Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Stadtwerke Bamberg Wärme und Energieerzeugungs GmbH suchen einen Generalplaner für den Bau der neuen Energiezentrale „Heizwerk Südflur". Diese soll drei bestehende Fernwärmegebiete im Süden Bambergs zu einem klimafreundlichen, dekarbonisierten Wärmenetz zusammenführen – mit Großwärmepumpen (Flusswasser Regnitz), Biomassekessel, Spitzenlastkessel und Power-to-Heat-Anlage. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW).
Gesucht werden Architektur- und Ingenieurbüros, die alle Planungsleistungen aus einer Hand erbringen: Objektplanung für Gebäude, Innenräume, Ingenieurbauwerke und Freianlagen sowie Fachplanung für Technische Ausrüstung (TGA) und Tragwerksplanung – in den Leistungsphasen 2 bis 8 nach HOAI. Die Beauftragung erfolgt stufenweise.
Das Vergabeverfahren ist ein zweistufiges Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb. In Stufe 1 wird die Eignung geprüft (Referenzen, Umsatz, Personal, Berufsbefähigung); 3–5 Bewerber werden zur Angebotsabgabe in Stufe 2 zugelassen. Dort zählen Konzept, Verfügbarkeit, Projektteam, Berufserfahrung und das Honorar.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Angaben zur Arbeitsweise50%
Erläuterung der Herangehensweise an das Projekt, ggf. anhand geeigneter Referenzprojekte, inkl. Konzept für Ablauf der Planungsleistungen bis Entwurfsplanung, Konzept zur Ausführungsplanung/Vergaben/Baudurchführung, Methoden zur Kostenermittlung und -verfolgung sowie Zusammenarbeit und Kommunikation mit Projektbeteiligten.
- Verfügbarkeit5%
Darstellung der grundsätzlichen Verfügbarkeit, der Reaktionszeiten sowie der vorgesehenen Bauleitertätigkeit, insbesondere in Bezug auf die Verfügbarkeit.
- Organisation des vorgesehenen Projektteams10%
Darstellung anhand eines Organigramms, wie die vorgegebenen Termine (insbesondere Abschluss Lph. 3 bis 14.07.2026) eingehalten werden sollen, inkl. Vertretungsregelungen und Kapazitäten/Auslastungen der Projektverantwortlichen unter Berücksichtigung laufender Projekte.
- Berufserfahrung des zum Einsatz kommenden Personals10%
Persönliche Darstellung der einschlägigen Berufserfahrung anhand von Referenzprojekten des vorgesehenen Projektleiters und des Bauleiters.
- Honorar25%
Das Honorar (Angebotspreis) wird rechnerisch bewertet. Niedrigstes Honorarangebot erhält 5 Punkte, gestaffelte lineare Interpolation bis 50% über dem niedrigsten Angebot (0 Punkte).
Preis-/Honorarbewertung: Niedrigstes Honorarangebot erhält 5 Punkte. Angebote mit 10%, 20%, 30%, 40%, 50% über dem niedrigsten Honorar erhalten 4, 3, 2, 1, 0 Punkte. Zwischenwerte werden linear interpoliert (auf 2 Kommastellen). Formel: 5,00 - ((tatsächliches Angebot - Angebot mit voller Punktzahl) / honorarwertmäßiger Abstand von einem Punkt) = erreichte Punktzahl. Qualitätskriterien werden mit 0-5 Punkten bewertet, mit der Wichtungszahl (WZ) multipliziert. Maximal 500 Punkte erreichbar (Preis 25 WZ + Qualität 75 WZ).
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenAufgabenstellung und Projektziel
Geplant ist die Errichtung der Energiezentrale „Südflur" im Süden Bambergs. Drei bestehende Fernwärmegebiete (ca. 4,1 MW installierte thermische Leistung, ca. 6.700 MWh/a Bedarf) sollen zu einem klimafreundlichen Wärmenetz mit perspektivisch >20.000 MWh/a im Endausbau zusammengeführt werden.
Das Energiekonzept ist hybrid und modular aufgebaut:
Die Maßnahme wird im Rahmen der BEW (Bundesförderung für effiziente Wärmenetze) gefördert. Das Baurecht wird über ein vorhabensbezogenes Bebauungsplanverfahren geschaffen.
Leistungsbilder und Leistungsphasen
Beauftragt werden Planungsleistungen der Leistungsphasen 2 bis 8 nach HOAI, einschließlich besonderer Leistungen, in folgenden Leistungsbildern:
Ein Planungsbüro übernimmt die Rolle des Generalplaners und koordiniert alle Fachdisziplinen. Die Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) muss bis zum 14.07.2026 abgeschlossen sein.
Stufenweise Beauftragung in drei Abschnitten
Die Beauftragung erfolgt stufenweise, gegliedert in drei Abschnitte:
1. Energiezentrale – Hauptanlage mit Wärmepumpen, Biomassekessel, Spitzenlastkessel, Pufferspeicher, Regelungstechnik, Elektro- und Leittechnik, Gebäude für Anlagentechnik
2. Abwasserwärmenutzung – optional; Potenzial wird derzeit geprüft
3. Flusswasserentnahme – Nutzung der Regnitz als Wärmequelle für Großwärmepumpen
Die Leistungsphasen 2–4 werden umfassend für alle Ausbaustufen beauftragt. Ab Leistungsphase 5 erfolgt die Umsetzung abschnittsweise gemäß den Ausbaustufen. Die Vergütung ab Lph. 5 erfolgt auf Basis des Kostenanschlags bzw. der Kostenfeststellung. Die Beauftragung der Stufen 4–7 (entspricht Lph. 5–8) steht unter der aufschiebenden Bedingung der Fördermittelgewährung; ein Anspruch auf Abruf weiterer Stufen besteht nicht.
