Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDer Landkreis Stade vergibt zwei Dienstleistungsaufträge für die Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes. Beauftragt werden Notfallrettung, Notfalltransport, qualifizierter Krankentransport und Komponenten des erweiterten Rettungsdienstes. Die Leistung ist in zwei Lose aufgeteilt: Los 1 (Stade) und Los 2 (Buxtehude). Die Vertragslaufzeit beginnt am 01.07.2027 und endet am 31.12.2031 (4,5 Jahre), mit Verlängerungsoptionen um bis zu zwei weitere Jahre. Angebote müssen bis zum 25.09.2026 um 12:00 Uhr elektronisch eingereicht werden.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis60%
Kosten für die Durchführung des Regelrettungsdienstes je Los für den Leistungszeitraum inklusive Verlängerungsoption, basierend auf den ausgefüllten Preisblättern (Anlage 9a für Los 1). Bewertung anhand des Gesamtpreises für die Grundlaufzeit 01.07.2027–31.12.2031 zzgl. der beiden Verlängerungsoptionen.
- Konzept für die Durchführung des Rettungsdienstes40%
Konzept des Bieters für die Durchführung des Rettungsdienstes, bestehend aus zwei Unterkonzepten: Ausfallsicherheit Personal und Sachmittel (60% des Konzepts = 24% Gesamtwertung) sowie Mitwirkung bei MANV/Großschadensereignissen (40% des Konzepts = 16% Gesamtwertung). Maximal 4 DIN-A4-Seiten je Unterkonzept, Formvorgaben zwingend.
Preis: P = 100 x (1 – (WA – GA) / GA), wobei GA = Gesamtpreis des günstigsten Angebotes und WA = Gesamtpreis des zu wertenden Angebotes. Mindestens 0 Punkte, keine Negativpunkte.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGemeinsame Leistungen für alle Lose
Zu erbringen sind Notfallrettung, Notfalltransport, Komponenten des erweiterten Rettungsdienstes und (in Los 1) qualifizierter Krankentransport gemäß § 2 Abs. 2 NRettDG. Die Leistung umfasst die Vorhaltung und den Betrieb der erforderlichen Rettungswachen, Fahrzeuge und Ausstattung, die Einhaltung der Eintreff- und Ausrückzeiten (Notfallrettung/Notfalltransport: max. 1 Minute Ausrückdauer; qualifizierter Krankentransport: max. 3 Minuten Ausrückdauer; erweiterter Rettungsdienst: 30 Minuten Reaktionszeit nach Alarmierung), die Einsatzlenkung und Alarmierung über die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle Stade, die Einsatzdokumentation und Abrechnung über die Systeme des Auftraggebers sowie die Unterhaltung der Einrichtungen nach § 4 Abs. 4 NRettDG.
Mindestens 80 % der Personalstunden im Regelrettungsdienst müssen durch Personal erbracht werden, das mindestens 19,0 Stunden pro Woche ausschließlich für Rettungsdienstleistungen im Landkreis Stade eingesetzt wird. Nachunternehmereinsatz ist nicht zulässig.
Anforderungen an Personal
Vor Leistungsaufnahme sind für alle Mitarbeitenden ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis (§ 30a BZRG), ein ärztliches Zeugnis inkl. Infektionsschutzuntersuchung (IfSG) sowie arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (G 42, G 25, G 26.2) vorzulegen. Eine quartalsweise Personalliste mit Qualifikationsnachweisen ist zum Ersten eines Quartals vorzulegen. Erforderlich sind BOS-Sprechfunkberechtigung, Fahrerlaubnis Klasse C1 (mindestens halbjährliche Überprüfung, ausgenommen KTW-only) und deutsche Sprachkenntnisse auf C1-Niveau.
Qualifikationen: Notfallsanitäter (NotSanG) für RTW; Rettungssanitäter (APVO-RettSan) und Rettungshelfer für KTW-Besetzung; Einsatzführer NKTW benötigt RettSan plus 12 Monate Berufserfahrung, mehr als 100 Notfallrettungseinsätze und LARD-Zusatzausbildung. Pro Los ist mindestens eine Hygienefachkraft/Desinfektor vorzuhalten. Fortbildungen sind mit 30 Stunden/Kalenderjahr/Beschäftigten nachzuweisen.
