Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Stadt Chemnitz beschafft eine flächendeckende Befliegung des Stadtgebiets im Jahr 2027. Der Auftragnehmer erstellt daraus hochauflösende Senkrecht- und Schrägluftbilder, ein bildbasiertes digitales Oberflächenmodell, TrueOrthophotos und ein vollständig georeferenziertes, texturiertes 3D-Mesh.
Die Ergebnisse dienen der Aktualisierung der Geobasisdaten und sollen direkt in ArcGIS Enterprise 11 oder neuer veröffentlicht werden können. Es handelt sich um eine einheitliche Leistung ohne Lose; Nebenangebote sind nicht zugelassen.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis40%
Niedrigster Brutto-Wertungspreis erhält 100 Punkte, weitere Angebote absteigend nach prozentualem Abstand zum niedrigsten Angebotspreis.
- Qualität60%
Oberkriterium Qualität, unterteilt in qualitätssichernde Maßnahmen und Risikominimierung. Bewertung anhand Konzept nach Bewertungsmatrix, max. 10 Seiten.
Preis: Niedrigster Brutto-Wertungspreis erhält 100 Punkte, weitere Angebote absteigend nach prozentualem Abstand. Qualitätskriterien: Erreichte Punkte x 100 / maximal erreichbare Punkte 10 x Wichtung. Angebot mit höchster Gesamtpunktzahl erhält Zuschlag.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenBildflug und Bildaufnahme
Das Stadtgebiet Chemnitz mit einer Fläche von etwa 221 km² ist im Jahr 2027 in der belaubungsfreien Zeit flächendeckend mit einem Flugzeug und einer großformatigen digitalen Kamera zu befliegen. Der Bildflug ist nach Freigabe ab dem 10.03.2027 vorgesehen und bis zum 18.04.2027 abzuschließen.
Simultan sind Senkrechtaufnahmen und Schrägluftbilder in vier Himmelsrichtungen aufzunehmen. Für Senkrechtaufnahmen gelten eine Bodenauflösung von höchstens 0,05 m, vier Kanäle RGBI, mindestens 80 % Längsüberlappung und mindestens 60 % Querüberlappung. Schrägluftbilder benötigen eine Bodenauflösung von höchstens 0,1 m, drei Kanäle RGB und einen Kamerawinkel von etwa 45°. Die Aufnahmetechnik muss Bewegungsunschärfe durch Bildwanderungskompensation vermeiden.
Georeferenzierung und Luftbilddaten
Die Bilddaten sind mittels kombinierter DGPS/INS-Positionierung und Aerotriangulation zu georeferenzieren. Für die Lagegenauigkeit gilt die Genauigkeitsklasse LB4 mit einer Standardabweichung von höchstens ±5 cm oder besser.
Senkrechtluftbilder sind als vierkanalige RGBI-Geotiffs mit TFW-Dateien, Schrägluftbilder als Geotiffs mit TFW-Dateien und einem Kamerawinkel von etwa 45° zu liefern. Zusätzlich sind Quickviews im JPEG-Format, Footprints im ESRI-Shape-Format, Bildmittenübersichten, Orientierungsparameter, Koordinatendateien, Passpunktskizzen, Residuen und Aerotriangulationsdaten bereitzustellen.
Bildbasiertes digitales Oberflächenmodell
Aus den Luftbilddaten ist ein bildbasiertes digitales Oberflächenmodell mit einer Auflösung von höchstens 0,05 m zu erstellen. Die Höhenwerte sind mit 32 bit, die Kennzeichnung mit 8 bit auszugeben.
Die Lieferung erfolgt als GeoTIFF oder BigTIFF sowie als LAS oder LAZ, gekachelt in 1 x 1 km². Ausreißer und Lücken sind durch Interpolation oder manuelle Nacharbeit zu schließen. Das Modell ist als ArcGIS Image Service und Elevation Layer bereitzustellen.
TrueOrthophotos
Auf Grundlage des bildbasierten digitalen Oberflächenmodells sind TrueOrthophotos mit einer Bodenauflösung von höchstens 0,05 m zu erzeugen. Die Ausgabe erfolgt in 1 x 1 km² großen Kacheln als vierkanalige RGBI-Geotiffs mit mindestens 8 bit je Kanal und weißem Hintergrund. Die Daten müssen ohne Formatkonvertierung in ArcGIS Pro und ArcGIS Enterprise 11.5 verarbeitbar sein.
Schrägluftbilder und texturiertes 3D-Mesh
Die Schrägluftbilder sind mit georeferenzierten Footprints zu liefern und dienen gemeinsam mit dem bildbasierten digitalen Oberflächenmodell als Grundlage für ein vollständig georeferenziertes, echtes 3D-Mesh. Das Mesh darf kein 2,5D-Modell sein, damit Vorhangeffekte vermieden werden. Gefordert sind eine geometrische Genauigkeit von höchstens 0,05 m und eine radiometrische Genauigkeit von 8 bit.
Das 3D-Mesh ist als SLPK und als extrahiertes SLPK im ESLPK-Format sowie als ArcGIS-Scene-Layer-Inhalt bereitzustellen.
