Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenÖffentliche Ausschreibung (Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb) des BG Universitätsklinikum Bergmannsheil gGmbH in Bochum für den konstruktiven Rückbau und die Schadstoffsanierung des Hauses 1.
Das mehrgeschossige Klinikgebäude (Stahlbeton, 10 Ebenen) wurde nach einem Brand 2016 weitgehend stillgelegt. Die Leistung umfasst die fachgerechte Schadstoffsanierung (u.a. Asbest, KMF, PCB), die vollständige Entkernung sowie den abschnittsweisen Teilrückbau ab dem 2. OG bis zum Dachgeschoss. Die unteren Geschosse (UG, EG, 1. OG) bleiben mit geschlossener Hülle für eine spätere Umnutzung erhalten.
Die Maßnahme erfolgt im laufenden Klinikbetrieb mit enger Anbindung an benachbarte, weiterhin genutzte Gebäude – das stellt besondere Anforderungen an Logistik, Emissionsschutz, Brandschutz und Terminkoordination.
Bieter müssen im Teilnahmewettbewerb u.a. Fachkundenachweise für Asbest und Schadstoffsanierung (TRGS 519, 521, 524/DGUV-R-101-004), Referenzen über vergleichbare Krankenhaus-Rückbauprojekte sowie diverse Konzepte (Schadstoffsanierung, Rückbau, Emission, Logistik, Termin, Gesamtkonzept) vorlegen. Die Angebotswertung erfolgt 50% Preis / 50% Qualität.
Az.: 43-26 (200)
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis50%
Angebotspreis, 50% Gewichtung an der Gesamtbewertung
- Qualitative Konzepte50%
Qualitative Konzepte, Gesamtgewichtung 50%, bewertet mit Punktesystem 0-5
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenAusgangssituation und Gebäude
Haus 1 des BG Universitätsklinikum Bergmannsheil (Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum) ist ein mehrgeschossiges Stahlbetonbauwerk mit 10 Ebenen (UG bis DG). Es wurde nach einem Brandereignis 2016 größtenteils außer Betrieb genommen und ist integraler Bestandteil der Krankenhausinfrastruktur mit enger technischer Verflechtung zu Nachbargebäuden.
Schadstoffsanierung
Fachgerechte Erfassung, Abgrenzung und Ausbau sämtlicher schadstoffhaltiger Baustoffe – insbesondere Asbest, KMF (künstliche Mineralfasern) und PCB. Dazu gehören die Einrichtung von Schwarz- und Weißbereichen, Arbeitsverfahren gemäß Gefahrstoffverordnung und den einschlägigen TRGS, Schutzmaßnahmen für Beschäftigte und Klinikumfeld, geordnete Entsorgung sowie Freigabemessungen nach Abschluss der Sanierung.
Entkernung
Vollständiger Rückbau aller nicht tragenden Einbauten, einschließlich Decken- und Bodenaufbauten, Innenausbauten sowie der Fassade, in Vorbereitung auf den konstruktiven Rückbau der oberen Geschosse.
Konstruktiver Rückbau (Teilrückbau)
Selektiver, abschnittsweiser Rückbau der Geschosse ab dem 2. OG bis einschließlich Dachgeschoss. Die unteren Geschosse (UG, EG, 1. OG) bleiben als tragende Bausubstanz erhalten. Verfahren: u.a. sägegestützte Techniken, Schneiden und Abheben der konstruktiven Bauteile. Berücksichtigung der Rückbaustatik und Schutz angrenzender Gebäude.
Bestandserhaltung der unteren Geschosse
Sicherung der geschlossenen Gebäudehülle der verbleibenden Geschosse (Fenster verbleiben), Herstellung einer provisorischen Entwässerung, provisorische Abdichtung der neuen Dachfläche (Decke über 1. OG) sowie Dämmung zu angrenzenden Gebäuden.
TGA-Rückbau (Technische Gebäudeausrüstung)
Sukzessiver Rückbau der Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroanlagen (HLS und ELT) in enger Abstimmung mit dem laufenden Klinikbetrieb. Versorgungsrelevante Anlagen – insbesondere im Untergeschoss und vertikale Trassen – bleiben temporär in Funktion. Eingriffe in technische Systeme erfolgen ausschließlich koordiniert mit dem Klinikum.
Brandschutz- und Sicherungsmaßnahmen
Vorbeugender und organisatorischer Brandschutz während der Bauphase: Sicherstellung der Rettungswege, brandschutztechnische Abschottungen, Anpassung bestehender Einrichtungen an veränderte Gebäudestruktur. Verkehrssicherung der Baustellenzufahrten, Verkehrsflächen, Baumbestand, Fußgänger- und Rettungswege – mit laufender Anpassung an den Baufortschritt.
