Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie VWS Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd GmbH beschafft im Rahmen eines vom Bundesministerium für Verkehr geförderten Pilotprojekts erstmals drei batterieelektrische Linienbusse: zwei 12-Meter-Solobusse und einen 18-Meter-Gelenkbus. Die Fahrzeuge sollen ab Ende 2027 im Stadt-Regionalverkehr (Linien nach SORT 2 und 3) auf dem Betriebshof per CCS2-Steckerladung geladen werden und Dieselfahrzeuge ersetzen.
Es handelt sich um eine beschränkte Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb. Bieter müssen zunächst einen Teilnahmeantrag mit Eignungsnachweisen (Handelsregister, Haftpflichtversicherung, Referenzen, ISO 9001) einreichen. Bis zu fünf bestbewertete Bewerber werden anschließend zur Angebotsabgabe aufgefordert. Die Bewertung der Angebote erfolgt über eine Matrix aus Wirtschaftlichkeit, Erfüllungsgrad Lastenheft und Teststellung.
Zum Leistungsumfang gehören neben der Fahrzeuglieferung auch ein Monitoring-System, eine Telematik-Plattform, Schulungen, sowie umfangreiche Garantie- und Serviceleistungen über eine kalkulatorische Nutzungsdauer von 12 Jahren.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Angebotspreis45%
Angebotspreis entsprechend Leistungsverzeichnis (4040_Leistungsverzeichnis) inkludiert Lieferung der Fahrzeuge und eventuelle Betriebskosten über die definierte Einsatzzeit. Basispositionen und Optionen werden gleichermaßen berücksichtigt.
- Erfüllungsgrad Lastenheft30%
Erfüllungsgrad des Lastenhefts (4030) inkl. technische Anforderungen gem. Dokumenten 4032+4033_Technische Daten. Jede Anforderung im Lastenheft stellt ein Unterkriterium dar.
- Erfüllungsgrad Lastenheft - Bindende Mindestanforderungen (Muss-Kriterien)
Verbindliche Mindestanforderungen, deren Nichterfüllung zum zwingenden Ausschluss des Angebots führt. Definiert in Dokument 4030 (Lastenheft) und 4032+4033_Technische Daten.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenFahrzeuglieferung und -typen
Lieferung von insgesamt drei baugleichen bzw. fahrzeugtypspezifisch ausgelegten batterieelektrischen Linienbussen:
Fahrzeugklasse M3 Klasse I gemäß ECE-R 107, mit Schulbus-Zulassung, Niederflurausführung. Einsatz im Stadt-Regionalverkehr auf wechselnden Linien nach SORT 2 und 3. Jährliche Laufleistung: Solobus 70.000 km, Gelenkbus 55.000 km. Kalkulatorische Nutzungsdauer 12 Jahre (Solobus 840.000 km, Gelenkbus 660.000 km). Spätester Lieferzeitpunkt 31.12.2027.
Antrieb, Batterie und Ladeinfrastruktur
Batterieelektrischer Antrieb als Zentralmotor oder Elektro-Portalachse mit Rekuperation. Flüssigkeitsgekühlte Batterie (Liquid Cooling), Montage mit Schwenkarm-Rahmen, separater Temperierungskreislauf für die Antriebsbatterie sowie einheitliches Kältemittel für alle Temperierungskreisläufe.
Anforderungen u.a.:
Fahrzeugausstattung und Komponenten
Werkseitiger Einbau aller Komponenten inkl. Montage, Verkabelung, Anschluss, Kennzeichnung, Funktionsprüfung und Dokumentation. Wesentliche Komponenten:
Fahrzeugdatenmanagement, Konnektivität und Ladekommunikation
Datenbereitstellung in drei Anwendungsfeldern während der gesamten Einsatzdauer:
1. Betrieblicher und technischer Zustand: Daten mindestens gemäß VDV-Schrift 238, Schnittstellen FMS-Gateway (DIN 72585), SAE J1939, GSM-Modem, GPS-Antenne. Optional eigene Cloudlösung mit REST-API sowie webbasierte Nutzerplattform (24 Monate ab Übergabe enthalten) mit Dashboard für Position, Streckenverlauf, Fahrzeug- und Batteriezustand, Restreichweite, Fehlermeldungen und Reports.
