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Starkregenrisikomanagement

Magistrat der Stadt Wetzlar35578 Wetzlar, HessenVeröffentlicht:
Angebotsfrist:

Zusammenfassung

Automatisch erstellt aus den Vergabeunterlagen

Die Stadt Wetzlar beauftragt ein kommunales Starkregenrisikomanagement für ein 75,7 km² großes Betrachtungsgebiet. Gefordert sind ein zweidimensionales hydrodynamisches Simulationsmodell, die Simulation von Starkregenereignissen, Starkregengefahrenkarten, eine Risikoanalyse, ein Handlungskonzept mit zentralen und dezentralen Maßnahmen sowie Workshops, Bürgerbeteiligung und GIS-fähige Ergebnisdaten.

Das Angebot ist elektronisch in Textform über die Vergabeplattform einzureichen. Nebenangebote sind nicht zugelassen.

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Zeitplan & Fristen

Aus den Vergabeunterlagen extrahiert
Angebotsfrist: 16. November 2026
Termin / FristOKT2026 JAN2027 APR JUL OKT JAN2028 APR
Veröffentlichung23. Okt. 2026
Angebotsfrist16. Nov. 2026
Ausführungsbeginn1. Dez. 2026
Vertragslaufzeitca. 1. Dez. 2026 – 30. Nov. 2027
Vertragslaufzeitca. 1. Dez. 2026 – 31. Mai 2028
Bindefrist31. Dez. 2026
Vertragsende31. Mai 2028
GremienbefassungDatum offenVoraussichtlich 4 bis 6 Monate für Behandlung und Beschlussfassung von Analyse und Konzept; kein Kalenderdatum angegeben.
Nachlaufende LeistungenDatum offenKein festes Datum in den Unterlagen
vor Angebotsabgabenach Angebotsabgabegeschätzt

Zuschlagskriterien

Gewichtung laut Vergabeunterlagen
Preis & Qualität6 Kriterien
Preis 30%Qualität 70%
  • Fachliche Eignung70%

    Index 1: Bewertung der fachlichen Eignung der Bieter anhand eines detaillierten Konzepts mit fachtechnischen Lösungsansätzen, Konzeptideen, Skizzen oder Visualisierungen sowie der Zuständigkeits- und Verantwortungszuordnung des eingesetzten Personals.

  • Preis30%

    Index 2: Der günstigste Bieter erhält den Maximalwert 30; die übrigen Bieter werden nach der relativen Preisformel bewertet.

Index 1 + Index 2 = Gesamtindex K (Maximalwert 100). Index 1 = erreichte Punktzahl der fachlichen Eignung (Maximalwert 70). Index 2 = Niedrigster Bieterpreis / eigener Angebotspreis * 30. Bewertung der Fachkriterien über prozentuale Punktevergabe: hervorragend 100%, überdurchschnittlich 80%, befriedigend 60%, ausreichend 40%, mangelhaft 20%, fehlend 0% der jeweiligen Punktzahl.

KI-Hinweis: Alle Zuschlagskriterien, Gewichtungen und Bewertungsformeln sind in der Leistungsbeschreibung vollständig angegeben; die Bekanntmachung verweist hierzu auf die Vergabeunterlagen.

Leistungsumfang

Aus den Vergabeunterlagen

Betrachtungsgebiet und Grundlagendaten

Das hydrodynamische und hydrologische Betrachtungsgebiet umfasst insgesamt 75,7 km², davon 23,6 km² Siedlungsfläche und 52,1 km² unbebaute Außengebietsfläche sowie 9 Ortslagen. Ein bekannter Überlastungspunkt der Siedlungsentwässerung ist zu berücksichtigen. Die Abgrenzung der Betrachtungsgebiete erfolgt anhand der Gewässereinzugsgebiete; Teilflächen von etwa 5 km² sind mit dem Auftraggeber abzustimmen.

Kommunale und zusätzlich zu erhebende Daten werden aufbereitet. Hierzu gehören DGM1- beziehungsweise Laserscandaten, offene und verrohrte Gewässerläufe, Verdolungen, Bauwerke, Querprofile, Rückhaltebauwerke, Außengebietsanschlüsse und ALKIS-Daten. Die vorhandenen Grundlagendaten sind auf Aktualität zu prüfen und ein etwaiger Nacherhebungsbedarf abzustimmen.