Logistik und Baustelleneinrichtung
Aufgrund begrenzter Platzverhältnisse ist eine Just-in-time-Logistik erforderlich. Leistungsbestandteile: Baustelleneinrichtungsplan, Verkehrsführung und -sicherung, Baustellenzufahrten, Beschilderung, Absperrmaßnahmen, Kranstandorte, Container, Materialflächen. Baustrom (Trafo im Innenhof vor Haus 12) und Bauwassser werden bauseits gestellt; die Verteilung im Baufeld obliegt dem Auftragnehmer.
Konzepte und Dokumentation (vom Auftragnehmer zu liefern)
Übergeordnetes Gesamtkonzept sowie die Fachkonzepte zu Schadstoffsanierung, konstruktivem Rückbau, Emissionsschutz, Logistik und Terminen (jeweils max. 5 Seiten DIN A4, Logistik zzgl. A3-Pläne). Die Konzepte müssen ein in sich schlüssiges, widerspruchsfreies Gesamtkonzept ergeben. Zu berücksichtigen sind: Bestandspläne, Schadstoffgutachten, Rückbaustatik, brandschutztechnische Vorgaben, Demontageunterlagen TGA, Schutz- und Übersichtspläne ELT, Bestandsdokumentation Grundleitungen, Hydrantenpläne, Kanal- und Trafostationspläne, Baustellenordnung des Auftraggebers.
Berücksichtigung Klinikbetrieb
Aufrechterhaltung aller wesentlichen Betriebsfunktionen, Rettungswege, Feuerwehrzufahrten und Versorgungsleitungen über die gesamte Bauzeit. Alle Eingriffe in technische Systeme erfolgen ausschließlich koordiniert mit dem laufenden Klinikbetrieb.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenPersönliche und wirtschaftliche Zuverlässigkeit
Registereintragungen und Bescheinigungen
Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit (KO-Kriterien)
Angabe des Umsatzes mit vergleichbaren Bauleistungen der letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahre (2023, 2024, 2025). Bewertung je Geschäftsjahr:
Fachkunde – Schadstoffsanierung (KO-Kriterien)
Alle vier Nachweise sind Pflicht und KO-Kriterium:
Personelle Leistungsfähigkeit
Tariftreue und Mindestentgelt
Verpflichtung, bei Auftragsausführung die Vorgaben des AEntG-Tarifvertrags oder alternativ den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen; Nachunternehmer und Verleihunternehmen sind entsprechend zu verpflichten. Prüffähige Unterlagen über eingesetzte Beschäftigte und Nachunternehmer sind jederzeit vollständig bereitzuhalten.
Eignungsleihe und Nachunternehmer
Eignungsleihe ist möglich: Verzeichnis Leistungen anderer Unternehmen + Verpflichtungserklärung (Formblatt 236, 1.11) + Eigenerklärung zur Eignung + Tariftreueerklärung des Eignungsleihgebers; das leihende Unternehmen haftet ggf. gemeinsam mit dem Bieter. Nachunternehmer sind zu benennen, müssen fachkundig, leistungsfähig und zuverlässig sein; Verzeichnis ist mit dem Teilnahmeantrag einzureichen.
3 Referenzprojekte über vergleichbare Rückbau- und Schadstoffsanierungsmaßnahmen, idealerweise an Krankenhäusern oder vergleichbaren Gebäuden
Pro Referenz sind anzugeben: Ansprechpartner beim Auftraggeber, Art der Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, maßgeblicher Leistungsumfang mit Mengen, eingesetzte Mitarbeiterzahl, technische/gerätespezifische Anforderungen, Art der Baumaßnahme, vertragliche Bindung (Hauptauftragnehmer/ARGE/NU), koordinierte Gewerke sowie Bestätigung des Auftraggebers über vertragsgemäße Ausführung. Bewertung: Gebäudeart (Krankenhaus 6 Pkt.), Kubatur (≥50.000 m³ 6 Pkt.), Auftragsvolumen (≥2 Mio € 6 Pkt.), beengtes Baufeld im laufenden Betrieb (6 Pkt.), selektiver Teilrückbau (6 Pkt.), ≥ 3 Schadstoffe inkl. Asbest (6 Pkt.), Wiederherstellungsmaßnahmen erhöhten Schwierigkeitsgrads (6 Pkt.), selektiver Rückbau mit erhöhten Anforderungen (6 Pkt.), öffentlicher Auftraggeber (6 Pkt.), eigene Konzeptionierung mit erhöhtem Emissionsschutz (6 Pkt.). 0 Punkte in einem Unterkriterium = KO.