Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDas Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) kauft ein Röntgen-Photoelektronenspektrometer (XPS) inklusive Lieferung, Installation und Inbetriebnahme.
Wofür das Gerät da ist
Das XPS dient dazu, die chemische Zusammensetzung von Oberflächen und dünnen Schichten zu analysieren – zum Beispiel welche Elemente und Bindungen vorhanden sind, wie sie räumlich verteilt sind und wie tief sie in die Probe reichen. Hauptanwendungen sind Polymere (Filme, Fasern, Granulate, Spritzgussteile), Metalle, Keramiken, Kohlenstoff-Allotrope und Hybridmaterialien. Auch Messungen bei tiefen Temperaturen (Cryo-XPS) und bei über 300 °C sollen möglich sein.
Was gefordert wird
Verfahren
Öffentliche Ausschreibung, Angebote ausschließlich elektronisch über www.evergabe.de. Zuschlag erhält das preisgünstigste Angebot, das alle Anforderungen erfüllt.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Bruttogesamtwertungspreis (niedrigster Preis)100%
Der Zuschlag wird auf das wirtschaftlichste Angebot mit dem niedrigsten Bruttogesamtwertungspreis erteilt. Der Wertungspreis ergibt sich aus der Bruttogesamtsumme des Preisblattes (Kaufpreis Röntgen-Photoelektronenspektrometer zzgl. Transportkosten und 19% MwSt).
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGerätekern und Systemintegration
Kompaktes integriertes Gesamtsystem mit räumlich getrennter Analysenkammer und Mu-Metall-Schirmung. Ölfreies Vakuumsystem mit automatischer Steuerung und Sicherheitsverriegelungen, Heizelemente zum Ausbacken (mind. 120 °C), Verteilung von Betriebsmedien (Gase, Kühlwasser) inkl. Kühlwassereinheit sowie Racks für Elektronikbaugruppen mit zentraler Wasser-zu-Wasser-Kühlung. Konstruktion als Vollschutzgerät; kein Laserschutz im Labor nötig. Kompakte Bauweise, Nachrüstbarkeit von UPS und weiteren Präparationstechniken muss möglich sein. Geeignet für 24/7-Dauerbetrieb ohne Operator.
Röntgenquellen, Anregung und Ladungsneutralisation
Fokussierender Monochromator mit Röntgenquelle (Al Kα), Monochromatorkristall (möglichst gekühlt) und Probe auf Rowlandkreis. Wünschenswert: Dualanode für höherenergetische monochromatische Strahlung (z. B. Ag Lα). Zusätzlich nicht-monochromatisierte Quelle mit Mg- und/oder Al-Anode für Justierarbeiten. Effiziente Ladungsneutralisation für nichtleitende Proben, zuverlässig bei monochromatischer Strahlung. Integration einer Helium-Gasentladungslampe für UPS (He I: 21,2 eV, He II: 40,8 eV), separate Option für die Lampe.
Analysator, Detektor und Bildgebung
Hemisphärischer Energieanalysator mit hoher Transmission, geeignet für Bildgebung im Image-/Mapping-Mode. Wartungsarmes, verschleißresistentes Mehrkanal-Detektionssystem. Resistenz gegen elektromagnetische Einstreuungen. Auswertung von Übersichts- und Elementspektren einschließlich Peakzerlegung sowie Steuerung bildlicher Darstellungen.
Einschleusung, Probenmanipulation und Messmodi
Räumlich getrennte Einschleus- und Analysenkammer, jeweils separat gepumpt, gasdichte Trennung durch Schieber, Probentransfer im Ultrahochvakuum (UHV). Manipulator mit x-, y-, z-Positionierung und Kippung bis 60° für AR-XPS, Rotation um z-Achse wünschenswert. Heizen > 300 °C und Kühlen mind. -80 °C mit Temperatursteuerung. Probenträger für mehrere Proben, Probengröße bis ca. 20 × 20 mm². Digitalkamerasystem zur Positionierung, integriert in Software. Cryo-XPS für biologische Präparate und Polyelektrolytfilme sowie Hochtemperatur-XPS > 300 °C für Polymerisationen (z. B. Polyaddition, Ringöffnungspolymerisation). Tiefenanalytik durch Variation des Take-off-Winkels und durch Sputtern. Ionenquelle für Edelgasionen (z. B. Ar⁺) mit fest verbautem Reservoir zur Reinigung; optional Mehrionen-Sputterquelle (Cluster) für organischen Materialabtrag als separates Angebot.
Software und Datenhaltung
Vakuumsystemsteuerung mit Sicherheitsverriegelungen. Datenakquise, -ablage und -sicherung nach VAMAS-Standards. Steuerung und Auswertung bildgebender Verfahren, Auswertung von Übersichtsspektren, energieaufgelösten Elementspektren (inkl. Peakzerlegung) und Tiefenprofilanalysen. Export in ASCII oder ASCII-ähnliche Formate. Unterstützung automatisierter Messroutinen (High-Throughput-Experimente).
