Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie TU Braunschweig schreibt im offenen Verfahren die Errichtung und 4-jährige Wartung der Versorgungsanlage für technische Gase im Neubau des Physikgebäudes (Hans-Sommer-Straße 10, Braunschweig) aus.
Was zu liefern und zu installieren ist:
Pflicht-Anteil: Wartungs- und Störungsbeseitigungsvertrag über 4 Jahre ist zwingend mit dem Angebot einzureichen.
Angebotsabgabe: 06.10.2026, 10:00 Uhr – ausschließlich digital über das Vergabeportal Niedersachsen.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel und Instandhaltungsangeboten. Werkstätten für Behinderte erhalten einen Bonus von 15 Prozent auf die Wertungssumme.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenProjektrahmen und Schnittstellen
Neubau eines viergeschossigen Physikgebäudes mit Technikzentrale im 4. OG (ca. 60 × 40 m), Hans-Sommer-Straße 10, 38106 Braunschweig. Auftraggeber: TU Braunschweig, GB 3 – Gebäudemanagement. Bauseits gestellt: Stickstofftank und Verdampfer, Helium-Verflüssigungsanlage in Räumen 021/022, Wasserstoff-Flaschenbündel 2× 300 bar, erdverlegte Medienrinne außen, Kernbohrungen, Baustrom und Bauwasser (kostenfrei). Übergabepunkte: Druckluft/Stickstoff als Kugelhahn auf 2,85 m OKFF an Energiezellen; Helium-Rückführung als Kugelhahn/Rückschlagventil/KF-Flansch auf 1,5 m OKFF; Wasserstoff-Schnittstelle als GSPS-Ausgang zum Gewerk Reinraum.
Druckluft – Erzeugung, Aufbereitung und Verteilung
Zentrale Drucklufterzeugung im Technikgeschoss: 2× Schraubenkompressor Kaeser SX6 (je 480 l/min bei 11 bar), Kältetrockner, Druckluftspeicher 1.000 l, Filter und Abscheider. Druckluftqualität nach ISO 8573-1 Klasse 1.4.2. Dezentrale Aufbereitung mit Membrantrockner (−20 °C Drucktaupunkt) für die Helium-Verflüssigungsanlage. Edelstahl-Verteilnetz (Presssystem) in alle Labor- und Nebenbereiche.
Stickstoff gasförmig und flüssig
Stickstoff gasförmig (Reinheit 5,0) über Edelstahlnetz ab bauseitigem Lagertank/Verdampfer bis zu den Energiezellen; Auslegung 20 m³/h je Energiezelle, 50 m³/h je Geschoss, 100 m³/h gesamt bei 10 bar; Verbindungsart Klemmringverschraubung bis DN 50. Flüssigstickstoff über vakuumisolierte Edelstahlleitung vom bauseitigen Lagertank zur Abfüllanlage für Kryobehälter im EG inkl. Sicherheitstechnik (Totmannschaltung, erhöhte Lüftung); Außenverlegung in Bodenrinne.
Wasserstoff-Versorgung
Versorgung eines Reinraums im 3. OG über externe Bündelbatterie (300 bar). Druckreduzierung über 2-stufige Umschaltstation. Leitung auf/in Medienrinne bis Fassade, dann außen auf Fassade bis Eintritt in ca. 17 m Höhe. GSPS-System mit Not-Aus. Orbitalschweißung. Max. Volumenstrom 2 m³/h bei 10 bar.
Helium-Rückführung
Rohrleitungsnetz (DN 12–80) zur Rückführung des in den Verflüssigern verdampften Heliums zur bauseitigen Helium-Verflüssigungsanlage in Raum 022/021. Klemmringverschraubungen bis DN 50, Schweißverbindungen ab DN 50. Erdverlegte Anbindung an das Bestandsgebäude in orbitalgeschweißter Ausführung.
Übergeordnete Montage-, Prüf- und Dokumentationsleistungen
Stahlrohrleitungen bis DN 50, Blechrosetten, Rohrleitungskennzeichnung, Brandschutzmanschetten (div. Größen) und -abschottungen, Schließen von Durchbrüchen. Potentialausgleich über Erdungsschellen und Potenzialausgleichsleitung NYM-I 1×16 mm² grün/gelb (ca. 120 m). Trockenbaudurchbrüche, Kernbohrungen DN 60–250, Gipskartonausschnitte. Dichtheitsprüfungen je Prüfabschnitt (Inertgas/VDMA 4390-2), Spülen und Konservieren (10-fache Druckwechselspülung). Projektraumnutzung (internetbasiert), Bautagebuch, wöchentliche Baubesprechungen (Teilnahmepflicht), Kabelzuglisten für Elektro und MSR, Anlagenkennzeichnungsschlüssel (AKS) gemeinsam mit MSR/GA prüfen und fortschreiben, Baumanagement-Software (mind. Projektleiter und Bauleiter anmelden, wöchentliche Ticket-Bearbeitung).
