Ausschreibungen Abbruch & Rückbau

Kiesbergtunnel - Ausführung Abbruch/Entsorgung/Baulogistik

Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, Regionalniederlassung Rhein-Berg, Außenstelle Köln | Kapellmann und Partner Rechtsanwälte mbB | Vergabekammer WestfalenKöln, Nordrhein-WestfalenFrist:

Zusammenfassung

Im Zuge des Ersatzneubaus des Kiesbergtunnels (Landesstraße L70 in Wuppertal) wird das Vergabepaket VP3 – Ausführung Abbruch/Entsorgung/Baulogistik im Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb vergeben.

Der 1970 eröffnete, zweigeschossige Straßentunnel wird unter Vollsperrung grundhaft saniert. VP3 umfasst:

  • den Rückbau/Abbruch des alten Tunnelbauwerks und des Überführungsbauwerks L70 über die Viehhofstraße,
  • das Entsorgungsmanagement der anfallenden Materialien (Stoffstrommanagement, Schadstoffentsorgung, Kreislaufwirtschaft),
  • die Baulogistik auf der engen Baustelle (Baufeldfreimachung, Spezialtiefbau/HDD-Bohrungen, Baustelleneinrichtung, Materialfluss).

Die Leistung wird als Teil der Integrierten Projektabwicklung (IPA) in einem Allianzvertrag mit mehreren Parteien erbracht. Das Projekt soll bis spätestens März 2031 (BUGA 2031) fertig sein. Die weiteren Lose VP1, VP2, VP4 und VP5 werden separat vergeben.

Abgabefrist Teilnahmeantrag: 03.07.2026, 23:59 Uhr.

Hinweis: Diese Ausschreibung ist laut Vergabestelle nicht für kleine/mittlere Unternehmen (KMU) geeignet.

Original-Bekanntmachung ansehen

Zeitplan & Fristen

Aus den Vergabeunterlagen extrahiert

Aktive Ausschreibung
Termin / Frist
202620272028202920302031
JUNDEZJUNDEZJUNDEZJUNDEZJUNDEZ
Veröffentlichung
Bieterfragen-Frist
Teilnahmefrist
Aufforderung Erstangebote
Angebotsfrist
Angebotsfrist
Bieterverhandlungen
Aufforderung finale Angebote
Vertragsabschluss
Vertragsbeginn
Vertragslaufzeit
Bestellung Bauteile Entflechtung
Baufeldfreimachung
Ausführungsbeginn
Vertragsende
Gewährleistung
bis 2036
Gewährleistung Abdichtung
bis 2041
Heute
vor Angebotsabgabenach Angebotsabgabegeschätzt

Zuschlagskriterien

Gewichtung laut Vergabeunterlagen

Preis & Qualität8 Kriterien
Preis 30%Qualität 66.5%
  • Preis30%

    Summe der Zuschläge für Gewinn und max. AGK, Bewertung nach Punktezahl = (Angebot des Bestbieters)/(Angebot des jeweiligen Bieters) x 5

  • Allianzfähigkeit Kernprojektteam35%

    Bewertung der Allianzfähigkeit im Assessment Center (AC) für vier Teammitglieder (SMT, PMT, PIT Planung, PIT Zielkosten) anhand von vier Kompetenzen (IPA-Motivation, Kooperation im Team, Moderationskompetenz, Lern- und Entwicklungsfähigkeit)

  • Persönliche Referenzen Kernprojektteam35%

    Bewertung der persönlichen Referenzen für drei Teammitglieder (PMT, PIT Planung, PIT Zielkosten) anhand von spezifischen Referenzkriterien mit festen Punktzahlen (1, 2 oder 3 Punkte)

Gewichtungen der Unterkriterien innerhalb der Oberkriterien 2 und 3 sind nicht explizit prozentual oder in Punkten für die Gesamtwertung angegeben; nur Gesamtgewichtung der Oberkriterien bekannt.

