Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDer Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio sucht einen Dienstleister, der eine neue Workload-Automation-Software (WLA) bereitstellt, installiert und die bestehende IBM-Workload-Scheduler-Umgebung (IWS) darauf migriert. Die Lösung läuft auf Linux on-premise, verteilt auf drei Rechenzentren in Köln und Ismaning, mit Parallelbetrieb von IWS und WLA. Hinzu kommen Schulungen, Dokumentation und Support über 4 Jahre. Angebote werden elektronisch über das Deutsche Vergabeportal (dtvp) eingereicht; Abgabefrist ist der 03.07.2026 um 12:00 Uhr.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis60%
Bewertung des Gesamt-Bruttopreises. Maximal 600 Punkte. Formel: (1 - (Angebotspreis - niedrigster Preis) / niedrigster Preis) * 600 Punkte.
- Qualität40%
Gesamtbewertung der Qualität anhand Konzeptbeschreibung und Automatisierungsgrad. Maximal 400 Punkte. Vergleichende Bewertung der Bieterkonzepte.
Preis: (1 - (Angebotspreis - niedrigster Preis) / niedrigster Preis) * 600 Punkte (max. 600 Punkte). Qualität: vergleichende Bewertung der Konzepte (max. 400 Punkte). Gesamtwertung = Summe der Punkte aus Preis und Qualität.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenSoftwareplattform und technische Basis
Bereitstellung als zentraler Scheduler on-premise – eine Managed-Cloud-Variante ist ausgeschlossen.
Betriebssysteme: Multimodulares Linux (SLES mind. Version 15 SP7 oder RedHat); weitere Betriebssysteme (z.B. Windows Server 2022, IBM z/OS) für Client-/Server-Komponenten.
Jobvolumen:
Unterstützte Schnittstellen und Anbindungen: REST, Kubernetes (Steuerung über CLI/kubectl, STDOUT/STDERR muss auslesbar sein), DB2, MSSQL, ISPF-Dialoge, REXX.
Sicherheit: BSI-konforme Verschlüsselung (TLS 1.3), Single-Sign-On via Windows Active Directory (LDAPS), revisionssichere Protokollierung, Benutzeroberfläche deutsch (MS Edge).
Filesystem-Ereignisse: Reaktion auf 'Datei wurde angelegt/verändert' und 'Datei ist gewachsen/nicht gewachsen'.
Installation, Standorte und Hochverfügbarkeit
Drei Rechenzentren sind zu bedienen:
Quasi-synchrone Datenreplikation vom produktiven RZ zum Backup- und Failsafe-RZ. Im Desaster-Fall übernimmt das Failsafe-RZ die Aufgaben des produktiven RZ; die Produktionslizenz wird dabei nicht doppelt verbraucht.
Installation auf allen Systemumgebungen (Produktion, Entwicklung, Abnahme, Test/QA). Die Lösung muss redundant und failover-fähig betrieben werden können.
Schnittstelle IWS ↔ WLA (Leistungsteil C)
Während der gesamten Vertragslaufzeit (4 Jahre) ist eine wechselseitig steuernde Schnittstelle zwischen dem bestehenden IBM Workload Scheduler (IWS) und der neuen WLA-Lösung zu implementieren und vorzuhalten. Die WLA steuert IWS (Jobs starten, Abhängigkeiten übergeben, Status empfangen) und IWS steuert WLA (Folgeprozesse starten bzw. Fertigstellung abwarten). Events werden in Echtzeit ausgetauscht. Die Schnittstelle bleibt bis zum Ende der Vertragslaufzeit vollständig funktionsfähig.
Migration IWS → WLA (Leistungsteil D)
Die Migration erfolgt paketweise mit Parallelbetrieb zum IWS (kein Big-Bang). Insgesamt ca. 6.000 IWS-Jobs in 8 Migrationspaketen, alle Standort Köln (+ Ismaning nach Replikation):
| Nr. | Migrationspaket | ca. Jobs |
|----|-----------------|----------|
| 1 | Zahlungsüberwachung (ZUE) | 320 |
| 2 | Rechnungsstellung (RS) | 1.000 |
| 3 | Datawarehouse (DWH) & ETL | 400 |
| 4 | Jobnetze auf Anforderung | 1.400 |
| 5 | Zyklische Jobnetze auf Anforderung | 520 |
| 6 | Wöchentliche/monatliche Jobnetze | 690 |
| 7 | Tägliche Jobnetze | 750 |
| 8 | TestDataMaker | 500 |
Abnahme je Migrationspaket, danach eine Gesamtabnahme. Erwartet wird fachliche und betriebliche Gleichwertigkeit; eine technische 1:1-Abbildung ist nicht erforderlich. Migration der bestehenden Stonebranch Universal Agents hin zu Agenten der neuen WLA-Lösung. Migrationsverantwortung liegt beim Auftragnehmer; Anpassungen am IWS-Umfeld und JCLs übernimmt der Beitragsservice.