Planung, Inbetriebnahme und Probebetrieb
Montageplanung in CAD (Layer gemäß AG-Standard, Maßstab 1:20/1:50 für Grundrisse/Schnitte, Schemata als Schaltschemen), 3-fache farbige Papierausfertigung + DWG + PDF, 2 Ortstermine einkalkulieren; Vorlage 4 Wochen nach Einweisungsgespräch, Korrekturlauf 2 Wochen nach Anzeige. Revisionsunterlagen 14 Tage vor VOB-Abnahme in 2-facher Ausfertigung (Papier + digital): Bestands- und Revisionspläne, Prüfprotokolle, Bedienungs- und Wartungsanleitungen, Geräte-/Ersatzteilliste, Verwendbarkeitsnachweise. Gewerkeübergreifende Inbetriebnahme aller Erzeugungsanlagen und 5 Rohrnetze, Einweisungen. Probebetrieb Technisches Monitoring (TMon) 2 Wochen, Schwarzschaltung 1 Tag, bauzeitlicher Betrieb bis zur Gesamtabnahme (ca. 8 Wochen). Nach Inbetriebnahme 4 Druckluftqualitätsmessungen je Erzeugung und je dezentraler Aufbereitung im Abstand von 1 Woche. Stundenlohnarbeiten Obermonteur/Monteur/Helfer je 10 Stunden.
Wartung, Inspektion und Störungsbeseitigung (zwingender Angebotsbestandteil)
Wartung, Inspektion und kleine Instandsetzungsarbeiten gemäß Arbeitskarten (Anhang 2) nach AMEV 2018 für die Neuanlage, Laufzeit 4 Jahre ab Vertragsbeginn (Regelvertragszeitraum 24 Monate ab Bauabnahme, automatische Verlängerung um 12 Monate, Kündigung 3 Monate vor Ablauf). Kleine Instandsetzungen bis 25 € Nettowert je Ersatzteil; Materialien, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Entsorgung enthalten. Ergänzungsvertrag Störungsbeseitigung mit Bereitschaftsdienst (ganzjährig, 7 Tage/Woche), max. 48 h Reaktionszeit, Störungsmeldungen auch per Datenfernübertragung. Jährliche Berichte mit Wartungs- und Störungsübersichten. Haftpflichtversicherung erforderlich (Personenschäden 2 Mio €, Sachschäden 1 Mio €, Vermögensschäden 0,5 Mio €).
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenAllgemeine Anforderungen an den Auftragnehmer
Eintragung in Handwerksrolle, IHK oder Handelsregister (mindestens eine Form); alternativ Präqualifikation (PQ-Nummer). Keine Ausschlussgründe nach § 6e EU VOB/A: kein Insolvenzverfahren, keine schwere Verfehlung, keine Verurteilung in den letzten zwei Jahren wegen Straftaten mit Freiheitsstrafe > 3 Monate oder Geldstrafe > 90 Tagessätze, ordnungsgemäße Zahlung von Steuern/Abgaben/Sozialversicherungsbeiträgen, Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Umsatz des Unternehmens in den letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahren, soweit er Bauleistungen und andere Leistungen betrifft, die mit der zu vergebenden Leistung vergleichbar sind (inkl. Anteil bei ARGE-Leistungen). Angabe, ob das Unternehmen ein KMU ist (< 250 Beschäftigte und ≤ 50 Mio € Jahresumsatz bzw. ≤ 43 Mio € Jahresbilanzsumme).
Technische und berufliche Leistungsfähigkeit
Mindestens 3 Referenznachweise über vergleichbare Leistungen aus den letzten 5 Kalenderjahren. Verfügbarkeit der für die Ausführung erforderlichen Arbeitskräfte; bei Zuschlag Angabe der durchschnittlich beschäftigten Arbeitskräfte der letzten 3 Jahre, gegliedert nach Lohngruppen mit extra ausgewiesenem Leitungspersonal. Bauleiter/Vorarbeiter mit fließenden Deutschkenntnissen in Wort und Schrift; Fachkraft für Arbeitssicherheit mit Qualifikationsnachweis.
Rechtliche und vertragliche Anforderungen
Tariftreue- und Mindestentgelterklärung (12,82 €/h ab 01.01.2025; 13,90 €/h ab 01.01.2026) nach § 4 Abs. 1 NTVergG. Eigenerklärung zu Verordnung (EU) 2022/576 (keine russischen Staatsangehörigen, keine >50 %-Beteiligung durch Russland, kein Handeln im Auftrag Russlands); Nachunternehmer/Lieferanten mit > 10 % Auftragswert ebenfalls ohne Russland-Bezug. Eignungsleihe und Nachunternehmereinsatz zulässig mit Verpflichtungserklärung (Formblatt 236); bei ARGE gesamtschuldnerische Haftung.
Bauausführung und Baustellenorganisation
Einhaltung aller Umweltvorschriften, Sicherheitsbestimmungen, VOB, DIN, UVV, BG-Regeln. Verpflichtung zur Teilnahme an wöchentlichen Baubesprechungen, Nutzung der Baumanagement-Software, baubegleitende Fotodokumentation der Brandschutzdurchführungen. Haftpflichtversicherung mit Mindestdeckung (Personenschäden 2 Mio €, Sachschäden 1 Mio €, Vermögensschäden 0,5 Mio €).
Vergleichbare Leistungen im Bereich Technische Gase (Druckluft-, Stickstoff-, Wasserstoff-, Heliumanlagen) aus den letzten 5 Kalenderjahren; mindestens 3 Referenzbescheinigungen (Formblatt 444) auf gesondertes Verlangen der Vergabestelle
Referenzbescheinigung Formblatt 444 mit Ansprechpartner des Auftraggebers, Art und Menge der Leistung, Auftragssumme (netto), Ausführungszeitraum, Leistungsumfang (mit eigenem Personal), Zahl eingesetzter Arbeitnehmer, technische Anforderungen, Baumaßnahmenart (Neubau/Umbau/Denkmal), vertragliche Bindung (Hauptauftragnehmer/ARGE/Nachunternehmer), ggf. koordinierte Gewerke und Auftraggeberbestätigung über vertragsgemäße Ausführung