Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDer NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) lässt für den Ersatzneubau des Schöpfwerks Niendorf an der Krainke (Amt Neuhaus) Planungsleistungen vergeben. Das bestehende Schöpfwerk aus den 1960er-Jahren entwässert rund 12.240 ha und schützt Siedlungs- und landwirtschaftliche Flächen bei Elbehochwasser. Geplant ist ein moderner Neubau mit höherer Pumpenkapazität, fischschonender Technik, Energieeffizienz und DGNB-Zertifizierung.
Die Leistung ist in zwei Lose aufgeteilt:
Bewerber können sich auf ein Los oder beide Lose bewerben. Das Verfahren ist ein Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb; es werden je Los die drei besten Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- A: Projekterfahrung des mit der Ausführung des Auftrags betrauten Personals35%
Bewertung der Projekterfahrung des vorgesehenen Personals (Projektleiter und stellvertretender Projektleiter) anhand der Anlage 'Tabellen Projektteam' sowie des Auftretens im Verhandlungsgespräch.
- B: Personalorganisation und konzeptionelle Herangehensweise30%
Organigramm des Projektteams mit Erläuterungsbericht (6-10 DIN-A4-Seiten) und Darstellung der Herangehensweise an die Aufgabe: Zusammensetzung des Teams, interne Zuständigkeiten und Hierarchien, Arbeitsprozesse, Strukturen der Letztentscheidungskompetenz, Schnittstellen für Abstimmung/Koordinierung, Kommunikations- und Besprechungswesen, Konfliktlösungsmechanismen, Ersatzkräfte und Reaktionszeiten, örtliche Verfügbarkeit während Bauphase, methodische Arbeitsweise und Projektabwicklung (Aufgabenverständnis, Vorgehensvorschlag, Methodik, Chancen- und Risikoanalyse mit Maßnahmenvorschlägen, Qualitätssicherung, Kosten- und Terminsteuerung).
- C: Gesamteindruck des Bieters bei der Präsentation15%
Präsentation im Verhandlungstermin: Kompetenz bei Übertragung vergleichbarer Projekterfahrungen, Qualität der Angebotsdarstellung (Verständlichkeit, Struktur), Zusammenspiel der Personen, Gesamtbild der Präsentation. Aspekte: naturschutzrechtlich schwierige Randbedingungen, Kommunikation mit anderen Auftragnehmern (z.B. AN anderes Los), Umgang mit Planungsverzögerungen und besonderen Herausforderungen öffentlicher Finanzierung und Genehmigungsverfahren.
- D: Preis20%
Bewertung des angebotenen Nettopreises inkl. Nebenkosten für die Ingenieurleistung. Punktevergabe 0-5 durch lineare Interpolation zwischen niedrigstem Preis (5 Punkte) und dem 2,0-fachen des niedrigsten Preises (0 Punkte).
Summe = Punkte A*35 + Punkte B*30 + Punkte C*15 + Punkte D*20 = max. 500 Punkte. Punktezahl Preis = 5 Punkte - ((Angebotspreis - Preis niedrigstes Angebot) * 5 Punkte) / Preis niedrigstes Angebot (lineare Interpolation, 0 Punkte bei ≥ 2-fachem des niedrigsten Preises).
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenGemeinsames Ziel und Rahmen
Geplant ist der Abriss des bestehenden Schöpfwerks aus den 1960er-Jahren und ein Ersatzneubau am selben Standort. Das Schöpfwerk entwässert ein Einzugsgebiet von rund 12.240 ha und schützt Siedlungsgebiete und landwirtschaftliche Flächen bei Elbehochwasser und Rückstau in die Sude.
Künftig soll das Bauwerk den aktuellen Hochwasserschutzanforderungen entsprechen (höhere Pumpenkapazität: von 11,7 m³/s auf mindestens 13,715 m³/s mit Klimaanpassungsfaktor), wirtschaftlich und energieeffizient betrieben werden sowie die Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zur Durchgängigkeit erfüllen. Angestrebt wird eine DGNB-Zertifizierung mit dem Ziel einer nachhaltigen Zero-Emission-Baustelle.
Zu beachten sind das Niedersächsische Klimagesetz (NKlimaG) und die Verwaltungsvorschriften zur nachhaltigen Beschaffung (VV-NB). Die Vergütung erfolgt auf Basis der HOAI 2021; die Beauftragung erfolgt leistungsphasenweise. Die Finanzierung ist bis Ende 2027 gesichert.
Das Schöpfwerk liegt in einem Biosphärenreservat, FFH-Gebiet und EU-Vogelschutzgebiet; Projektbeteiligte sind u.a. Landkreis Lüneburg, Biosphärenreservatsverwaltung, LAVES, Gemeinde Amt Neuhaus und Unterhaltungsverband Krainke.
