Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenGemeinsame Konzessionsausschreibung der Landkreise Osterholz und Cuxhaven sowie der Stadt Bremerhaven für den Betrieb einer modernen Alarmübertragungsanlage (AÜA) für Brandmeldungen.
Worum es geht:
Ein Konzessionsnehmer erhält das ausschließliche Recht, im Zuständigkeitsbereich der Integrierten Regionalleitstelle Unterweser-Elbe (IRLS) eine hochverfügbare und störungsresistente Infrastruktur für den Empfang von Brandmeldealarmen zu errichten, zu betreiben und Teilnehmer (Brandmeldeanlagen) anzuschließen. Aktuell sind rund 473 Objekte aufgeschaltet, ca. 96 neue Objekte werden erwartet.
Was gefordert wird:
Verfahren: Offenes Verfahren, Zuschlag nach Preis (niedrigster Preis). Vertragslaufzeit: 10 Jahre (01.01.2027 – 31.12.2036). Angebotsabgabe elektronisch über die Vergabeplattform bis zum 22.09.2026 um 11:00 Uhr.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Leistungsbeschreibung230%
Technische Mindestanforderungen und Leistungsmerkmale der Übertragungseinrichtung (Kapitel 1, 230 Punkte max.).
- Beschreibung/Ausarbeitung Lösungskonzept370%
Konzepte zur Lösung der Übertragungseinrichtung und Migration (Kapitel 2, 370 Punkte max.).
- Umschaltdauer und Umsetzungsvorschlag auf die neue Technik150%
Zeitrahmen und Ablaufkonzept für Umschaltung auf neue Übertragungseinrichtung (Kapitel 3, 150 Punkte max.).
- Beschreibung/Ausarbeitung Maßnahmenkatalog250%
Maßnahmenkatalog zu Störungsszenarien und Service-Center (Kapitel 4, 250 Punkte max.).
- Datensicherungskonzept10%
Datensicherungskonzept mit gegliederten Zugriffsberechtigungen (im Kriterienkatalog Leistungsbeschreibung enthalten): 10=vollständig, 5=teilweise, 0=kein Konzept
- Preis
Der Preis ist im vorliegenden Bewertungskriterienkatalog nicht explizit als Zuschlagskriterium aufgeführt; die Bewertung erfolgt rein qualitativ anhand von 4 Kapiteln mit maximal 1000 Punkten.
Punktebewertung: Bei Ja/Nein-Fragen erhält 'Ja' die Höchstpunktzahl. Bei Text/Konzepten erfolgt eine abgestufte Punktevergabe (z.B. 100/70/30/0 oder 40/20/10/0). Es gelten Mindestpunktzahlen pro Kapitel (115/185/75/125).
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenTechnische Kerninfrastruktur
Alarmübertragungssystem: Klasse ATS 4 gemäß DIN EN 50136, redundantes Dual-Path-System (DP 4).
Clearingstellen: Zwei georedundante, nach DIN EN 50518 Kategorie I zertifizierte Standorte (zusätzlich VdS 3137 und VdS 3138). Der Konzessionsnehmer muss den Betrieb oder vertraglich gesicherten Zugriff darauf nachweisen.
Übertragungseinrichtungen (ÜE): Bereitstellung für Teilnehmer, inklusive genormter Schnittstelle zur Brandmeldeanlage.
Alarmempfangseinrichtungen (AE): Betrieb in den Leitstellen der IRLS Unterweser-Elbe in Bremerhaven.
Schnittstelle Einsatzleitsystem: Anbindung an das ELS Cobra 4 der Firma iSE mit bidirektionaler Funktionalität und Rückfallebene bei nicht erfolgter Alarmzustellung oder Quittung.
