TendiGo
BeschlossenStadt Karlsruhe · Bau & Handwerk, Energie & Umwelt, Planung & Beratung · Sitzung am

Neubau Faulungsanlage im Klärwerk Karlsruhe

Das Klärwerk soll vier Faultürme, ein Technikgebäude und drei Blockheizkraftwerke bekommen, damit es mehr eigenen Strom erzeugt. Der Gemeinderat hat den Konzeptbeschluss am 29.09.2026 mehrheitlich gefasst. Die Kosten liegen bei ca. 115,5 Mio. €, die Bauvergabe ist für Mitte 2029 geplant.

Kostenschätzung

115,5 Mio. €

Ausschreibung

Mitte 2029 (Bauleistungen), vorbehaltlich des Baubeschlusses

Ausführung

Bauphase 2030 bis 2032

Was ausgeschrieben werden soll

Leistungen laut Beschlussvorlage

Faultürme und Technikgebäude
Vier zylinderförmige Faultürme mit je 3.000 m³ Fassungsvermögen. In der Mitte steht ein vierstöckiges Technikgebäude mit Pumpen, Gasverdichtern, Wärmetauschern, Schaltschränken und Prozessleittechnik.
Schlammvorbehandlung
Ein eigenes Gebäude für die maschinelle Eindickung des Überschussschlamms mit drei Dekanterzentrifugen, Pumpen, Polymerdosierung sowie Siebung und Zerkleinerung. Das Dach hat 680 m² und könnte für Photovoltaik genutzt werden.
Gasverwertung
Zwei Gasspeicher mit je 3.000 m³ für das Faulgas, eine Sicherheits-Gasfackel und eine Energiezentrale mit drei Blockheizkraftwerken. Die Abwärme beheizt die Faultürme.
Energiestationen und Netzanschluss
Eine neue Energiestation MSV10 für die Faulungsanlage und eine neue 20-kV-Übergabestation. Die Stationen MSV6 und MSV7 werden zusammengelegt und erneuert. Dazu kommt ein neuer Netzanschlusspunkt für das Klärwerk.
Medienkanal
Ein unterirdischer Kanal verbindet die neuen Gebäude untereinander und mit dem Bestand. Darin verlaufen voraussichtlich Schlamm-, Gas-, Heizwasser- und Stromleitungen.
Weitere Ingenieurleistungen
Zur Vorbereitung des Baubeschlusses werden weitere Ingenieurleistungen und Planungsphasen abgerufen.

Zeitplan

Schritte und Termine laut Beschlussvorlage

  1. Bauausschuss berät die Vorlage vor (erledigt)17.09.2026
  2. Gemeinderat nimmt das Vorhaben zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit der weiteren Planung, mehrheitlich (erledigt)29.09.2026
  3. Baubeschluss soll nach der Entwurfsplanung in der zweiten Jahreshälfte vorgelegt werdenals Nächstes2027
  4. Vergabe der Bauleistungen ist für Mitte des Jahres geplant2029
  5. Bauphase2030 bis 2032
Stand der Auswertung:

Zur Art des Vergabeverfahrens sagt das Dokument nichts.

Hintergrund

Anlass und Ausgangslage

Das Klärwerk Karlsruhe soll eine Faulungsanlage bekommen. Anlass ist die EU-Kommunalabwasserrichtlinie, die spätestens ab 2027 in deutsches Recht übergeht. Betreiber von Kläranlagen müssen danach bis 2030 mindestens 20 % ihres jährlichen Gesamtenergieverbrauchs mit selbst erzeugter erneuerbarer Energie decken, bis 2035 sind es 40 % und bis 2045 dann 100 %.

Das Klärgas aus den Faultürmen soll in Blockheizkraftwerken Strom und Wärme liefern, je nach Betriebsweise bis zu 9.800.000 kWh Strom. Damit ließe sich fast die Hälfte des aktuellen Strombedarfs des Klärwerks decken. Die Leistungsphase 2 (Vorentwurfsplanung) ist abgeschlossen, mit der Planung ist ein Ingenieurbüro beauftragt.

Der Betrag von ca. 80 Mio. € aus dem Jahr 2023 war nach Angaben der Verwaltung eine Größenordnung für die Kosten einer Faulungsanlage. Inzwischen sind Bodenverhältnisse, Schnittstellen zum Bauen im Bestand und allgemeine Kostensteigerungen eingerechnet. Tragwerksplanung und Projektsteuerung wurden 2023 im Bauausschuss zur Vergabe vorgelegt.

Stand der Entscheidung

Beschluss und offene Punkte

Der Gemeinderat nimmt das Vorhaben mit Gesamtkostenrahmen und Folgekosten zur Kenntnis, beauftragt die Verwaltung mit der weiteren Planung und ermächtigt sie, den Baubeschluss vorzubereiten. Ergebnis: mehrheitliche Zustimmung, 42 Ja-Stimmen, 5 Nein-Stimmen.

Noch offen

  • Der Baubeschluss steht noch aus und soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 vorgelegt werden.
  • Der Förderantrag an den Bund wird erst in den weiteren Planungsphasen gestellt.
  • Die Verwaltung will die Anregung aufnehmen, das Vorhaben im Ortschaftsrat Neureut vorzustellen. Beim Thema Geruch will sie noch einmal genauer hinsehen.

Ort der Leistung

Karlsruhe, Baden-Württemberg

Markiert ist Karlsruhe, nicht der genaue Standort.

Kosten und Finanzierung

Alle Beträge laut Beschlussvorlage

Kosten laut Dokument
Gesamtaufwand Neubau FaulungsanlageKostenschätzung, inklusive Mehrwertsteuer, Baupreissteigerungen und Unvorhergesehenem115.500.000 €
Bauwerk, Technische Anlagen36.940.000 €
Bauwerk, Baukonstruktion33.950.000 €
Unvorhergesehenes und Aufrundung14.890.000 €
Baunebenkostenca. 20 %14.850.000 €
Förderung
Bund, bis zu 30 % der förderfähigen Kosten, voraussichtlich bis zu ca. 27 Mio. € brutto
Finanzierung
Die Mittel für die Planung bis zum Baubeschluss stehen bereit. Der Bau ist laut Vorlage nicht budgetiert und soll über den Wirtschaftsplan des künftigen Eigenbetriebs Stadtentwässerung laufen. Der Bund kann bis zu 30 % der förderfähigen Kosten übernehmen, voraussichtlich bis zu ca. 27 Mio. €. Der Antrag folgt in den weiteren Planungsphasen.

Diese und weitere geplante Ausschreibungen in TendiGo analysieren

In einer Demo zeigen wir Ihnen, wie Sie von Ausschreibungen schon vor der Veröffentlichung erfahren. TendiGo wertet dafür Ratsdokumente aus und zeigt geplante Vergaben, bevor sie ausgeschrieben werden.

Frühsignal, keine Ausschreibung. Die Angaben stammen aus einer Sitzungsunterlage, nicht aus einer Bekanntmachung. Ob, wann und in welchem Umfang ausgeschrieben wird, entscheidet der Auftraggeber. TendiGo fasst das Dokument zusammen, maßgeblich ist das Original.

Bereit für die nächsten Ausschreibungen in Baden-Württemberg?

Starten Sie kostenlos oder lassen Sie sich TendiGo in einer kurzen Demo zeigen: frühe Signale aus den Ratsprotokollen und laufende Ausschreibungen aus über 800 Vergabequellen an einem Ort.

806+ VergabequellenMit Experten entwickeltSofort einsatzbereit