter Ausführungsbeginn 01.12.2026, Gesamtleistung fällig bis 31.01.2029. Während der Bearbeitung:
Optionale und besondere Anforderungen
Auftraggeber kann zusätzliche Halb- oder Ganztagestermine (Ortstermine, Beratungen, Informationsveranstaltungen) sowie Mehrfertigungen des Abschlussberichts beauftragen. Für den OWK Schwarze Elster-44 sind zusätzlich Maßnahmen aus Brandenburg (Kap. 10.3) zu berücksichtigen. Schnittstellen zu Oberlieger-/Unterlieger-OWK und zum Grundwasser (stoffliche Verfrachtung, Fischdurchgängigkeit) sind zu beachten. Fachliche Begründung der Maßnahmen unter Beachtung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes und Übermaßverbots.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenVerfahrensrahmen
Offenes EU-Verfahren nach VgV; Auftraggeber ist der Freistaat Sachsen, vertreten durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Angebote sind ausschließlich elektronisch über www.eVergabe.sachsen.de einzureichen. Post, Fax und E-Mail sind nicht zulässig und führen zum Ausschluss. Sprache: Deutsch. Währung: Euro. Nebenangebote sind nicht zugelassen. Das Verfahren ist als geeignet für KMU gekennzeichnet.
Persönliche und rechtliche Eignung
Folgende Erklärungen sind mit dem Angebot abzugeben (Formular 01-1_Eigenerklärung):
Sanktionsbedingte Eignung (Russland-Sanktionen)
Formular 01-3 (Informationsblatt Sanktionen Russland – Eigenerklärung) ist von allen Bietern und Mitgliedern einer Bietergemeinschaft zu unterzeichnen. Es darf kein Russlandbezug im Sinne von Art. 5k Abs. 1a–c EU-VO 833/2014 i.V.m. VO 2022/576 bestehen (Staatsangehörigkeit, Niederlassung, mehr als 50 % Beteiligung, Handeln im Auftrag). Gleiches gilt für Unterauftragnehmer, Lieferanten und Kapazitätsgeber, sofern ihr Anteil am Auftragswert 10 % übersteigt. Die Verpflichtung gilt auch während der gesamten Vertragslaufzeit.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Neben den Pflichtformularen ist eine detaillierte Preiskalkulation vorzulegen (Datei 03-2_Anlage1_TP6_Kalkulationstabelle) mit Aufschlüsselung nach Personenstunden und Stundensätzen, gegliedert nach Projektleiter, Projektingenieur/wiss. Mitarbeiter und technischem Mitarbeiter. Angebot als Festpreis für die gesamte Vertragslaufzeit (netto ohne USt.). Bei Bietergemeinschaften wird die wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit im Rahmen einer Gesamtschau beurteilt.
Fachliche und technische Leistungsfähigkeit
Referenzen: Mindestens 5 geeignete Referenzen aus den letzten 10 Jahren mit Hauptbezug zu einem der folgenden Themen: Fließgewässerrenaturierung, Fließgewässerbiologie/-chemie bzgl. EG-WRRL, braunkohlebergbaubeeinflusste Gewässer, Maßnahmenplanung bzgl. EG-WRRL. Summe der geplanten Fließgewässerlänge ≥ 5 km. Je Referenz: Ausführungszeitraum, räumlicher Bezug mit Fließgewässername, Erläuterung der Themenschwerpunkte.
Maßnahmenumsetzung: Erfahrung in der Maßnahmenumsetzung bzgl. EG-WRRL ist erwünscht.
Personalqualifikation: Namentliche Benennung von Projektleiter, Stellvertreter und Projektmitarbeitern; Nachweis durch Hochschulabschluss in Chemie mit Vertiefung Umweltanalytik, Geoökologie, Biologie mit Schwerpunkt Limnologie/Ökologie oder vergleichbaren Abschlüssen. Gute Kenntnisse in Wasserchemie und ökologischen Wirkzusammenhängen in Gewässern sind erforderlich.
Eignungsleihe: Zulässig, wenn eine Verpflichtungserklärung des Unterauftragnehmers beigefügt wird.
Zuschlagskriterien und Wertung
Der Zuschlag wird nach folgenden Kriterien erteilt (Gesamtgewichte: 40 % Preis, 60 % Qualität):
Zulässigkeit von Bietergemeinschaften und Unteraufträgen
Bietergemeinschaften sind zugelassen (Formular 01-5). Alle Mitglieder haften als Gesamtschuldner; ein bevollmächtigter Vertreter vertritt die Gemeinschaft rechtsverbindlich. Nachunternehmer sind zulässig; Art und Umfang der weiterzuvergebenden Leistungen sind im Angebot zu benennen. Bei Eignungsleihe ist eine Verpflichtungserklärung des Unterauftragnehmers beizufügen.
Mindestens 5 geeignete Referenzen mit Hauptbezug zu Fließgewässerrenaturierung, Fließgewässerbiologie/-chemie bzgl. EG-WRRL, braunkohlebergbaubeeinflussten Gewässern oder Maßnahmenplanung bzgl. EG-WRRL
Je Referenz: Ausführungszeitraum, räumlicher Bezug mit Fließgewässername, Erläuterung der Themenschwerpunkte; Eignungsleihe über Unterauftragnehmer mit Verpflichtungserklärung möglich