Untersuchungsmaterialien
Vorgesehen sind organische polymere Stoffe (dünne Filme, Spritzgussplatten, Granulate, Fasern, Pulver), Metalle und Metalloxide, keramische Materialien, Kohlenstoff-Allotrope (z. B. Ruße, Fullerene, Carbon-Nanotubes, Kohlenstofffasern) sowie Hybridmaterialien.
Standort, Aufstellung und Inbetriebnahme
Lieferung, Installation und Inbetriebnahme am Standort des IPF durch den Auftragnehmer. Dokumentation der Betriebsbereitschaft und Gegenzeichnung im Abnahmeprotokoll (Installationsqualifizierung IQ). Bieter spezifiziert Standortbedingungen: Platzbedarf, Gewicht, elektrische Anschlüsse, Wärmeabgabe, empfohlene Umgebungsbedingungen (Temperatur, Schwingungen, Magnetfelder) inkl. Kompensationsmaßnahmen. Ortsbesichtigung während der Angebotsphase möglich.
Service, Garantie und Vertragsbestandteile
Ersatzteil- und Serviceverfügbarkeit für mind. 7 Jahre ab fertiggestellter Installation. Remote-Support innerhalb von 24 Stunden während der Gewährleistung. Mindestgarantie 12 Monate ab erfolgreicher Installation. Darstellung eines Servicepakets für die ersten 3 Jahre (Ersatzteile, Arbeitszeit, präventive Wartung, priorisierter Support). Abschlussbereiter Servicevertrag gemäß Punkt 9 (iv) des Anforderungskatalogs ist Vertragsbestandteil. Mit dem Angebot ist ein unbearbeitetes C 1s-Spektrum einer PMMA-Probe vorzulegen; VAMAS-Standards sind einzuhalten.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenWirtschaftliche Leistungsfähigkeit
Angabe des Umsatzes der letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahre für vergleichbare Leistungen, einschließlich des Anteils gemeinsam mit anderen Unternehmen erbrachter Leistungen.
Technische Leistungsfähigkeit und Referenzen
Mindestens 3 Referenzen über vergleichbare Leistungen aus den letzten 3 Geschäftsjahren. Pro Referenz sind Leistungsbeschreibung, Auftragswert und Auftraggeber (mit Ansprechpartner und Telefonnummer) anzugeben. Einzureichen im Formblatt 'IPF 26015 Eigenerklaerung zur Eignung'.
Personelle Leistungsfähigkeit
Angabe der jahresdurchschnittlich beschäftigten Arbeitskräfte der letzten 3 Geschäftsjahre.
Versicherungen und Registereintragungen
Nachweis einer Haftpflichtversicherung mit Mindestdeckung von 3.000.000 € für Personenschäden und 500.000 € für sonstige Schäden (oder Bereitschaft zum Abschluss). Handelsregistereintragung (Nummer und Amtsgericht) oder Bestätigung, dass keine Eintragungspflicht besteht. Berufsgenossenschaft: Bezeichnung und Mitgliedsnummer. Optional: AV-PQ-Nummer, falls vorhanden.
Ausschlussgründe und rechtliche Eignung
Eigenerklärung, dass keine Ausschlussgründe vorliegen: kein Insolvenzverfahren, keine rechtskräftigen Verurteilungen, keine schweren Verfehlungen, keine Verstöße gegen umwelt-, sozial- oder arbeitsrechtliche Vorschriften, keine Interessenkonflikte, keine Wettbewerbsverzerrung, keine wesentliche mangelhafte Leistung bei früheren Aufträgen. Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Zahlung von Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen.
Russland-Embargo
Eigenerklärung (Formblatt 'IPF 26015 ErklaerungRussEmbargo'), dass keine Beteiligung russischer Unternehmen an der Auftragsausführung besteht.
Bietergemeinschaften und Unteraufträge
Bietergemeinschaften haften gesamtschuldnerisch; Erklärung in Textform mit Auflistung aller Mitglieder ist erforderlich. Eignungsleihe und der Einsatz von Nachunternehmern sind zulässig.
Mindestens 3 Referenzen über vergleichbare Leistungen (Lieferung/Inbetriebnahme vergleichbarer Röntgen-Photoelektronenspektrometer oder ähnlicher oberflächenanalytischer Geräte)
Pro Referenz: Leistungsbeschreibung, Auftragswert, Auftraggeber inkl. Ansprechpartner und Telefonnummer. Einzureichen im Formblatt 'IPF 26015 Eigenerklaerung zur Eignung'.