Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenDie Stadt Chemnitz (über den Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb ASR) sucht einen Generalplaner für den Umbau der stillgelegten Restabfallbehandlungsanlage (RABA) auf der Deponie „Weißer Weg" in eine Biogutvergärungsanlage. Die Anlage soll jährlich mindestens 30.000 Tonnen Bioabfall, Grüngut und Stalldung in einem kontinuierlichen Pfropfenstromverfahren vergären, das gewonnene Rohbiogas zu Biomethan aufbereiten und ins Erdgasnetz einspeisen; Gärreste werden als Gütekompost vermarktet.
Zweistufiges Verfahren:
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis35%
- Konzept zur Leistungserbringung35%
Bewertet wird das Konzept zur Leistungserbringung mit gleich gewichteten Inhalten: Organisation Projektteam und Verfügbarkeit, Qualitätssicherung, Kostensicherheit, Termintreue, bauliche/technische Resilienz (KRITIS/NIS2). Bewertung 0-5 Punkte nach Zielerfüllungsgrad; Basiseinheit 70; max. 350 gewichtete Punkte.
- Qualifikation und Berufserfahrung des benannten Projektleiters30%
Preiskriterien: Bestbieter erhält 10 Wertungspunkte; je 2% höhere Vergütung gegenüber Bestbieter wird ein halber Punkt weniger vergeben; ab 40% höherer Vergütung 0 Punkte. Erreichte Punkte × Basiseinheit = gewichtete Punkte. Konzeptionelle Kriterien und Qualifikation: Bewertung 0-5 Punkte (Zielerfüllungsgrade), multipliziert mit Basiseinheit (Höchstpunktzahl/4 für Qualitätskriterien, Höchstpunktzahl/10 für Preiskriterien). Gesamtpunktzahl = Summe der gewichteten Punkte; max. 1.000 Punkte (=100%). Bei Punktegleichheit entscheidet das Los.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenProjektrahmen
Anlage: Biogutvergärungsanlage als Nachnutzung der ehemaligen RABA auf dem Standort Weißer Weg 180 in Chemnitz.
Kapazität: Mindestens 30.000 t Jahresdurchsatz, bestehend aus ca. 21.000 t Bioabfall (Biotonne), ca. 6.000 t Grüngut und ca. 700 t Stalldung (Chemnitzer Tierpark); perspektivische Erweiterung auf 45.000 t/a möglich.
Verfahren: Kontinuierliche Pfropfenstrom-Vergärung (thermophil, ca. 55 °C), mechanische Aufbereitung, Gärrestlager mit Gasspeicher, Intensivrottetunnel (2) und Nachrottetunnel (4), Kompostierung und Siebung.
Produkte: Aufbereitung des Rohbiogases zu Biomethan und Einspeisung ins Erdgasnetz; alternative Verwertungsmöglichkeiten (z. B. CO₂-Verflüssigung) sind in der Vorplanung zu untersuchen. Gärreste werden als zertifizierter Gütekompost vermarktet.
Zieltermine: Vorplanung/Entwurfsplanung bis 30.06.2027; Genehmigungsplanung bis 31.12.2027; Ausführungsplanung und Vergabevorbereitung bis 30.09.2028; Bauüberwachung/Objektbetreuung und Aufnahme kommerzieller Dauerbetrieb bis 31.12.2029.
Generalplanerleistungen nach HOAI (Grundleistungen)
Der Generalplaner erbringt alle zur Realisierung erforderlichen Planungsleistungen (außer LPH 1 – diese ist bereits in der Machbarkeitsstudie abgeschlossen). Maßgeblich sind die Leistungsphasen 2–9 nach HOAI 2021 in folgenden Leistungsbildern:
Besondere Planungsleistungen
Zusätzlich zu den HOAI-Grundleistungen sind u. a. folgende besondere Leistungen zu erbringen:
Vertragliche Struktur (Stufenvertrag)
Der Vertrag ist als Stufenvertrag mit 6 Stufen angelegt; zunächst wird nur Stufe 1 (Vorplanung und Entwurfsplanung) beauftragt. Weitere Stufen werden vom Auftraggeber bei Bedarf schriftlich abgerufen – er muss dies spätestens 2 Wochen vor Auslaufen der laufenden Stufe tun; der Auftragnehmer hat 3 Monate vorher schriftlich auf das Stufenende hinzuweisen.
Stufenübersicht:
Pflichten des Generalplaners (u. a.): qualifiziertes, fristgerechtes Team (Projektleitung und Fachingenieure nur mit Zustimmung des AG austauschbar; Vertragsstrafe 20.000 € bei vertragswidrigem Austausch der Projektleitung), Einhaltung der Baukostenobergrenze, monatliche Kostenermittlung und -kontrolle nach DIN 276-1:2018-12, Erstellung und Fortschreibung eines Detailterminplans, umfassende Projektdokumentation, deutschsprachige Projektdurchführung, Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben (u. a. NIS2, KRITIS-DachG, MiLoG, AEntG, SGB IV/VII, AÜG, Arbeitsschutz, DIN/EN/ISO/VDI/VDE), Koordination aller Fachplanungen und Nachunternehmer.
