Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenÖffentliche Ausschreibung des Abwasserverbandes Obere Aar (AVOA) für Betonsanierungsarbeiten an einem Regenüberlaufbecken (RÜB) in Taunusstein, Siedlung Platte.
Es handelt sich um Bauleistungen nach VOB/A, die nicht in Lose aufgeteilt sind.
Was ist zu tun?
Das erdüberdeckte Stahlbetonbecken (ca. 10 x 16,40 m, ca. 180 m², Tiefe ca. 4,54 m) muss umfassend saniert werden: HDW-Strahlen der Innenflächen (Wände, Decke, Unterzüge, Tauchwand), Reprofilierung mit sulfatbeständigem Mörtel, Feinspachtel, Rissinjektionen, Einzelschadstellensanierung inkl. Bewehrungs-Strahlen und Korrosionsschutz sowie Oberflächenschutz (OS-5b).
Wann?
Angebote müssen bis 28.07.2026 um 12:00 Uhr vorliegen. Bauzeit: 05.10.2026 bis 01.03.2027 (ca. 5 Monate).
Wer kann bieten?
Nur Fachbetriebe mit entsprechender Qualifikation (u. a. SIVV-Schein, Düsenführerschein DBV, Mitgliedschaft in einer Gütegemeinschaft, 3 vergleichbare Referenzen aus den letzten 3 Jahren).
Wie abgeben?
Elektronisch über die Vergabeplattform subreport.de (Vergabe E86251138). Nebenangebote sind zugelassen, mehrere Hauptangebote nicht.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten. Werkstätten für Behinderte erhalten einen Bonus von 15 Prozent auf die Wertungssumme; bei gleicher Wirtschaftlichkeit erhält das Angebot der Werkstatt für Behinderte den Zuschlag.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenObjekt und Ausgangslage
Gegenstand ist ein bestehendes, erdüberdecktes Regenüberlaufbecken (RÜB) aus Stahlbeton mit einer Grundfläche von ca. 10,00 x 16,40 m (inkl. Nebenschächte ca. 180 m²) und einer Tiefe von ca. 4,54 m, gelegen in der Siedlung Platte in Taunusstein, Straße 'Am Platter Hof'. Das Becken dient der gedrosselten Weiterleitung von Mischwasser zur Kläranlage des AVOA und der Abgabe von Überschusswasser an den Vorfluter 'Silberbach'.
Die Sanierung erfolgt im laufenden Kläranlagenbetrieb. Aufenthalt im Becken ist ausschließlich während der Betriebszeiten gestattet: Mo–Do 07:00–16:30 Uhr, Fr 07:00–15:00 Uhr. Aufgrund der Abwasser-Exposition (XA-3, sulfatbelastete Wässer) sind sämtliche Instandsetzungsmaterialien entsprechend zu wählen.
Baustelleneinrichtung und Schutzmaßnahmen
Aufbau einer vollständigen Baustelleneinrichtung mit allgemeinen BE-Containern, Mobilbauzaun (Grundeinsatzzeit 8 Wochen), Standgerüst (320 m², LK4, Grundeinsatzzeit 4 Wochen), Wetterdach über Beckenöffnungen (ca. 2 x 6 m, Grundstandzeit 4 Wochen, Verlängerung bis 20 Wochen als Bedarfsposition), Rollgerüst (Vorhaltezeit 16 Wochen), mobilem Hebezeug (Tragfähigkeit ≥ 500 kg, Hubhöhe 6–7 m) sowie Be- und Entlüftung des Beckens.
Schutzmaßnahmen umfassen Pegelstandüberwachung des Trockenwetterabflusses, Absturzsicherungen (Höhe ≥ 1,10 m), Schutz der Anlagenteile vor Strahlarbeiten, temporäre Rohrverschlüsse (DN 1400–1600 und DN 250), EX-Schutz im geschlossenen Bauwerk (vor Aufnahme der Arbeiten zu klären) sowie auftriebssichere Gerüste mit vollständiger Räumungsmöglichkeit innerhalb von 2 Tagen bei Starkregenankündigung.
Betonsanierung Innenbereich (Wände, Decke, Unterzüge)
Wände und Decke: Hochdruckwasserstrahlen (HDW, ≥ 2.500 bar, Abtrag ca. 25 mm), Reprofilierung mit sulfatbeständigem Spritzmörtel (SRM/SPCC, Schichtdicke 25 mm, 2-lagig, Expositionsklasse XA-3) und Feinspachtel (RM, 3 mm, geglättet).
Unterzüge: Zusätzliche Linienabstützung (Stützenabstand ≤ 1,0 m, Last ≥ 30 kN), HDW-Strahlen, Herstellen von Horizontalbohrungen (Ø 12 mm, Tiefe ca. 50 cm, Achsabstand 15 cm), Einbau von Bügelbewehrung B500B Ø 10 mm (ca. 400 Stück), Verpressen der Bohrlöcher mit Verbundmörtel, Kantenschalung, Reprofilierung, Erhöhung der Betondeckung um 20 mm, Feststoffstrahlen der Untergrundvorbereitung, Einbau von Tropfkantenprofilen (23 x 23 mm, EP/UP) und Feinspachtel.
