Zusammenfassung
Automatisch erstellt aus den VergabeunterlagenBauleistung (VOB/A, EU) im Rahmen der Modernisierung und des Neubaus der Grundschule An der Friedenseiche 4 in Leipzig-Rückmarsdorf.
Das Los 3-020 umfasst die Kampfmittelräumung, die Herstellung und Sicherung der Baugrube (Trägerbohlwand mit Verpressankern und Steifen), die Gründung mit selbstbohrenden Mikropfählen, die Unterfangung bestehender Fundamente, Erdarbeiten (Aushub, Bodenklassifizierung, Entsorgung, Wasserhaltung), archäologische Begleitung, Vermessung und Dokumentation.
Bieter müssen u. a. ein deutschsprachiges Angebot elektronisch über evergabe.de einreichen, den Fragebogen zur Eignungsprüfung, die Urkalkulation sowie mehrere Eigenerklärungen (ILO-Kernarbeitsnormen, Mindestarbeitsbedingungen, EU-Sanktionsverordnung 2022/576) abgeben.
Zeitplan & Fristen
Aus den Vergabeunterlagen extrahiertZuschlagskriterien
Gewichtung laut Vergabeunterlagen- Preis100%
Der Preis wird aus der Wertungssumme des Angebotes ermittelt. Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Nachlässen, Erstattungsbetrag aus der Lohngleitklausel, Instandhaltungsangeboten. Werkstätten für Behinderte erhalten einen Bonus von 15 Prozent auf die Wertungssumme.
Leistungsumfang
Aus den VergabeunterlagenKampfmittelräumung und -überwachung
Erkundung der Baugrubenwände (Trägerbohlwand, ca. 155 m, Tiefe bis ca. 7 m), des Aushubbereichs (ca. 1.185 m², Tiefe ca. 6 m) und der Verpressanker-Bereiche (ca. 140 m, 89 Stück, Tiefe ca. 6 m). Aushubüberwachung durch eine Munitionsfachkraft. Herstellen von Bergungsgruben (2 Stück 2 m tief, 2 Stück 2–4 m tief). Schriftliche Bestätigung der Kampfmittelfreiheit durch anerkannten Sachverständigen gemäß § 7 und § 20 Sprengstoffgesetz (2-fach) vor Beginn der Bohr- und Aushubarbeiten.
Spezialtiefbau – Gründung, Mikropfähle und Unterfangung
Herstellung von 37 selbstbohrenden Mikropfählen (Druckpfähle, Ø 30 cm, Gesamtlänge ca. 370 m) inkl. Pfahlkopfausbildung; Probebelastung zur Bestätigung der rechnerischen Tragfähigkeit (Prüfgebühren 1× vom Auftraggeber). Statische Bemessung der Mikropfähle (innere und äußere Tragfähigkeit). Handaushub nach DIN 4123 im Pilgerschrittverfahren (ca. 24 m³), Unterfangungskörper aus Beton C25/30 (ca. 19 m³), Anschlussfuge mit Quellmörtel (ca. 21 m) zur Unterfangung bestehender Fundamente. Bautechnische Beweissicherung Bestandsgebäude und kontinuierliche Setzungsmessung.
Verbauarbeiten – Trägerbohlwand mit Verpressankern und Steifen
Herstellen einer rückverankerten Trägerbohlwand mit Doppel-U-Profilen (H 240: ca. 428 m; H 260: ca. 133 m) und Ausfachung aus Holz/Spritzbeton (Ansichtsfläche ca. 745 m²). Bohrungen Ø 500 mm, Tiefe 6–8 m (ca. 561 m), Träger einstellen und verfüllen, später wieder ziehen (89 Stück). 89 Verpressanker in den Konfigurationen 44× 10 m/2 Litzen, 17× 10 m/3 Litzen, 8× 14 m/5 Litzen (davon 69 Daueranker 300 kN zu entspannen). Gurtungen HEB 320 (Ankerbereich ca. 9 m, Steifenbereich ca. 30 m, Gesamt ca. 39 m). Steifen RO 244,5×25 (9,5 m) und RO 193,7×16 (6,5 m), Gesamt ca. 16 m. Geodätische Beweissicherung des Verbaus (8 Messungen).