Anforderungen an Fahrzeuge und Ausstattung
Fahrzeuge müssen DIN EN 1789 entsprechen (RTW Typ C, NKTW Typ B, KTW Typ A2). Im Regelrettungsdienst dürfen Fahrzeuge maximal 250.000 km und maximal 6 Jahre alt sein; im erweiterten Rettungsdienst maximal 350.000 km und maximal 10 Jahre. Alle Fahrzeuge benötigen GPS-Übermittlung. Die medizinische und technische Ausstattung sowie die Medikamentenbestückung richten sich nach Anlage 15 (Fahrzeugausstattung und Medikamentenliste) und umfassen u. a. Corpuls C3 (T) EKG/Defibrillator, Weinmann Meduvent Beatmungsgerät, Videolaryngoskop, Spritzenpumpe, Stryker Power Load Tragetisch und Stryker PowerPro II Fahrtrage. Die Fahrzeuge müssen bei Vertragsbeginn vollständig bestückt und einsatzbereit sein. Änderungen der Medikamentenliste und Ausstattung aufgrund gesetzlicher, normativer oder ÄLRD-Vorgaben sind kurzfristig umzusetzen.
Anforderungen an Standorte und Infrastruktur
Standorte müssen vom Auftraggeber abgenommen werden und eine Notstromversorgung für 24 Stunden vorhalten. Erforderlich sind Desinfektionsraum, Medikamentenkühlschrank und BTM-Tresor. Räumlichkeiten und Fahrzeuge sind gemäß DIN 13049 vorzuhalten.
Erweiterter Rettungsdienst (beide Lose)
Je Los ist eine Transportkomponente (RTW) als MANV-T-Einheit vorzuhalten. Die Vorhaltepauschale beträgt 3.000 EUR/Jahr, die Einsatzpauschale 200 EUR. Im Durchschnitt ist etwa ein Einsatz pro Jahr vorgesehen.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenAusschlussgründe und Zuverlässigkeit
Vorlage des Formblatts 'Beleg über das Nichtvorliegen von Ausschlussgründen' (Anlage 5) als Eigenerklärung zu §§ 123, 124 GWB sowie aktueller Auszug aus dem Bundeszentralregister (nicht älter als 6 Monate vor Angebotsfristende) für den Unternehmer, gesetzliche Vertreter juristischer Personen und zur Geschäftsführung bestellte Personen.
Befähigung zur Berufsausübung
Aktueller Auszug aus dem Handelsregister (§§ 8 ff. HGB) oder Vereinsregister (§§ 55 ff. BGB), nicht älter als 6 Monate. Für Bieter aus anderen EU-Staaten gelten vergleichbare Nachweise plus beglaubigte deutsche Übersetzung.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Formblatt Umsatznachweis (Anlage 6) mit Gesamtumsatz und leistungsartspezifischem Umsatz (EUR netto) für die letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahre. Nachweis einer Betriebshaftpflichtversicherung mit Mindestdeckung 5 Mio. EUR Personenschäden, 3 Mio. EUR Sachschäden, zweifache Maximierung pro Versicherungsfall und Jahr; Laufzeit ab 01.07.2027 bis 31.12.2033 (inkl. Verlängerungsoptionen). Nachunternehmer dürfen nicht eingesetzt werden.
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Nachweis eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001:2015, KTQ oder gleichwertig, nicht älter als 3 Jahre. Referenz über Notfallrettung (mindestens 1, letzte 3 Jahre, öffentlicher Auftraggeber) und Referenz über erweiterten Rettungsdienst (mindestens 1, letzte 3 Jahre, öffentlicher Auftraggeber). Keine Eignungsleihe für technische Leistungsfähigkeit möglich; bei Bietergemeinschaften sind Eignung, Ausschlussgründe und Befähigung von jedem Mitglied separat nachzuweisen.
Zwingende Ausführungsanforderungen
Selbstschuldnerische Bankbürgschaft eines Kreditinstituts (Los 1: 625.000 EUR; Los 2: 225.000 EUR); Mustererklärung Tariftreue und Mindestentgelt (Anlage 10) nach § 4 NTVergG; Eigenerklärung 5. RUS-Sanktionspaket (Anlage 11); Mindestens 80 % der Personalstunden im Regelrettungsdienst durch Personal mit mind. 19,0 Stunden/Woche ausschließlich für Rettungsdienst im Landkreis Stade.
Notfallrettung für einen öffentlichen Auftraggeber
Leistung muss nach Art und Umfang mit der ausgeschriebenen Leistung vergleichbar sein. Nicht vergleichbar: Notfallrettung außerhalb des öffentlichen Rettungsdienstes (auf Basis §§ 19 ff. NRettDG) sowie ausschließlicher Betrieb von NKTW für Notfalltransporte gem. § 2 Abs. 2 Nr. 2 NRettDG. Nachweis über Formblatt Anlage 7.
Erweiterter Rettungsdienst für einen öffentlichen Auftraggeber
Mit dem Auftragsgegenstand vergleichbare Leistungen. Nachweis über Formblatt Anlage 8 (mit Auftraggeber, Ansprechpartner, Leistungsbeschreibung, Auftragsvolumen/Jahr, Auftragszeitraum).