Tauchwand – Rück- und Wiedereinbau
Die 4 Tauchwandkonstruktionen (Führungsschienen als U-Profile im 45°-Winkel) sind komplett zurückzubauen, zu dokumentieren (Einmessung der Geometrie, Revisionspläne M 1:20/1:50), zu reinigen, trocken und standsicher zwischenzulagern und nach der Sanierung wieder spannungsfrei einzubauen. Befestigung mit Edelstahl-Verbundankern (A4). Anschließend HDW-Strahlen der Tauchwandflächen (ca. 60 m²), Reprofilierung, Feinspachtel.
Einzelschadstellen, Risse und Korrosionsschutz
Abklopfen der Betonflächen, Betonabtrag in verschiedenen Flächengrößen (0,01 m² bis über 1,00 m²), Bewehrung strahlen nach SA 2,5 (Längen bis 0,5 m, 0,5–1,0 m und über 1,0 m; Durchmesser ≤ 18 mm), mineralischer Korrosionsschutz (3-lagig auf vorbereiteten Bewehrungsstahl, z. B. StoCrete TK oder gleichwertig) und Reprofilierung mit PCC-Betonersatz (RM, Schichtdicke 30 mm, z. B. StoCrete TG 252 oder gleichwertig).
Rissinjektionen: dehnfähig mit PU-Harz (z. B. StoJet PIH NV), kraftschlüssig mit Epoxidharz (z. B. StoJet IHS) und EP-Risstränkung am Boden. Verfüllung der Packerlöcher mit StoCrete SM oder gleichwertig.
Oberflächenschutz und Beschichtung
Vollflächige 2-lagige Beschichtung nach OS-5b (Oberflächenschutzsystem), Ausbildung von Tropfkanten, Behandlung von Arbeitsfugen sowie ggf. Aufschüttungsarbeiten im Außenbereich. Die Beschichtung muss den Anforderungen XWW 1–3 + XWW4 nach DIN 19573 sowie XRD nach EN 13578 genügen.
Materialanforderungen
Alle einzusetzenden Instandsetzungsprodukte müssen nach DIN EN 1504 (Klasse R4), DAfStb-Rili-SIB und DIBt TR Instandhaltung zugelassen sein. Gefordert werden u. a.:
Qualitätssicherung und Dokumentation
Eigen- und Fremdüberwachung gemäß RL-SIB und TR-IH. Aufstellen und Fortschreiben eines Bauzeitenplans; Maßnahmenplan spätestens 2 Wochen vor Baubeginn übergeben. Prüfungen: Rautiefen, Abreißfestigkeit, Prismenprüfungen (Spritzpfannen, SRM, RM) und Bohrkernprüfungen. Prüfungen sind mindestens 2 Werktage im Vorfeld bei der örtlichen Bauüberwachung anzumelden. Wöchentliche Baustellentermine mit der qualifizierten Führungskraft. Fremdüberwachungs-Endbericht spätestens 1 Woche nach Abschluss, zwingend vor Abnahme. Bautagesberichte wöchentlich in Kopie an die Bauleitung. Beweissicherung vor Baubeginn.
Nebenarbeiten und Rückbau
Demontage und Wiedermontage von Gitterrosten und Steigleitern, Überbrückung der Trockenwetterrinne mit Siebdruckplatten (25 mm, R10), Grundreinigung der Betonflächen (HDW ≥ 200 bar), Bauendreinigung sowie Entsorgung von Bauschutt und Bauabfällen (gehen mit Entnahme in das Eigentum des Auftragnehmers über). Einhaltung der Entwässerungssatzung zur Einleitung von Bauwasser.
Taglohnarbeiten
Stundenlohnarbeiten als Bedarfsposition: 10 Stunden Vorarbeiter, 10 Stunden Facharbeiter, 10 Stunden Bauhelfer. Taglohnrapporte sind wöchentlich per E-Mail an den Bauüberwacher zu übermitteln.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenFachliche Eignung und Präqualifikation
Zugelassen sind nur Fachbetriebe mit der für Betonsanierungsarbeiten erforderlichen Qualifikation. Die Eignung kann nachgewiesen werden durch:
Bei Einsatz von Nachunternehmern mit einem Auftragswert ab 10.000 € ist eine gleichlautende Eigenerklärung zur Eignung des Nachunternehmers vor Zustimmung zur Weiterbeauftragung vorzulegen. Werkstätten für Behinderte erhalten einen 15-%-Bonus auf die Wertungssumme und Vorrang bei wirtschaftlicher Gleichwertigkeit (Nachweis der Eigenschaft mit dem Angebot).
Persönliche Lage und rechtliche Voraussetzungen
Fachliche Qualifikation des eingesetzten Personals
Referenzen
Nachweis von 3 Referenzen vergleichbarer Leistungen aus den letzten 3 Kalenderjahren (Hinweis: in der Eigenerklärung nach VVB 124 kann ein längerer Zeitraum vorgesehen sein; maßgeblich ist die Anforderung '3 Jahre'). Jede Referenz muss einen Ansprechpartner des Auftraggebers enthalten und sollte erfolgreiche Sanierungen ähnlicher Objekte (Betoninstandsetzung an Abwasserbauwerken, Regenüberlaufbecken o. ä.) belegen.
Material- und Produktnachweise
Betoninstandsetzung an vergleichbaren Abwasserbauwerken / Regenüberlaufbecken
Referenzbescheinigung mit Ansprechpartner des Auftraggebers; erfolgreiche Sanierungen ähnlicher Objekte