Schulung und Dokumentation (Leistungsteil E)
Rollenspezifische Schulung vor Ort in Köln für max. 5 Mitarbeitende des Beitragsservice, mind. 5 Arbeitstage. Inhalte: Installation, Konfiguration, Administration, Bedienung. Wissenstransfer praxisnah bei der Bearbeitung der Migrationspakete.
Schulungsunterlagen zwingend in deutscher Sprache.
Zu übergebende Dokumentation (in deutscher Sprache): Installationshandbücher, Administrationshandbücher, Benutzerhandbücher, Release Notes.
Weitere Herstellerdokumentation und Benutzeroberfläche können in Englisch sein.
Support und Service Level (Leistungsteil F)
Störungsmeldung über Ticketsystem, E-Mail und Telefon.
Servicezeiten: Mo–Fr (ohne bundeseinheitliche Feiertage), 06:30–17:00 Uhr.
Reaktionszeiten nach Priorität:
Wartungsarbeiten und Updates werden außerhalb des Produktionsbetriebs durchgeführt (Mo–Fr 19:15–06:00 Uhr, Wochenende/Feiertage); Software-Updates und Fehlerbehebungen sind unaufgefordert und zeitnah inkl. technischer Dokumentation bereitzustellen.
Projektmanagement und Beistellungen
Projektleitung inkl. Stellvertreter mit mehrjähriger Migrationserfahrung; Projektmitglieder müssen in der WLA-Softwarelösung geschult sein.
Vom Auftraggeber (Beitragsservice) beigestellt: Server (Hardware) sowie Konfigurationsdaten und Vorgaben für die Serverbereitstellung.
Vom Auftragnehmer beizustellen: Architektur, Software und erforderliche technische Komponenten (gemäß Migrationskonzept in Anlage A11 – wird Vertragsbestandteil).
Standortwechsel des Beitragsservice (voraussichtlich bis 2028): Lizenz ist so zu gestalten, dass ein Standortwechsel ohne Nachlizenzierung möglich ist (unbefristete Nutzung). Lizenzmodell: 4 Jahre Mietmodell, ≥ 200.000 Jobs/Monat, unbegrenzte Anwendungsbenutzer.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenBefähigung und Erlaubnis zur Berufsausübung
Eigenerklärung gemäß Anlage A6 (Allgemeine Eignungsanforderungen), u.a. Eintragung im Handels-/Berufsregister und das Nichtvorliegen von Ausschlussgründen nach §§ 123, 124 GWB (bzw. Nachweis einer Selbstreinigung gemäß § 125 GWB).
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Eigenerklärung gemäß Anlage A7. Erforderlich ist eine Berufs-/Betriebshaftpflichtversicherung über die gesamte Vertragslaufzeit mit folgenden Mindestdeckungssummen:
Wirtschaftliche/finanzielle Kapazitäten können über Drittunternehmen (Eignungsleihe) eingebracht werden.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Eigenerklärung gemäß Anlage A8 (Besondere Eignungsanforderungen) sowie Vorlage einer Referenzliste (Anlage A9) mit mindestens zwei Referenzaufträgen aus den letzten drei Jahren. Beide Referenzen müssen ihre Mindestanforderungen jeweils vollständig erfüllen – eine Kombination über mehrere Referenzen ist nicht zulässig. Pro Referenz sind Ansprechpartner mit Kontaktdaten zwingend (inkl. Einwilligung der Referenzkunden zur Datenweitergabe). Unvollständige Referenzlisten führen zum Ausschluss vom Verfahren. Technische/berufliche Kapazitäten können über Drittunternehmen (Eignungsleihe) eingebracht werden.
Nachforderung und formale Anforderungen
Der Auftraggeber behält sich vor, fehlende Unterlagen gemäß § 56 VgV nachzufordern. Verstöße gegen Vergabevorschriften sind spätestens bis zum Ablauf der Angebotsfrist zu rügen; ein Nachprüfungsantrag ist unzulässig, wenn Verstöße vor Angebotsabgabe nicht erkannt und gerügt wurden.
Referenzauftrag 1: Bereitstellung und Implementierung einer WLA-Softwarelösung mit Migration von z/OS-IWS zur WLA-Lösung
Kundenname, Ansprechpartner + Kontaktdaten (mit Einwilligung des Ansprechpartners), Vertragslaufzeit, Vertragsgegenstand; Angabe, ob Bieter Direktvertragspartner oder Unterauftragnehmer war; Bestätigung Migrationsdauer ≤ 9 Monate
Referenzauftrag 2: Bereitstellung und Implementierung einer WLA-Softwarelösung in produktivem Umfeld
Kundenname, Ansprechpartner + Kontaktdaten (mit Einwilligung), Vertragslaufzeit, Vertragsgegenstand; Angabe zur Rolle als Direktvertragspartner oder Unterauftragnehmer