Drei Anschaltungsvarianten
| Variante | Beschreibung | Max. monatlicher Gesamtpreis (netto) |
|---|---|---|
| 1 | Konzessionsnehmer verantwortet gesamten Alarmübertragungsweg von ÜE bis Leitstelle | 125 € |
| 2 | Konzessionsnehmer empfängt Alarme ab ÜE eines zugelassenen Errichters (S2-Schnittstelle) | 70 € |
| 3 | Konzessionsnehmer empfängt Alarme ab Nebenclearingstelle eines zugelassenen Errichters | 10 € |
Die Variante 1 enthält alle Kosten (Einrichtung, Miete, Betrieb, Anschlussgebühren, Versicherungen). Nicht enthalten: Konzessionsabgabe und Umsatzsteuer.
Vergütung Konzessionsgeber: 7,50 € (netto) je Meldernummer und Kalendermonat als Verwaltungskostenbeitrag.
Errichtung und Betrieb sind für die Konzessionsgeber kostenfrei.
Bestand und Migration
Aktuelle Aufschaltungen:
Geplante neue Aufschaltungen: ca. 96 Objekte über die Vertragslaufzeit verteilt (davon überwiegend Standard-Variante 1, daneben Variante 3 sowie wenige MÜE-/Campus-Erweiterungen).
Migrationsphase: 8 Monate nach Vertragsbeginn (01.01.2027) muss die Umstellung der bestehenden Aufschaltungen auf die neue Technik erfolgt sein. Die Umrüstung auf ATS 4 erfolgt kostenfrei für die Konzessionsgeber. Die Migration wird durch qualifiziertes, lokal ansässiges Personal (DIN 14675 zertifizierte Fachkräfte) durchgeführt.
Betrieb, Service und Verfügbarkeit
24/7-Betrieb und Bereitschaft für Störungsmanagement. Wiederherstellungszeit bei Störungen: max. 6 Stunden. Reaktionszeit: 30 Minuten, Vor-Ort-Techniker: 4 Stunden.
Service-Center: 24/7-Verfügbarkeit, kostenfreie Anrufe für Konzessionsgeber und Teilnehmer.
Ticketsystem: für Störungsmeldungen und Anfragen.
Wartung, Inspektion, Instandsetzung: gemäß DIN 14675 und DIN VDE 0833-1.
Ersatzteilvorhaltung: angemessene lokale Vorhaltung.
Prüfmittel: Bereitstellung eines Prüf-Übertragungsgeräts und Testmelders in der Leitstelle.
Schulungen: Einweisung von max. 5 Multiplikatoren des Leitstellenpersonals, turnusgemäß alle 3 Jahre auf Anforderung des Konzessionsgebers.
Anschlussbedingungen und Betrieb der Teilnehmer
Anschlussbedingungen (Anschlussbedingungen OHZ): Geltung für Neuanlagen sowie Erweiterungen und Änderungen bestehender Anlagen. Vorab-Meldung des Installationsplans mindestens 2 Wochen vor Installationsbeginn. Probebetrieb ca. 14 Tage vor Aufschaltung zur Alarmempfangseinrichtung.
Mietvertrag Teilnehmer/Konzessionsnehmer: Der Bieter hat einen Vertragsentwurf für das Mietverhältnis zwischen Teilnehmer und Konzessionsnehmer vorzulegen.
Totmannschaltung: Zeitfenster wird einvernehmlich zwischen Konzessionsgeber und -nehmer festgelegt.
IT-Sicherheit und Zusatzdienste
Verschlüsselung, 2-Faktor-Authentifizierung, manipulationssichere Protokollierung sind verpflichtend.
Selbstüberwachendes Übertragungsnetz: mit automatischer Umschaltung auf den Redundanzweg bei Ausfall.
Automatischer Datenabgleich: der Teilnehmerdatenbanken.
Grafische Bedienplätze: als Rückfallebene in der Leitstelle.
App für Einsatzkräfte: FAT-Klartextinformation in Echtzeit über ESPA-Schnittstelle, spätestens 2 Jahre nach Vertragsabschluss funktional nutzbar bereitzustellen.