2. Ladeprozess: Daten gemäß VDV 261, Konformität mit ISO 15118-20, -3 und -5, drahtlose Kommunikation gemäß ISO 15118-8 oder gleichwertig.
3. Diagnose: Betriebsstunden, Sensordaten, Fehlerspeicher aller Komponenten (auch Ladegeräte), OBD-2-Schnittstelle.
Schnittstelle zum Dispositionssystem des AG für Soll/Ist-Abgleich der Restreichweite. EMV-Verträglichkeit sicherzustellen, keine Beeinträchtigung bestehender ITCS-, Fahrgastinformations- oder Kommunikationssysteme.
Dokumentation, Schulung und Support
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenBefähigung zur Berufsausübung
Eintragung im Handelsregister oder einem vergleichbaren Berufsregister des Herkunftslandes. Nachweis über Formblatt 2.1.
Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
Nachweis einer Haftpflichtversicherung mit einer Mindestdeckung von 5.000.000 EUR pro Jahr für Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Vorzugsweise als Eigenerklärung (Formblatt 2.2.2); alternativ Bereitschaftserklärung mit Verpflichtung, den Versicherungsabschluss innerhalb von 3 Wochen nach Zuschlagserteilung nachzuweisen.
Technische Leistungsfähigkeit – Referenzen
Mindestens 3 Referenzen über die Herstellung und Lieferung von batterieelektrischen Bussen der EU-Fahrzeugklasse M3 Klasse I (oder vergleichbar) im ÖPNV-Linienverkehr. Je Referenz müssen zum Abnahmezeitpunkt mindestens 3 batterieelektrische Gelenkbusse endabgenommen sein. Auftrags- bzw. Zuschlagserteilung darf nicht vor dem 01.01.2023 liegen.
Maximal 3 Referenzen werden als Wertungsreferenzen gewertet (+5 Punkte je Referenz, +10 Punkte zusätzlich bei Typgenehmigung gem. EU-VO 2018/858). Bis zu 3 weitere Referenzen können als Ergänzungsreferenzen für die Eignungsprüfung eingereicht werden. Nachweis je Referenz über Formblatt 2.3.1.
Technische Leistungsfähigkeit – Qualitätssicherung
Nachweis eines wirksamen Qualitätssicherungssystems, z.B. ISO 9001 oder ein gleichwertiges System. Nachweis über Formblatt 2.3.2.
Ausschlussgründe (dürfen nicht vorliegen)
Keine strafrechtlichen Verurteilungen wegen schwerer Delikte (u.a. Terrorismus, Geldwäsche, Korruption, Betrug, Kinderarbeit) in den letzten 5 Jahren. Keine Verstöße gegen Steuer-, Abgaben- oder Sozialversicherungspflichten. Keine wesentlichen Mängel bei früheren öffentlichen Aufträgen. Keine Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit. Keine Täuschungen im Vergabeverfahren. Kein Verstoß gegen MiLoG, AEntG, SchwarzArbG, LkSG oder § 98c AufenthG. Kein Russland-Bezug im Sinne von Art. 5k EU-VO 833/2014. Nachweise über Formblätter 1.1 bis 1.10.
Auswahlverfahren und Bietergemeinschaften
Nach Abschluss des Teilnahmewettbewerbs werden bis zu 5 bestbewertete Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert. Bei Punktegleichheit werden Bewerber mit den meisten Fahrzeugen in Summe der Wertungsreferenzen priorisiert.
Bei Bietergemeinschaften hat jedes Mitglied den Teilnahmeantrag vollständig auszufüllen (Referenzen nur durch ein beteiligtes Mitglied erforderlich). Bei Eignungsleihe ist zusätzlich die Verpflichtungserklärung (Formblatt 1030) des eignungsleihenden Unternehmens vorzulegen.
Lieferung von batterieelektrischen Bussen, EU-Fahrzeugklasse M3 Klasse I (oder vergleichbar), Einsatz im ÖPNV-Linienverkehr
Formblatt 2.3.1 mit Auftraggeber, Ansprechpartner, Bestell-/Liefer-/Abnahmezeitpunkt, Fahrzeuganzahl, Fahrzeugklasse, Antrieb, Typ, Zulassung, Fahrgastkapazität; Zusatzpunkte für EU-Typgenehmigung gem. VO (EU) 2018/858