Abstimmungen und Schnittstellen
Über alle Leistungsphasen hinweg ist eine enge Abstimmung erforderlich mit:
Es gelten doppelte Kostenaufstellungen: Gesamtkosten und separat die förderfähigen Kosten nach BEW.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenWirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Mindestkriterium (Pflicht): Durchschnittlicher Gesamtumsatz (netto) der letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahre mindestens 500.000 € pro Jahr. Bei Unternehmen mit weniger als 3 Jahren Bestehen wird der bisherige Umsatz durch 3 geteilt.
Gestaffelte Punktebewertung:
Gilt für Einzelbewerber und ARGE-Mitglieder. Bei wirtschaftlicher Eignungsleihe ist eine gemeinsame Haftungserklärung erforderlich.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit – Personal
Mindestkriterium (Pflicht): Mindestens 1 bauvorlageberechtigte/r Ingenieur/in (Berechtigung nach Art. 61 Abs. 2 BayBO) sowie 4 weitere Ingenieurinnen/Ingenieure mit akademischer Ausbildung.
Gestaffelte Punktebewertung (Ø der letzten 3 Jahre):
Die Personalstärke wird für die ARGE einschließlich Unterauftragnehmer gewertet.
Referenzportfolio
Insgesamt sind 7 Referenzkriterien definiert (Kriterien 1–7). Pro Kriterium sind 10, 30 oder 50 Punkte erreichbar (Kriterium 4: 1, 30 oder 50 Punkte). Eine Referenz kann mehrere Kriterien gleichzeitig erfüllen. Die Höchstpunktzahl von 150 Punkten ist mit 3 bis 21 Referenzen erreichbar.
Kriterien im Überblick:
Alle Referenzen müssen im Zeitraum 01.01.2016 bis 21.07.2026 (Ablauf Bewerbungsfrist) abgeschlossen sein. Referenzen, die die Grenzen nicht erreichen, werden geringer gewichtet. Bei Eignungsleihe sind Referenzen Dritter als solche erkennbar in der Excel-Tabelle zu kennzeichnen. Persönliche Referenzen von Mitarbeitern werden nur berücksichtigt, wenn ein Arbeitgeberwechsel stattgefunden hat.
Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherung
Mindestkriterium (Pflicht):
Bei ARGE: Mitversicherung oder ARGE-Police erforderlich.
Ausschlussgründe und Sanktionen
Keine Ausschlussgründe nach §§ 123, 124 GWB sowie keine Verurteilungen nach § 21 AEntG, § 98c AufenthG, § 19 MiLoG, § 21 SchwarzArbG. Pflicht für jedes beteiligte Unternehmen (Einzelbieter, ARGE-Mitglieder, Unterauftragnehmer).
EU-Sanktionen gegen Russland: Kein Bezug zu Russland im Sinne der VO (EU) 2022/576; keine Eignungsleihe, Nachunternehmer oder Lieferanten mit russischem Bezug >10 % des Auftragswerts.
Auswahlverfahren und Bieterzahl
In Stufe 1 sind maximal 450 Punkte erreichbar (50 Umsatz + 50 Personal + 150 Referenzen + weitere Kriterien aus der Matrix). Die Bewerber mit der höchsten Bewertung werden zur Angebotsabgabe in Stufe 2 aufgefordert. Bei Punktgleichheit entscheidet das Los.
Vorgesehene Bieterzahl: 3–5 Bewerber werden zugelassen.
Zugelassene Bewerberformen: Einzelbewerbungen und ARGE. Bei ARGE: gesamtschuldnerische Haftung und ein bevollmächtigter Vertreter sind zu benennen. Mehrfachbewerbungen führen zum Ausschluss aller Beteiligten.
Mindestens 1 Referenzprojekt mit Wärmeerzeugungsanlage mit Biomasse UND einer weiteren regenerativen Wärmeerzeugungsart; Leistungsphasen 2–8 abgeschlossen
Nachweis über Anlage 3 (Excel-Datei); Abschluss der LP 2–8 im Referenzzeitraum
Großwärmepumpe > 1 MW in Kombination mit mindestens einem weiteren Wärmeerzeuger (KWK oder Biomasse)
Leistungsphasen 3, 4, 5 abgeschlossen und LP 8 begonnen
Flusswärmepumpe
Leistungsphase 4 begonnen
Wärmeerzeugung aus Biomasse > 1 MW
Inbetriebnahme abgeschlossen
Planung Modul 1 BEW (Bundesförderung für effiziente Wärmenetze)
Planung Modul 1 BEW abgeschlossen
Generalplaner-Erfahrung (mind. Objektplanung Gebäude, Fachplanung TGA und Fachplanung Tragwerksplanung)
Inbetriebnahme abgeschlossen
Energieerzeugungsanlagen (Technik) mit angeschlossenem Fernwärmenetz
Inbetriebnahme + > 1 Jahr in Betrieb
Größenordnung Baukosten > 5 Mio. € netto
Inbetriebnahme + > 1 Jahr in Betrieb