Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDas Bundesministerium für Verkehr (BMV) sucht einen Auftragnehmer für ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (Projekt VB710108) im Bereich Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV).
Ziel ist es, die Nahverkehrsplanung in Deutschland fit zu machen für bedarfsgesteuerte Verkehre (On-Demand-Verkehre, kurz ODV – also flexible Angebote ohne festen Fahrplan, bei denen Fahrzeuge je nach Bedarf gerufen werden) und perspektivisch autonome Verkehre (selbstfahrende Fahrzeuge ohne Fahrpersonal). Konkret sollen Planungshürden identifiziert, Handlungsfelder und Qualitätsparameter entwickelt sowie ein praxisorientierter Leitfaden für Aufgabenträger (also die für den ÖPNV zuständigen Behörden, z. B. Landkreise und Städte) entstehen, damit ODV und autonome Verkehre künftig als integriertes Gesamtsystem in Nahverkehrsplänen abgebildet werden können.
Verfahren: Offenes Verfahren (jeder Interessierte kann ein Angebot abgeben), Auftragswert geschätzt bis 300.000 € brutto, Vertragslaufzeit 24 Monate.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Leistungskonzept60%
Oberkriterium Leistungskonzept mit drei Unterkriterien zu den Arbeitspaketen AP1, AP2 und AP3/4
- Projektmanagement10%
Zeit- und Arbeitsplan mit Meilensteinen, Einbindung Auftraggeber/Projektpartner/Projektbeirat, Risikomanagement, Personaleinsatz und Vertretungsregelung
- Angebotspreis (inkl. USt.)30%
Wertungssumme (Gesamtpreis brutto gemäß Angebotsschreiben). Normierung über lineare Interpolation zwischen niedrigstem Preis (4 Punkte) und 3-fachem des niedrigsten Preises (0 Punkte)
Preis: 4 × [(3 × niedrigste Wertungssumme) − Wertungssumme des jeweiligen Angebots] / (2 × niedrigste Wertungssumme); Qualität: 0–4 Bewertungspunkte multipliziert mit Gewichtungspunkten; Leistungspunkte = Gewichtungspunkte × Bewertungspunkte; Gesamtpunktzahl = Summe der Leistungspunkte (max. 400)
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenProjektrahmen und Dauer
Das Vorhaben läuft über 24 Monate ab Zuschlag (Leistungsbeginn spätestens 2 Wochen nach Zuschlag, geplant ab 01.09.2026). Der Auftragnehmer arbeitet eng mit dem Fachreferat des BMV zusammen, berichtet in insgesamt 9 Sitzungen (1 Auftakt, 4 Arbeitssitzungen, 3 Projektbeiratssitzungen, 1 Abschluss; 2 davon in Präsenz in Berlin, die übrigen virtuell) und richtet einen Projektbeirat mit 10–12 Mitgliedern aus FGSV und VDV ein.
Arbeitspaket 1 – Erfassung von Planungshürden
Literatur- und Studienauswertung zum Thema ODV und autonome Verkehre im ÖPNV. Auswertung von mindestens 10 laufenden ODV-Projekten in verschiedenen Bundesländern (u. a. Hannover/sprinti, Schlei-Region/Smile24, VRR, RMV, HVV, LVB). Durchführung von 10 Expertenbefragungen (optional 5 weitere als Bedarfsposition). Identifikation von Planungshürden in Nahverkehrsplänen, Planungs- und Vergabeinstrumenten. Liefergegenstand: Zwischenbericht ZB 1 inkl. Präsentation, 2 Wochen vor Sitzungstermin.
Arbeitspaket 2 – Handlungsfelder für Nahverkehrspläne
Vertiefte Ausarbeitung von 5 Handlungsfeldern: planerisch, infrastrukturell, organisatorisch, rechtlich und finanziell. Erarbeitung konkreter Vorschläge zur integrierten Planung und flexiblen Vergabe von ODV-Leistungen. Liefergegenstand: Zwischenbericht ZB 2 inkl. Präsentation, 2 Wochen vor Sitzungstermin.
Arbeitspaket 3 – Handlungsempfehlungen und Qualitätsparameter
Zusammenführung der Erkenntnisse aus AP 1 und AP 2. Entwicklung praxisnaher Handlungsempfehlungen für Aufgabenträger sowie von Qualitätsparametern (nach SMART-Kriterien, also spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert) für ODV und autonome Verkehre, u. a. zu Wartezeit, Umwegdistanz, Reisezeitverhältnis, Anschlusssicherung, Barrierefreiheit, Buchungstarifen und Ausfallraten. Liefergegenstand: Zwischenbericht ZB 3 inkl. Präsentation, 2 Wochen vor Sitzungstermin.
Arbeitspaket 4 – Expertenworkshop
Durchführung eines halbtägigen, digitalen Workshops mit ca. 20 Teilnehmenden aus Aufgabenträgerschaft, Verkehrsverbünden, Verkehrsunternehmen, Kommunen, Technologieanbietern, Fachministerien und Genehmigungsbehörden. Dazu gehören Akquise, Einladung, Moderation, technische Durchführung und Protokollierung sowie interaktive Arbeitsphasen. Liefergegenstand: Präsentation der Workshop-Ergebnisse und Ergebnisprotokoll.
Arbeitspaket 5 – Leitfaden und Abschlussprodukte
Erstellung eines praxisorientierten Leitfadens (max. 30 Seiten DIN A4, digital) zur Integration von ODV und autonomen Verkehren in Nahverkehrspläne, inkl. flexibler Planungsparameter, funktionaler Leistungsbeschreibungen und Vergabeoptionen. Zusätzlich: Schlussbericht-Entwurf (6 Wochen vor Abschlusssitzung), Schlussbericht, Kurzbericht (max. 10 Seiten) sowie veröffentlichungsfähige Kurzdarstellung (ca. 1 Seite).