Modell- und Datenaufbau

Erstellen eines digitalen hydraulischen Oberflächenmodells für 75,7 km² auf Basis von DGM1-/Laserscandaten und Integration abflussrelevanter Strukturen. In das zweidimensionale hydrodynamische numerische Simulationsmodell sind unter anderem Punktquellen, Bruchkanten, fließtiefenabhängige Rauheitswerte, Verdolungen, Brückendurchlässe sowie Elemente der Siedlungsentwässerung und des Überflutungsschutzes einzubinden.

Das Kanalnetz mit 400 km Länge und 72 relevanten Bauwerken beziehungsweise Elementen ist mit dem Oberflächenabfluss zu koppeln. Ergänzende Aufnahmen vor Ort sowie Vermessungen relevanter Gräben und Gewässer und die Erfassung großflächiger Gebietsveränderungen sind einzuplanen.

Starkregenaufbereitung und Simulation

Historische Starkregenereignisse sind anhand von RADOLAN-Daten zu recherchieren und aufzubereiten. Für mindestens zwei historische Ereignisse sind Überflutungssimulationen mit mindestens einer Stunde Nachlauf durchzuführen und zu einer Starkregengefahrenkarte zusammenzuführen. Zusätzlich sind 30 KOSTRA-DWD-2020-Oberflächenabflussszenarien mit 60 Minuten Dauer und Wiederkehrintervallen von 30, 50 und 100 Jahren sowie 15 weitere Szenarien mit 90 l/m² in einer Stunde als Euler-Modellregen Typ II einzurechnen.

Eine optionale zusätzliche Simulation mit sediment- oder geschwemmselfbedingten Ausfällen ist je Szenario zu kalkulieren. Bei Einzugsgebieten größer 5 km² sind Teilflächen von etwa 5 km² vorzusehen. Optional sind KOSTRA-Daten zu beschaffen und zu verwenden.

Gefährdungsanalyse und Plausibilisierung

Die Modellberechnungen sind durch Vorsimulation, Prüfung, Validierung, Optimierung, Ortsbegehung und Modellanpassung zu plausibilisieren. Abgelaufene Hochwasser- und Starkregenereignisse sowie RADOLAN- und KOSTRA-Daten werden abgeglichen und dokumentiert; eine Abflussbilanzierung und Volumenkontrolle ist durchzuführen.

Darzustellen sind Überflutungstiefen, Fließgeschwindigkeiten, Personengefährdung, ergänzend Fahrzeuggefährdung und Straßenpassierbarkeit. Kritische Infrastrukturpunkte und Abflussganglinien an Kontrollquerschnitten sind zu bewerten. Bei KOSTRA-Simulationen ist die unbegrenzte Leistungsfähigkeit der Gewässer außerhalb von Siedlungsgebieten zu berücksichtigen.

Gefahrenkarten und animierte Darstellung

Erstellen und Fortschreiben von Starkregengefahrenkarten, darunter Überflutungstiefenkarten und Fließgeschwindigkeitskarten in DIN A0 und Maßstab 1:5.000 als PDF und Druck, eine Übersichtskarte der Nutzungsklassen und Rauheiten, eine Übersichtskarte mit DGM-Modifikationen sowie eine Überflutungsanimation. Die Karten enthalten mindestens 24 Fünf-Minuten-Zeitschritte und eine Mindestabspieldauer von 30 Sekunden. Zusätzlich ist eine WebGIS-Starkregengefahrenkarte bereitzustellen.

Plangrößen, Kartenausschnitte und die Blattschnittübersicht sind mit dem Auftraggeber abzustimmen. Die Aufbereitung aller Kartenblätter eines Kartensatzes als PDF sowie ein vollständiger Kartensatz Druck sind einzurechnen.

Risikoanalyse

Die Starkregengefahrenkarten werden nach DWA-M 119 ausgewertet. Kritische Objekte und Bereiche sind flächenbezogen zu identifizieren und zu bewerten; die Erstbewertung ist als GIS-Datensatz zu liefern. Eine Gefährdungskarte mit eingestauten Flächen ab einer Überflutungstiefe von 30 cm 60 Minuten nach Regenende ist in DIN A0, Maßstab 1:5.000, als PDF, Druck und GIS-fähig aufbereitet bereitzustellen. Für besonders betroffene Objekte und Bereiche sind Detailanalysen und Risikosteckbriefe zu erstellen; die genaue Anzahl wird während der Bearbeitung ermittelt.