Leistungsumfang

Aus den Vergabeunterlagen

Projektrahmen – IPA-Allianzmodell

Das Gesamtprojekt wird als Integrierte Projektabwicklung (IPA) durchgeführt. Das bedeutet: Auftraggeber und Schlüsselpartner schließen einen Mehrparteien-Allianzvertrag mit Selbstkostenerstattung, Zielkostenmodell, anreizbasiertem Risikomanagement und gemeinsamer Projektsteuerung. Für VP3 bedeutet das: Enge Zusammenarbeit mit den anderen Vergabepaketen (VP1 Objekt-/Fachplanung Konstruktion, VP2 Fachplanung Betriebstechnik, VP4 Ausführung konstruktive Gewerke, VP5 Ausführung Betriebstechnik).

Bauzeit und Endtermin

Vorgesehener Projektverlauf: Beginn IPA-Phase 1 Anfang 2027, Baufeldfreimachung ab März 2028, Baubeginn Hauptmaßnahme spätestens September 2028, Bauzeit Hauptmaßnahme ca. 2 Jahre, anschließend ca. 1 weiteres Jahr für Betriebstechnik. Wiederinbetriebnahme des Tunnels spätestens März 2031 (Termin zur BUGA 2031). Vertragslaufzeit ca. 48 Monate ab Vertragsbeginn.

Bauwerkszustand und Sanierungsanlass

Der Tunnel wurde 1970 als Europas erster Doppelstocktunnel in Betrieb genommen. Beide Richtungsfahrbahnen verlaufen übereinander (zweigeschossig). Es bestehen:

  • veraltete Betriebs- und Sicherheitstechnik,
  • altersbedingte Betonschäden und Feuchtigkeitsprobleme,
  • dringender Sanierungsbedarf unter Vollsperrung.

Ziel ist eine grundhafte Sanierung mit vollständiger Außenabdichtung, Querschnittsanpassung und Erneuerung der gesamten betriebstechnischen Ausstattung. Ebenfalls Teil des Gesamtprojekts: Ersatzneubau des Überführungsbauwerks L70 über die Viehhofstraße.

Kritische Eigenleistungen – nicht übertragbar

Folgende Leistungsbereiche müssen vom Bieter (bzw. bei Bietergemeinschaft von einem Mitglied) selbst erbracht werden und dürfen weder an Nachunternehmer vergeben noch über Eignungsleihe abgedeckt werden:

  • Ausführung der Kernleistungen Betonabbruch / Rückbau,
  • Entsorgungsmanagement.

Andere Leistungsbereiche (z.B. Spezialtiefbau, Baufeldfreimachung im Detail) können grundsätzlich mit Nachunternehmern erbracht werden, sofern die Eignung dokumentiert ist.

Methodische Anforderungen

  • Mitarbeit im IPA-/Allianzvertragsmodell (mind. 3 Parteien, gemeinsame Steuerung).
  • Anwendung von BIM gemäß ISO 19650 (z.B. Fachmodellkoordination, CDE, modellbasierte Mengenermittlung).
  • Stoffstrommanagement und Kreislaufwirtschaft bei der Entsorgung.

Eignungskriterien

Geforderte Nachweise laut Vergabeunterlagen

Hinweis zur Struktur

Es gibt nur ein Los (VP3). Sämtliche Eignungsanforderungen sind deshalb hier unter "allgemein" zusammengefasst. Die genauen Schwellenwerte und Bewertungspunkte finden sich in Anlage 2 (Blatt 1a_MA Eignung und 1b_Bewerberauswahl) sowie in Anlage 10 (Zuschlagskriterien / persönliche Referenzen).