Projektmanagement und Formate
Alle Berichte werden in deutscher Sprache in den Formaten WORD und PDF/UA (PDF mit barrierefreiem Zugang) erstellt. Sämtliche Präsentationen sind in PowerPoint (oder vergleichbar) zu liefern. Der Auftragnehmer übernimmt die Vorbereitung, Organisation, Durchführung und Nachbereitung aller Sitzungen inklusive Einladungen, Protokolle und technischer Begleitung digitaler Formate.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenZwingende Ausschlusskriterien
Der Bieter sowie alle Mitglieder von Bietergemeinschaften, benannte Unterauftragnehmer und Unternehmen, auf die per Eignungsleihe zurückgegriffen wird, dürfen keine Ausschlussgründe nach § 123 GWB (z. B. Insolvenz, schwere Verfehlungen) und § 124 GWB (z. B. schwere Berufsvergehen, kartellrechtswidriges Verhalten) aufweisen. Zudem dürfen sie nicht den EU-Sanktionen gegen Russland (Artikel 5k VO (EU) 833/2014 und Artikel 2 VO (EU) 269/2014) unterliegen – das heißt keine russische Staatsangehörigkeit, keine Ansässigkeit in Russland, keine Mehrheitsbeteiligung (>50 %) durch sanktionierte Personen/Unternehmen und kein Handeln im Auftrag solcher Personen. Unternehmen mit >10 % Auftragswert (Unterauftragnehmer/Eignungsleihe) müssen ebenfalls sanktionsfrei sein.
Wirtschaftliche und finanzielle Eignung
Nachweis einer Betriebs-/Berufshaftpflichtversicherung mit folgenden Mindestdeckungssummen (je Schadensfall, 2-fach maximiert):
Der Nachweis erfolgt über das Formblatt F2 plus Police oder gleichwertigen Beleg. Alternativ genügt eine Erklärung zur Zulässigkeit der Selbstversicherung gemäß haushaltsrechtlichem Grundsatz.
Technische und berufliche Eignung – Referenzen Gruppe 1 (F3.1)
Vorlage von mindestens 4 Referenzprojekten – je mindestens eine Referenz zu jedem der folgenden Themenschwerpunkte:
1. Erstellung von Nahverkehrsplänen
2. Ausgestaltung von On-Demand-Verkehren
3. Datenanalysen zur Messung der Erreichbarkeit im ÖPNV
4. Verkehrsnachfragemodellierung für Erreichbarkeitsanalysen des ÖPNV
Technische und berufliche Eignung – Referenzen Gruppe 2 (F3.2)
Vorlage von mindestens 2 Referenzprojekten – je mindestens eine Referenz zu jedem der folgenden Themenschwerpunkte:
1. Funktionale Leistungsbeschreibungen in der Ausschreibung und Vergabe von ÖPNV-Leistungen
2. Finanzierung und Erbringung von ÖPNV-Leistungen
Anforderungen an alle Referenzen
Referenzen sollen idealerweise aus den letzten 5 Jahren (ab 2022) stammen – ältere werden ebenfalls berücksichtigt. Sie müssen in Umfang, Komplexität und Schwierigkeitsgrad der ausgeschriebenen F+E-Leistung vergleichbar sein. Je Referenz sind anzugeben: Kurztitel, ausführendes Unternehmen, Auftraggeber inkl. Organisationseinheit, Leistungszeitraum (Monat/Jahr), Gesamt- oder Teilvolumen in Euro, Projektbeschreibung sowie Erläuterung der Vergleichbarkeit.
Eignungsleihe und Bietergemeinschaften
Die Nutzung von Kapazitäten anderer Unternehmen (Eignungsleihe) ist zulässig. Bei Eignungsleihe für Referenzen muss das eignungsverleihende Unternehmen zugleich als Unterauftragnehmer eingesetzt werden und den entsprechenden Auftragsteil ausführen. Bietergemeinschaften müssen eine BG-Erklärung mit bevollmächtigtem Vertreter und Gesamtschuldnerhaftung abgeben; alle Mitglieder unterschreiben handschriftlich oder mit qualifizierter elektronischer Signatur.
Hinweise zur Verfahrenseinbindung
Die Angebote sind elektronisch über die Vergabeplattform des Bundes einzureichen. Der Auftraggeber behält sich vor, fehlende Unterlagen gemäß § 56 VgV nachzufordern. Der Bieter ist bis zum Ablauf der Bindefrist (31.08.2026) an sein Angebot gebunden. Es gelten die Rügeobliegenheiten und Präklusionsregelungen gemäß § 160 Abs. 3 GWB.
Erstellung von Nahverkehrsplänen
Leistungen müssen in Umfang, Komplexität und Schwierigkeitsgrad der ausgeschriebenen F+E-Leistung entsprechen
Ausgestaltung von On-Demand-Verkehren
Vergleichbarkeit mit Forschungsprojekt zu ODV im ÖPNV
Datenanalysen zur Messung der Erreichbarkeit im ÖPNV
Vergleichbare Analysemethoden und Datengrundlage
Verkehrsnachfragemodellierung für Erreichbarkeitsanalysen des ÖPNV
Modellierungserfahrung im ÖPNV-Kontext
Funktionale Leistungsbeschreibungen in Ausschreibung und Vergabe von ÖPNV-Leistungen
Vergleichbare Komplexität bei ÖPNV-Vergabeverfahren
Finanzierung und Erbringung von ÖPNV-Leistungen
Vergleichbare finanzierungsbezogene Beratungsleistungen