VDS-Anerkennung: Alle eingesetzten Geräte müssen VdS-anerkannt sein.
Vertragliche Eckpunkte der Leistung
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenPersönliche und rechtliche Eignung
Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit gemäß § 45 VgV.
Ausschluss national: gemäß § 123, § 124 GWB, § 57, § 42 Abs. 1 VgV und § 16 VOB/A (z.B. Bestechlichkeit, Betrug, Insolvenz, Arbeitsrechtsverstöße, Steuerverstöße, wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen).
Eigenerklärung Russland-Sanktionen: gemäß EU-Verordnung 833/2014 ist verbindlich erforderlich.
Keine Insolvenz/Liquidation: Eigenerklärung.
Steuer- und Abgabenpflichten sowie Sozialversicherungsbeiträge: Nachweis durch zuständiges Finanzamt.
Gewerberechtliche Voraussetzungen für die Ausführung der Leistung.
Finanzielle Eignung
Betriebshaftpflichtversicherung: Mindestdeckung 10.000.000 € je Schadensfall und Jahr. Bescheinigung darf bei Angebotsabgabe max. 6 Monate alt sein. Bei Bietergemeinschaft für jedes Mitglied.
Umsatz: Angabe des Umsatzes bezüglich der ausgeschriebenen Leistung für die Geschäftsjahre 2023, 2024 und 2025.
Fachliche/Technische Eignung
Referenzen: mindestens 3 eigene vergleichbare Projekte als Generalunternehmer für Konzessionsaufschaltung von Brandmeldeanlagen, jeweils mind. 200 aufgeschaltete Teilnehmer, innerhalb der letzten 3 Jahre, abgeschlossen und mängelfrei abgenommen, mit IP-Festverbindung und mobilfunkgestützter Rückfallebene. Bei Bietergemeinschaften pro Mitglied entsprechend des übernommenen Leistungsanteils. Bei Nachunternehmern ebenfalls Referenzen für das NU-Unternehmen.
Personal:
Technische Leistungsfähigkeit:
Qualitätsmanagement: Implementiertes QM-System (EN ISO 9000 ff. oder ISO 27001 oder gleichwertig).
Entstör- und Serviceerfahrung: Nachweis durch Bestätigungen vergleichbarer Leistungen.
Mindestanforderungen an das Angebot (Ausschlusskriterien)
Angebote werden ausgeschlossen, wenn folgende Mindestanforderungen nicht erfüllt sind:
Mindestpunktzahl für Bewertung (Gesamtausschluss bei Nicht-Erreichen):
Nachunternehmer und Bietergemeinschaften
Bietergemeinschaften: möglich, mit Bietergemeinschaftserklärung (Vordruck D). Gesamtschuldnerische Haftung. Eigenerklärung (Anlage 5) je Mitglied. Eignungsnachweise je Mitglied.
Nachunternehmer: dürfen nur für fachkundige, leistungsfähige und zuverlässige Leistungsteile beauftragt werden. Verpflichtungserklärung sowie eigene Eignungsnachweise erforderlich. Leistungsübertragung nach Zuschlag nur mit schriftlicher Zustimmung des AG.
Verfahren: Offenes Verfahren. KMU-Eignung: nicht für KMU geeignet (eforms_sme_suitable: false). Zuschlagskriterium: Preis (100 %).
Vergleichbare Referenzprojekte als Generalunternehmer für Konzessionsaufschaltung von Brandmeldeanlagen
IP-Festverbindung mit mobilfunkgestützter Rückfallebene; bei BG je Mitglied entsprechend Leistungsanteil; bei NU ebenfalls Nachweise erforderlich; zusätzlich Angabe zu Anbindung an ELR (Hersteller), Projekttermine, Migrationszeit auf eigene Technik, Ansprechpartner beim Kunden. Erfahrungen bei technischer Erneuerung bei laufendem Leitstellenbetrieb gesondert darstellen.