Erdarbeiten, Wasserhaltung und Entsorgung
Aushub der Baugrube in verschiedenen Tiefen und Bodenklassen mit insgesamt ca. 5.696 m³. Transport zu externem Zwischenlager (ca. 7.639 t), Zwischenlagerung und Haufwerksbildung (ca. 3.217 t) sowie getrennte Bodenmaterial-Zwischenlagerung (Kies Hauptterrasse, ca. 4.423 t). Akkreditierte Probenahme und Deklarationsanalytik gemäß LAGA PN 98 (5 Stück). Bodenentsorgung differenziert nach Zuordnungswerten: Z0 ca. 2.011 t, Z1.1 ca. 604 t, Z1.2 ca. 2.614 t. Offene Wasserhaltung über Pumpensumpf und Grundwasserabsenkung bis 10 m³/h, Vorhaltung 8 Wochen.
Baustelleneinrichtung, Vermessung und archäologische Begleitung
Erweiterte Baustelleneinrichtung inkl. Schutz- und Sicherungsmaßnahmen (Seitenschutz, Treppenaufgang); Vorhaltung 16 Wochen. Vorhaltung Trägerbohrgeräteeinheit 6 Wochen und Erdbaugeräte 6 Wochen. Erstellung Baustelleneinrichtungsplan und Feinterminplan spätestens 14 Tage nach Auftragserteilung. Vermessungsarbeiten Spezialtiefbau/Erdarbeiten. Handschachtung zur Feststellung der Lage von 6 Bestandsfundamenten (bis 1,25 m). Schichtweiser archäologischer Baggerabtrag (ca. 1.200 m²) mit archäologischer Baggerbegleitung (ca. 30 h).
Planung, Dokumentation und Stundenlohnarbeiten
Genehmigungs- und Ausführungsplanung des Baugrubenverbaus, Werk- und Montageplanung (grafisch) inkl. Aushubkonzept, Gefährdungsbeurteilung, Maßnahmenkatalog, Rückbaukonzept, Flucht- und Rettungswegeplänen, prüffähige statische Berechnung der gesamten Baugrubensicherung (3-fach Prüfingenieur + 1× AG + 1× TWPL + 1× OÜ). Bodenabdeckung gegen Erosion (Folie). Erstellung einer Gesamt-Dokumentation (2-fach Papier + digital) spätestens 4 Wochen vor Abnahme. Stundenlohnarbeiten für Facharbeiter, Vorarbeiter und Geräte (Bagger, Radlader) nach Stundenabrechnung.
Eignungskriterien
Geforderte Nachweise laut VergabeunterlagenAllgemeine Angaben und Ausschlussgründe
Anzugeben sind u. a. Eintragung im Berufs-/Handelsregister oder Handwerksrolle (mit Registernummer), Angaben zum geplanten Personaleinsatz (Anzahl Arbeitskräfte, Gesamtstundenzahl) sowie Erklärungen, dass keine zwingenden Ausschlussgründe nach § 6e EU Abs. 1–3 VOB/A, keine Ausschlussgründe nach § 6e EU Abs. 4 Nr. 1 VOB/A (Steuern/Sozialabgaben) und keine Ausschlussgründe nach § 6e EU Abs. 6 VOB/A vorliegen – jeweils ggf. mit Darstellung von Selbstreinigungsmaßnahmen. Bieter müssen die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen (Vereinigungsfreiheit, Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, Diskriminierungsverbot, Arbeitsschutz) erklären; bei Verstoß droht Ausschluss von weiteren Vergaben und ggf. fristlose Kündigung. Außerdem ist die Eigenerklärung zur Verordnung (EU) 2022/576 (Russland-Sanktionen) zwingend mit dem Angebot einzureichen – andernfalls erfolgt ein Ausschluss.
Wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit
Nachweis der wirtschaftlichen Verhältnisse durch Angabe der Umsätze der letzten 3 abgeschlossenen Geschäftsjahre (vergleichbare Leistungen). Auf Verlangen sind u. a. Unbedenklichkeitsbescheinigungen (tarifliche Sozialkasse, Finanzamt, Berufsgenossenschaft mit Lohnsummen), eine Freistellungsbescheinigung § 48b EStG, ein Handelsregisterauszug, eine Gewerbeanmeldung, ggf. ein Insolvenzplan und Eignungsnachweise gemäß Fragebogen zur Eignungsprüfung vorzulegen. Zahlungs- und Vertragsbedingungen richten sich nach VOB/B; die Vergabe erfolgt nach dem niedrigsten Preis.
Technische und fachliche Leistungsfähigkeit
Nachweis der Fähigkeit, die für die Leistung notwendige Ausstattung, Geräte und technische Ausrüstung (z. B. Bohrgeräte, Bagger, Verpressanker-Equipment) bereitzustellen. Angabe der durchschnittlichen jährlichen Beschäftigtenzahl der letzten 3 Jahre, gegliedert nach Berufs- bzw. Lohngruppen, mit gesonderter Ausweisung des Leitungspersonals. Nachweise über vergleichbare Leistungen der letzten bis zu 5 abgeschlossenen Kalenderjahre einschließlich Bescheinigungen über die ordnungsgemäße Ausführung und das Ergebnis; der Auftraggeber kann auch einschlägige Bauleistungen berücksichtigen, die mehr als 5 Jahre zurückliegen. Schriftliche Benennung eines deutschsprachigen Firmenbauleiters/Montageleiters nach Auftragserteilung.
Mindestarbeitsbedingungen und Nachunternehmer
Verpflichtungserklärung über die Einhaltung von Mindestlohn (MiLoG), Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG), Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz (SchwarzArbG) und Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Bestätigung, dass der Bieter nicht mit Geldbuße ≥ 2.500 € nach §§ 19, 21 MiLoG belegt wurde und keine einschlägigen Verurteilungen nach § 21 SchwarzArbG vorliegen. Jedes Mitglied einer Bietergemeinschaft gibt eine eigene Erklärung ab. Der Auftragnehmer hat dieselben Pflichten seinen Nachunternehmern aufzuerlegen.
Bietergemeinschaften und Eignungsleihe
Bietergemeinschaften haften gesamtschuldnerisch und benennen einen bevollmächtigten Vertreter (VHB 234 – Erklärung Bieter-/Arbeitsgemeinschaft). Bei Einschaltung anderer Unternehmen (Nachunternehmer oder Kapazitätsgeber) sind das Verzeichnis VHB 235 und ggf. die Verpflichtungserklärung VHB 236 erforderlich; bei Eignungsleihe über die wirtschaftliche/finanzielle Leistungsfähigkeit haftet das andere Unternehmen gesamtschuldnerisch mit dem Hauptauftragnehmer. Für jedes andere Unternehmen sind die Eignungsnachweise gemäß VU-D1-001 zu erbringen (Registereintrag, Umsatz der letzten 3 Jahre, Referenzen bis 5 Jahre, Beschäftigtenzahlen).
Vergleichbare Leistungen (Erdarbeiten, Spezialtiefbau/Mikropfähle, Verbauarbeiten, Kampfmittelräumung/Baugrube) der letzten bis zu 5 abgeschlossenen Kalenderjahre; Auftraggeber kann auch einschlägige Bauleistungen berücksichtigen, die mehr als 5 Jahre zurückliegen
Bescheinigungen über die ordnungsgemäße Ausführung und das Ergebnis; für Nachunternehmer/Kapazitätsgeber zusätzlich: Ausführungszeitraum, Bauherr mit Telefonnummer, Leistungsbeschreibung gem. VU-D1-001