Qualität, Ablauf und Datenbereitstellung
Die Leistung ist nach den AdV-Standards und im Lagebezugssystem ETRS89_1989_UTM_Zone_33N mit EPSG 25833 sowie im Höhenbezugssystem DE_DHDN2016_NHN mit EPSG 7837 zu erbringen.
Der Auftragnehmer muss den Bildflug- oder Aufnahmetag am darauffolgenden Werktag bis 09:00 Uhr per E-Mail mitteilen und alle zwei Wochen montags bis 12:00 Uhr einen Projektfortschrittsbericht senden. Zur Qualitätssicherung gehören Wetter- und Zeitfensterüberwachung, Echtzeitkontrollen sowie dokumentierte Kriterien für erforderliche Nachbefliegungen. Nach Eingang der Lieferung gilt eine Prüffrist von vier Wochen. Die Daten sind ohne Cloud-Zwischenhaltung in der ArcGIS-Enterprise-11- oder neuer-Umgebung veröffentlichbar auf einer externen USB-3.0-Festplatte mit NTFS oder über den NextCloud-Dienst der Stadtverwaltung Chemnitz zu übergeben.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenEignungserklärung und Ausschlussgründe
Mit dem Angebot ist die Eigenerklärung zur Eignung nach 124 LD oder eine Einheitliche Europäische Eigenerklärung einzureichen. Die Erklärung umfasst unter anderem die ordnungsgemäße Erfüllung von Steuer-, Abgaben- und Sozialversicherungspflichten, den Eintrag im Berufsregister, soweit erforderlich, sowie Angaben zu Insolvenz, Liquidation, schweren Verfehlungen und gegebenenfalls zur Selbstreinigung.
Vergleichbare Referenzen
Es sind drei vergleichbare Leistungen aus den letzten drei Jahren nachzuweisen. Jede Referenz muss Angaben zur Leistungsart, Auftragssumme, zum Ausführungszeitraum und zum Ansprechpartner beim Auftraggeber enthalten. Zusätzlich sollen Geodatenportale verlinkt oder Beispieldatensätze bereitgestellt werden.
Mindestens eine Referenz muss TrueDOP und mindestens eine Referenz ein 3D-Mesh mit vergleichbaren Ausgangsparametern betreffen. Bietergemeinschaften können die Referenzen gemeinsam einreichen.
Technische und personelle Leistungsfähigkeit
Der Bieter muss eine Erklärung über seine technische Ausrüstung vorlegen. Zusätzlich ist die durchschnittliche Beschäftigtenzahl der letzten drei Jahre einschließlich der Beschäftigten in Leitungsfunktionen anzugeben. Für die Ausführung erforderliche Beschäftigte müssen verfügbar sein; auf Verlangen sind außerdem die für die Leitung vorgesehenen Personen zu benennen.
Technisches Konzept
Das Konzept gemäß LV 2.1 ist an der Bewertungsmatrix auszurichten und darf höchstens zehn Seiten einschließlich Bilder umfassen. Es muss mindestens Schriftgröße 11 pt und mindestens einfachen Zeilenabstand haben. Inhaltlich sind insbesondere das Wetter- und Zeitfenstermanagement, Aktualität und Funktionen von Sensorik und Auswertesoftware, technische Redundanzen sowie die Qualitätssicherung bei Befliegung, TrueDOP und 3D-Mesh darzustellen.
Wirtschaftliche und finanzielle Nachweise
Auf Verlangen sind eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts und ein Nachweis über die Betriebshaftpflichtversicherung vorzulegen. Ab einer Auftragssumme von mehr als 30.000 Euro fordert die Vergabestelle einen Auszug aus dem Gewerbezentralregister beziehungsweise Wettbewerbsregister an.
Kalibrierungsnachweise
Auf Verlangen sind Kalibrierungszertifikate für die eingesetzten Luftbildkameras und inertiale Messeinheiten vorzulegen. Die Zertifikate dürfen zum Zeitpunkt der Befliegung nicht älter als zwei Jahre sein.
Anforderungen an Bietergemeinschaften
Bei einer Bietergemeinschaft oder Arbeitsgemeinschaft müssen alle Mitglieder die Erklärungen zur technischen Ausrüstung und zum Personal einreichen. Steuer- und Versicherungsnachweise sind bei Verlangen von jedem Mitglied oder hinsichtlich der Betriebshaftpflicht vom vertretungsberechtigten Mitglied vorzulegen. Für die Bietergemeinschaft ist außerdem die Erklärung nach Anlage 234 einzureichen.
Drei vergleichbare Leistungen aus den letzten drei Jahren; mindestens eine mit TrueDOP und mindestens eine mit einem 3D-Mesh mit vergleichbaren Ausgangsparametern
Art der ausgeführten Leistung, Auftragssumme, Ausführungszeitraum, Ansprechpartner beim Auftraggeber sowie Link zu Geodatenportalen oder Lieferung von Beispieldatensätzen; bei Bietergemeinschaften gemeinsame Referenzen möglich.