Was ausgeschrieben werden soll
Leistungen laut Beschlussvorlage
- Steuerungen und Karten
- Die abgekündigten S5-Komponenten, Ein- und Ausgangskarten und CPUs werden gegen S7-Komponenten, CPUs und dezentrale Ein- und Ausgabebaugruppen getauscht. Die zentrale CPU wird doppelt ausgeführt, damit bei einem Ausfall die zweite übernimmt.
- Dezentrale Technik
- In den vorhandenen Automatisierungsschränken werden ET200-Stationen installiert. Sie hängen über ein einfehlertolerantes Bussystem (Profinet) an der zentralen CPU. Schlammannahme und Aschesilo erhalten eigene dezentrale Steuerungen.
- Software
- Hardware-Regler werden durch Software-Regler ersetzt, Hardware-Zähler durch Zähler in der Anwendersoftware. Einzelverdrahtete Verriegelungen werden zu Funktionen in der Software, soweit es keine Sicherheitsfunktionen sind.
- Bestand
- Messsonden, Ventile und Motoren bleiben erhalten und werden auf die neuen Geräte umgeklemmt. Die Bedienstellen vor Ort bleiben. Leittechnik, die nach der Umrüstung nicht mehr gebraucht wird, wird demontiert.
Zeitplan
Schritte und Termine laut Beschlussvorlage
- Bauausschuss fasst den Konzeptbeschluss, einstimmig (erledigt)17.09.2026
- Veröffentlichung der notwendigen Ausschreibungenals Nächstes1. Quartal 2027
- Beginn der Ausführung2. Quartal 2027
- Inbetriebnahme1. Quartal 2028
Zur Art des Vergabeverfahrens sagt das Dokument nichts.
Hintergrund
Anlass und Ausgangslage
Die Stadtentwässerung betreibt im Klärwerk zwei Verbrennungslinien für den Klärschlamm. Linie 2 wurde kürzlich modernisiert. Die Steuerung von Linie 1 beruht noch auf speicherprogrammierbaren Steuerungen der Produktreihe Simatic S5. Der Hersteller hat Teile davon seit 2003 abgekündigt, die gesamte Reihe seit Oktober 2020.
Ersatzteile gibt es auf dem freien Markt kaum noch und im Beschaffungsfall nur zu hohen Kosten. Linie 1 soll noch ca. 10 bis 15 Jahre laufen. Fällt Linie 2 aus, während Linie 1 nicht betriebsbereit ist, müsste eine externe Firma den Klärschlamm vorentwässern und abfahren. Das kostet ca. 200.000 € pro Woche (Stand 2023).
Die Leistungsphase 2 (Vorentwurfsplanung) ist abgeschlossen. Das planende Ingenieurbüro erfasst den Bestand, weil die Unterlagen altersbedingt unvollständig sein könnten. Weil das Vorhaben die Projektwertgrenzen unterschreitet, ist kein Baubeschluss im Bauausschuss vorgesehen.
Stand der Entscheidung
Beschluss und offene Punkte
Der Bauausschuss nimmt das Vorhaben mit Zeitplan, Kostenrahmen und Risiken zur Kenntnis, beauftragt die Verwaltung mit der weiteren Planung und ermächtigt sie, das Vorhaben in eigener Zuständigkeit zu realisieren. Ergebnis: einstimmig.
Noch offen
- Die Kostenermittlung wird im weiteren Planungsverlauf differenziert und konkretisiert, besonders der Ansatz für Unvorhergesehenes.
- Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung zum Betrieb der Verbrennungslinie 1 wird frühzeitig mit einer Prüforganisation und dem Regierungspräsidium abgestimmt.
Ort der Leistung
Karlsruhe, Baden-Württemberg
Markiert ist Karlsruhe, nicht der genaue Standort.
Kosten und Finanzierung
Alle Beträge laut Beschlussvorlage
| Gesamtaufwand Überführung der ProzessleittechnikKostenschätzung, inklusive Mehrwertsteuer, Baupreissteigerungen und Unvorhergesehenem | 1.700.000 € |
|---|---|
| Bauwerk, Technische Anlagen | 1.000.000 € |
| Baunebenkostenca. 20 % | 200.000 € |
| Baupreissteigerung7 % pro Jahr bis zum geplanten Vergabezeitpunkt, 1 Jahr | 90.000 € |
| Unvorhergesehenes und Aufrundung | 330.000 € |
- Finanzierung
- Die erforderlichen Mittel und Verpflichtungsermächtigungen stehen beim Projekt Klärschlammverbrennung zur Verfügung. Die Maßnahme soll voraussichtlich über den Wirtschaftsplan des künftigen Eigenbetriebs Stadtentwässerung Karlsruhe laufen. Die Kosten sind gebührenfähig.
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Frühsignal, keine Ausschreibung. Die Angaben stammen aus einer Sitzungsunterlage, nicht aus einer Bekanntmachung. Ob, wann und in welchem Umfang ausgeschrieben wird, entscheidet der Auftraggeber. TendiGo fasst das Dokument zusammen, maßgeblich ist das Original.