Vergütung: Pauschalen je Stufe und Leistungsbild gemäß Preisblatt (Anlage E) zuzüglich Nebenkostenpauschale; Stundensätze nach Berufsgruppen. Bieter reichen mit dem Angebot einen Vorschlag für den Zahlungsplan ein.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenZwingende Ausschlussgründe und Eignungsvoraussetzungen
Der Bieter darf keine Ausschlussgründe nach §§ 123, 124 GWB aufweisen, insbesondere keine Verurteilungen wegen der dort genannten Straftaten, keine nicht gezahlten Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge, keine Verstöße gegen umwelt-, sozial- oder arbeitsrechtliche Pflichten, keine Insolvenz oder Liquidation, keine schweren beruflichen Verfehlungen, keine Kartellabsprachen, keine mangelhafte Erfüllung früherer öffentlicher Aufträge und keine Täuschung oder unzulässige Einflussnahme im Vergabeverfahren.
Darüber hinaus sind Ausschlussgründe nach § 21 AEntG, § 98c AufenthG, § 19 MiLoG, § 21 SchwarzArbG, § 22 LkSG und § 14 BTTG zu erklären sowie das Nichtvorliegen von Russland-Sanktionsgründen nach Art. 5k EU-VO 833/2014 (keine russischen Staatsangehörigen oder in Russland niedergelassene Personen/Unternehmen als Beteiligte oder Unterauftragnehmer > 10 % des Auftragswerts).
Das Fehlen dieser Erklärungen führt zum Ausschluss aus der Wertung; fehlende Unterlagen können gemäß § 56 Abs. 2 VgV nachgefordert werden.
Befähigung/Handelsregister: Eintragung im Handelsregister (sofern eintragungspflichtig) oder sonstiger Berufsregister; Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung „Ingenieur"; bei juristischen Personen Benennung eines verantwortlichen Ingenieurs; für ausländische Bewerber Nachweis gemäß RL 2005/36/EG; Bauvorlageberechtigung § 65 SächsBO erforderlich (Architekt, Ingenieur nach § 3a SächsIngG oder Hochschulabsolvent Architektur/Hochbau/Bauingenieurwesen mit mindestens 2 Jahren Entwurfserfahrung in einer juristischen Person des öffentlichen Rechts).
Mindestanforderungen (kumulativ)
Folgende Mindestanforderungen müssen kumulativ erfüllt sein – bei Nichterfüllung erfolgt kein Weiterkommen im Verfahren:
Bei Bewerbergemeinschaften sind Erklärungen und Nachweise von jedem Mitglied separat vorzulegen. Personelle Anforderungen der Mitglieder werden addiert, Umsätze werden nicht addiert (es zählt das Mitglied mit dem höchsten Umsatz). Eignungsleihe ist möglich, erfordert aber Verpflichtungserklärung und gemeinsame Haftung.
Auswahl-/Wertungskriterien (1.000 Punkte)
Die Auswahl der Bewerber erfolgt anhand einer Bewertungsmatrix mit insgesamt 1.000 erreichbaren Punkten:
I. Gesamtumsatz (200 Punkte / 20 %): > 2,5 Mio. EUR (1 P.) – ≥ 3,5 Mio. (2 P.) – ≥ 4,5 Mio. (3 P.) – ≥ 5,5 Mio. (4 P.).
II. Unternehmensreferenzen (500 Punkte / 50 %): 1–5 Referenzen = 1–5 Punkte; 6 Referenzen = max. 5 Punkte. Jede Referenz muss einzeln alle Anforderungen erfüllen.
III. Örtliche Präsenz (100 Punkte / 10 %): Erreichbarkeit ≤ 5 Std. (1 P.) – ≤ 4 Std. (2 P.) – ≤ 3 Std. (3 P.) – ≤ 2 Std. (4 P.) – ≤ 1 Std. (5 P.).
IV. Personalausstattung (200 Punkte / 20 %):
Angebotswertung Phase 2: Bei den zur Angebotsabgabe aufgeforderten Bietern wird nach einer Angebotsmatrix gewertet: Preis 35 %, konzeptionelle Kriterien 35 %, Qualifikation des Projektleiters 30 %. Berufserfahrung Projektleiter: < 4 Jahre = 0 P., 4–< 8 J. = 1 P., 8–< 12 J. = 3 P., ≥ 12 J. = 5 P. (Stellvertreter- und Planertätigkeiten zählen nicht).
Planung und Realisierung einer Biovergärungsanlage mit Jahresdurchsatzkapazität ≥ 30.000 t; Fachplanung Technische Ausrüstung (Anlagengruppen 1–3 HLS, 4–5 Elektrotechnik, 7.2 Verfahrenstechnik) gem. §§ 53 ff. HOAI Anlage 15, Objektplanung Ingenieurbauwerke § 43 HOAI und Objektplanung Gebäude/Innenräume § 34 HOAI; Leistungsphasen 3, 4, 5 bearbeitet und abgeschlossen sowie Leistungsphase 8 begonnen; Auftragsvolumen ≥ 200.000 EUR; Bezug öffentlicher Auftraggeber.
Nachweis über Anlage B4_a (Formblatt Referenzprojekt); Auftraggeber muss öffentlicher Auftraggeber sein.