Handlungskonzept und Maßnahmen

Mit verschiedenen kommunalen Akteuren wird ein Handlungskonzept mit den Bausteinen Informationsvorsorge, Flächenvorsorge, Krisenmanagement sowie zentrale und dezentrale bauliche Maßnahmen entwickelt. Das Konzept ist fachlich und organisatorisch zu begleiten, inhaltlich und redaktionell auszuarbeiten und als PDF zu liefern. Identifizierte Maßnahmen sind örtlich zuzuordnen. Bei Gewässern erfolgt die Abstimmung mit der unteren Wasserbehörde.

Optional ist die Wirkung geeigneter Maßnahmen für ein historisches Starkregenereignis durch eine zusätzliche Überflutungssimulation darzustellen.

Akteursbeteiligung und Projektkommunikation

Die lokalen Fachstellen, insbesondere Tiefbauamt, Stadtplanungsamt, Feuerwehr und gegebenenfalls Landratsamt, sowie kommunale Akteure sind in die Entwicklung eingebunden. Die ursprüngliche Unterlagenübersicht nennt vier reguläre Projektbesprechungen zu je vier Stunden sowie einen Risikoanalyse-Workshop und drei Handlungskonzept-Workshops zu je vier Stunden. Zusätzlich sind eine Bürgerinformationsveranstaltung von zwei Stunden sowie Abschlusspräsentationen, bei Bedarf auch nach dem vorgesehenen Projektzeitraum, durchzuführen. Für die Besprechungen und Workshops sind Protokolle zu erstellen und zu verteilen.

Berichte, Pläne und Datenübergabe

Einen Erläuterungsbericht zur Gefährdungsanalyse und einen Erläuterungsbericht nebst Plananlagen zu erarbeiten. Der Erläuterungsbericht ist in einer einfachen Druckausfertigung und als PDF abzugeben. Sämtliche Ergebnis- und Eingangsdaten sind GIS-fähig aufzubereiten und zu übergeben.

Die Datenübergabe umfasst ETRS89/UTM Zone 32N (EPSG: 25832), den Höhenbezug DHHN2016, GeoTIFF-Rasterdaten mit maximal 1,0 m × 1,0 m, GeoPackage oder ESRI-Shapefile als Vektordaten, UTF-8, eindeutige englische oder deutsche Feldbezeichnungen ohne Sonderzeichen, einen Datenkatalog beziehungsweise Metadaten, QGIS-Stildateien (.qml/.sld) sowie durchsuchbare, hochauflösende und druckfähige PDF-Pläne. In zwei technischen Abstimmungsgesprächen sind Datenstrukturen, Feldlängen und Layerbezeichnungen für den Import in INGRADA verbindlich festzulegen.

Eignungskriterien

Geforderte Nachweise laut Vergabeunterlagen

Fachliche Eignung

Fundierte Kenntnisse in der Entwicklung kommunaler Starkregenrisikomanagementkonzepte einschließlich Simulation und Analyse der Abflusswege, Risikoanalyse, Handlungskonzept sowie Identifikation zentraler und dezentraler Maßnahmen werden gefordert. Ebenfalls gefordert sind Kenntnisse in geografischen Informationssystemen und Schnittstellen, Erfahrung mit kommunalen Verfahren und kommunalen Handlungsempfehlungen sowie Erfahrung in Projektmanagement und Akteursbeteiligung.

Mit dem Angebot sind mindestens drei geeignete Referenzprojekte vorzulegen. Die Leistungsbeschreibung nennt dafür die letzten fünf Jahre und bevorzugt Projekte in Hessen, alternativ in Deutschland, möglichst im Lahn-Dill-Kreis und in umliegenden Landkreisen. Das Vergabeformular verlangt drei Referenzen aus den letzten drei Jahren mit Ansprechpartner, Art der Leistung, Auftragssumme und Ausführungszeitraum.

Darstellung der Leistungsfähigkeit

Die technische Ausstattung, die Arbeitsmethoden und die eingesetzten Werkzeuge sind darzustellen. Die Qualifikation der für die Stadt Wetzlar eingeplanten Personen ist zu beschreiben und den Aufgaben zuzuordnen. Bei Arbeitsgemeinschaften oder Nachunternehmern ist die geplante inhaltliche Aufgabenteilung anzugeben. Die Darstellung der Risikoanalyse und des Handlungskonzepts sowie die Anschlussfähigkeit an die Starkregenrisikomanagementsysteme benachbarter Städte und Gemeinden sind Bestandteil der fachlichen Darstellungen.