Ausschlussgründe – zwingend (§§ 123, 124 GWB)

Mit Anlage 3 ist eine Eigenerklärung abzugeben, dass keine Ausschlussgründe vorliegen, insbesondere:

  • Keine rechtskräftigen Verurteilungen wegen schwerer Straftaten (Bildung krimineller/terroristischer Vereinigungen, Terrorismusfinanzierung, Geldwäsche, Subventionsbetrug, Bestechung, Menschenhandel/Zwangsarbeit).
  • Keine wesentlichen Verstöße gegen umwelt-, sozial- oder arbeitsrechtliche Verpflichtungen.
  • Keine Insolvenz, Liquidation oder Zahlungsunfähigkeit.
  • Keine schweren Verfehlungen, die die Integrität des Unternehmens infrage stellen.
  • Keine wettbewerbsverzerrenden Absprachen oder Interessenkonflikte.
  • Erfüllung der Zahlungspflichten (Steuern, Abgaben, Sozialversicherung).

Sanktions- und Lieferketten-Compliance

  • Russland-Sanktionen (Anlage 6): Eigenerklärung gemäß Art. 5k VO (EU) 833/2014; keine Beteiligung russischer Unternehmen > 10 % des Auftragswerts; gilt auch für Nachunternehmer und Eignungsverleiher.
  • LkSG (Anlage 7): Eigenerklärung zur Einhaltung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes.

Fehlende Erklärungen führen zum Angebotsausschluss.

Bewerberlimitierung im Verfahren

  • Reicht ein Unternehmen, eine Bewerbergemeinschaft oder ein verbundenes Unternehmen einen Teilnahmeantrag für ein VP ein, sind Teilnahmeanträge für die anderen vier VPs unzulässig.
  • Als verbunden gelten: Mehrheitsbeteiligungen, Mutter-/Tochtergesellschaften, Konzernunternehmen, wechselseitig beteiligte Unternehmen (>25 %), Vertragsteile von Unternehmensverträgen.
Referenzprojekte
3 (Mindestanforderung) ReferenzenZeitraum: Eigene Ausführungsleistung muss abgenommen sein nach dem 01.01.2016; max. 10 Jahre vor TeilnahmefristVolumen: Referenz 1: Gesamtprojektvolumen ≥ 50 Mio. € netto; Referenz 2: Eigenleistungsanteil ≥ 5 Mio. € netto; Referenz 3: Eigenleistungsanteil ≥ 1 Mio. € netto

Mindestens 3 Referenzprojekte: (1) Baulogistik-Koordination bei Verkehrsinfrastrukturprojekt unter beengten Verhältnissen, (2) Abbruch/Rückbau eines Infrastrukturbauwerks mit temporären Sicherungsmaßnahmen, (3) HDD-Medienbohrung ≥ 300 m in stark geklüftetem Fels

Verkehrsinfrastrukturprojekt mit beengten räumlichen Verhältnissen; Projektbeschreibung je max. 2 DIN A4 (Anlagen 1a_2.1, 1a_2.2, 1a_2.3). Eine Referenz kann mehrere Mindestanforderungen gleichzeitig erfüllen.

Mehrere, je nach Funktion im Team ReferenzenZeitraum: Je nach Kriterium max. 5 oder max. 8 Jahre zurückliegendVolumen: Projektvolumina je nach Kriterium zwischen 5 Mio. € und 50 Mio. € netto

Persönliche Referenzen der Schlüsselpersonen im Kernprojektteam (Anlage 10): z.B. Erfahrung mit partnerschaftlichen Vertragsmodellen (IPA/Allianz, ÖPP/PPP, Design Build), Projektleitung Abbruch/Rückbau, Koordination Baulogistik, BIM-Nutzung nach ISO 19650, Spezialtiefbau, Teamleitung

Jeweils Projektbeschreibung max. 1 DIN A4 pro Kriterium; Funktion und Mindestmitwirkungszeitraum sind nachzuweisen

Wettbewerb & Angebotsprognose

Erwartete Konkurrenz auf Basis vergleichbarer Vergaben

1–3Angebote erwartet
Geringe Konkurrenz

Median rund 2 Angebote.