Schutzgebiete und umweltfachliche Rahmenbedingungen
Das Bauvorhaben liegt in mehreren naturschutzrechtlich geschützten Gebieten (Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue, FFH-Gebiet, EU-Vogelschutzgebiet). Daraus ergeben sich erhöhte Anforderungen an Umweltverträglichkeit, Artenschutz, FFH-Verträglichkeit und Wasserrahmenrichtlinie sowie an Kartierungen und die Verfahrensbegleitung.
Geotechnik und Baugrund
Aus dem vorliegenden Baugrundgutachten (Anhang 3) ergeben sich u.a. folgende technische Rahmenbedingungen: überwiegend Sande und lagige Schluffe im Baugrund; erforderliche Maßnahmen umfassen Spundwände (u.a. zur bauzeitlichen Vorflutsicherung und zur 'Abdämmung der Krainke'), Winkelstützwände, Baugrubenherstellung und -trockenhaltung, Ramm-/Rüttel-/Pressarbeiten sowie Erdarbeiten mit Aushub und Wiederverwertung/Entsorgung von Bodenmaterial. Bemessungshochwasser: 10,60 mNHN.
Honorarzone und Auftragswert (Rahmen)
Honorarzone 3 (aufgrund vielfältiger Schutzgebietsbetroffenheiten). Geschätzte Auftragswerte (netto):
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenVerfahrensrahmen
Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb. Eignung wird im Teilnahmewettbewerb geprüft; die Ergebnisse der Eignungsprüfung werden bei der späteren Angebotsbewertung nicht erneut herangezogen. Pro Los werden die drei Bewerber mit der höchsten Gesamtpunktzahl zur Angebotsabgabe aufgefordert. Bei Punktgleichheit entscheidet das Los. Zuschlagskriterium: Qualität.
Ausschlussgründe und Registereintrag
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit (beide Lose)
Russland-Sanktionen (beide Lose)
Pflicht-Eigenerklärung gem. VO (EU) 2022/576: keine russische Staatsbürgerschaft, keine Niederlassung in Russland, keine Beteiligung > 50 % durch russische Personen/Unternehmen, kein Handeln im Auftrag solcher Personen; gilt auch für Unterauftragnehmer, Lieferanten und Kapazitätsbereitsteller > 10 % des Auftragswerts sowie für jedes Mitglied einer Bietergemeinschaft.
Bewerbungsform und Mehrfachbewerbungen
U1 – Erstellung von Antragsunterlagen für ein Planfeststellungsverfahren gem. §§ 67 und 68 WHG (umwelt-/naturschutzfachliche Belange)
über Anlage 3a Referenzdatenblatt + max. 2-seitige Projektbeschreibung (Arial 12)
U2 – Erstellung von Antragsunterlagen für ein Planfeststellungsverfahren (umwelt-/naturschutzfachliche Belange)
über Anlage 3a Referenzdatenblatt + max. 2-seitige Projektbeschreibung (Arial 12)
I1 – § 34 HOAI Objektplanung Gebäude: Neubau/Erweiterung/Umbau Gewerbe/Industrie/Landwirtschaft
über Anlage 3b Referenzdatenblatt + max. 2-seitige Projektbeschreibung (Arial 12)
I2a – § 43 HOAI Objektplanung Ingenieurbauwerke Gruppe 3 (Neubau/Erweiterung/Umbau)
über Anlage 3b Referenzdatenblatt + max. 2-seitige Projektbeschreibung (Arial 12)
I2b – § 43 HOAI Objektplanung Schöpfwerk/Pumpwerk Gruppe 3 (Neubau/Erweiterung/Umbau, inkl. Freiflut und Rechenreinigungsanlage)
über Anlage 3b Referenzdatenblatt + max. 2-seitige Projektbeschreibung (Arial 12)
I3 – § 51 HOAI Tragwerksplanung Ingenieurbauwerke Gruppe 3, Leistungsphasen 1–6
über Anlage 3b Referenzdatenblatt + max. 2-seitige Projektbeschreibung (Arial 12)
I4 – § 55 HOAI Technische Ausrüstung Ingenieurbauwerke Gruppe 3 (Pumpen-/Maschinentechnik, Anlagengruppen 1–3 und 7–8), Leistungsphasen 1–8
über Anlage 3b Referenzdatenblatt + max. 2-seitige Projektbeschreibung (Arial 12)
I5 – Fisch-Aufstiegs- und Abstiegsanlage nach DWA-M 509 (inkl. naturnahe Gestaltung), Leistungsphasen 1–8
über Anlage 3b Referenzdatenblatt + max. 2-seitige Projektbeschreibung (Arial 12)