Eignungsnachweise und Erklärungen

Mit dem Angebot ist die Eigenerklärung zur Eignung für Liefer- und Dienstleistungen, FB 124_LD, oder alternativ eine Einheitliche Europäische Eigenerklärung vorzulegen. Alternativ kann der Eignungsnachweis durch einen Eintrag in einem amtlichen Verzeichnis, etwa dem PQ-Verzeichnis, oder durch ein Zertifikat nach europäischen Zertifizierungsstandards geführt werden.

Der Bieter erklärt, dass ihm die für die Ausführung erforderlichen Beschäftigten zur Verfügung stehen und dass er in den letzten drei Jahren vergleichbare Leistungen ausgeführt hat. Gefordert sind außerdem Erklärungen zu Insolvenzverfahren und Liquidation, zum Fehlen von Ausschlussgründen beziehungsweise Selbstreinigung, zur Zahlung von Steuern, Abgaben und Beiträgen zur gesetzlichen Sozialversicherung, zur Mitgliedschaft bei der Berufsgenossenschaft und gegebenenfalls zur Eintragung in ein Berufsregister.

Bietergemeinschaften müssen eine unterzeichnete Erklärung aller Mitglieder vorlegen und die Gesamthaftung übernehmen. Nachunternehmer sind mit Namen sowie Art und Umfang ihrer Teilleistungen bereits bei Angebotsabgabe zu benennen. Werden Leistungsfähigkeit oder Kapazitäten anderer Unternehmen in Anspruch genommen, sind die Formblätter 235 und 236 zu verwenden.

Wertung der fachlichen Eignung

Die fachliche Eignung wird mit 70 Prozent gewichtet: 20 Prozentpunkte für Referenzprojekte in Hessen und Deutschland, 15 Prozentpunkte für Arbeitsmethoden und Werkzeuge, 15 Prozentpunkte für die Qualifikation des Personals einschließlich Projektmanagement und Akteursbeteiligung, 15 Prozentpunkte für Risikoanalyse und Handlungskonzept sowie 5 Prozentpunkte für die Anschlussfähigkeit an die Systeme benachbarter Städte und Gemeinden. Der Preis wird mit 30 Prozent gewichtet. Die Bewertung erfolgt im Vier-Augen-Prinzip.

Referenzprojekte
3 ReferenzenZeitraum: Letzte fünf Jahre laut Leistungsbeschreibung; im Vergabeformular sind die letzten drei Jahre genannt.

Mindestens drei geeignete Referenzen über kommunale Starkregenrisikomanagementkonzepte mit Simulation und Analyse von Abflusswegen, Risikoanalyse, Handlungskonzept, Maßnahmenentwicklung, GIS-Einsatz, Akteursbeteiligung und kommunaler Verfahrenserfahrung. Bevorzugt in Hessen, alternativ in Deutschland, möglichst im Lahn-Dill-Kreis oder in umliegenden Landkreisen. Das Vergabeformular verlangt drei Referenzen aus den letzten drei Jahren mit Ansprechpartner, Art der Leistung, Auftragssumme und Ausführungszeitraum; die Leistungsbeschreibung nennt mindestens drei geeignete Referenzen aus den letzten fünf Jahren.

Ähnliche kommunale Starkregenrisikomanagementleistungen; je Referenz sollen Ansprechpartner, ausgeführte Leistung, Auftragssumme und Ausführungszeitraum angegeben werden. Projekte dürfen abgeschlossen oder laufend sein.

KI-Hinweis: Alle Eignungskriterien wurden per KI aus den Vergabeunterlagen extrahiert. Mit TendiGo prüfen Sie in wenigen Minuten, ob Ihr Unternehmen die Anforderungen erfüllt.

Wettbewerb & Angebotsprognose

Erwartete Konkurrenz auf Basis vergleichbarer Vergaben
4–10Angebote erwartet
Median vergleichbarer Vergaben: rund 6 Angebote
Mittlere Konkurrenz
Wahrscheinliche Bieterzahl
1–3 · 39%4–10 · 53%11+ · 9%
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Auf einen Blick

Auftraggeber
Magistrat der Stadt Wetzlar
Anschrift
35578 Wetzlar
Ort
35578 35578 Wetzlar
Kategorie
Hessen
Veröffentlicht
Angebotsfrist
Auftraggeber-Website
www.wetzlar.de ↗

Erfüllungsort

Ort der Leistung
35578 35578 Wetzlar
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