Wahrscheinliche Bieterzahl
1–3 · 39%4–10 · 38%11+ · 23%

Unternehmen, die ähnliche Ausschreibungen gewonnen haben

Aus vergleichbaren bereits vergebenen Vergaben (KI-Ähnlichkeit)

Checkliste zur Angebotsabgabe

Konkrete Schritte laut Vergabeunterlagen

Teilnahmeantrag – Pflichtformblätter4
  • Formblatt Teilnahmeantrag (Anlage 1) ausfüllen und einreichenPflicht
    Inkl. integrierter Checkliste
  • Eigenerklärung gemäß §§ 123, 124 GWB (Anlage 3) – AusschlussgründePflicht
    Von jedem Bewerber / Bietergemeinschaftsmitglied zu unterzeichnen
  • Eigenerklärung Russland-Sanktionen (Anlage 6)Pflicht
    Verpflichtende Pflichtanlage
  • Eigenerklärung Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz – LkSG (Anlage 7)Pflicht
    Verpflichtende Pflichtanlage
Eignung & Referenzen (Tabelle Anlage 2)8
  • Blatt 1a_MA Eignung: Tabelle mit allen Eignungsnachweisen ausfüllenPflicht
    Wirtschaftliche und technische Mindestanforderungen siehe Anlage 2
  • Blatt 1b_Bewerberauswahl: optionale Kompetenz-Referenzen vorbereitenoptional
    Nur relevant, falls mehr als 5 geeignete Bewerber – entscheidet über Auswahl
  • Referenz 2.1 – Baulogistik-Koordination: Projektbeschreibung max. 2 DIN A4 (Anlage 1a_2.1)Pflicht
    Verkehrsinfrastrukturprojekt mit beengten Verhältnissen, Gesamtvolumen ≥ 50 Mio. € netto
  • Referenz 2.2 – Abbruch/Rückbau: Projektbeschreibung max. 2 DIN A4 (Anlage 1a_2.2)Pflicht
    Infrastrukturbauwerk, Eigenleistung ≥ 5 Mio. € netto
  • Referenz 2.3 – Spezialtiefbau (HDD-Medienbohrung ≥ 300 m): Projektbeschreibung max. 2 DIN A4 (Anlage 1a_2.3)Pflicht
    Eigenleistung ≥ 1 Mio. € netto, Abnahme nach 01.01.2016
  • Nachweis Umsatz Durchschnitt letzte 3 Jahre ≥ 20 Mio. € nettoPflicht
    Wirtschaftliche Mindestanforderung
  • Nachweis Betriebshaftpflichtversicherung (Personen-/Sachschäden ≥ 3 Mio. €, 2-fach maximiert; Sonstige Schäden ≥ 3 Mio. €, 2-fach maximiert)Pflicht
    Nicht älter als 6 Monate; bei niedrigerer Deckung: Anpassungserklärung des Versicherers
  • Persönliche Referenzen Kernprojektteam (Anlage 10): je max. 1 DIN A4 pro KriteriumPflicht
    Teammitglieder PMT, PIT Planung, PIT-Zielkosten; mehrere Kriterien pro Person
Bietergemeinschaft & Nachunternehmer3
  • Erklärung Bietergemeinschaft (Anlage 4) – von ALLEN Mitgliedern unterzeichnetPflicht
    Nur falls Bewerbergemeinschaft
  • Formblatt Eignungsleihe (Anlage 5) – für jeden Nachunternehmer, dessen Eignung geliehen wirdoptional
    Pflicht, sofern Eignungsleihe in Anspruch genommen wird
  • Formblatt Eigenerklärung Eignungsverleiher (Anlage 5a) – inkl. Anlagen 3, 6 und 7optional
    Vom jeweiligen Nachunternehmer auszufüllen und zu unterschreiben
Sonstiges2
  • Rückfragen zu Vergabeunterlagen bis 25.06.2026, 23:59 Uhr einreichenoptional
    Nachfrist; danach sind Fragen u.U. nicht mehr zugelassen
  • Angaben auf DeutschPflicht
    Angebotssprache ist Deutsch

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